Entwickelt-7145 verpixelt - KopieSeit Wochen häufen sich in Deutschland die Meldungen über brennende Flüchtlingsunterkünfte. Gestern hat es die Containerunterkunft in Rottenburg getroffen. Bisher lautet die offizielle Formel: „Brandursache noch unbekannt“. Ein gezielter rassistischer Anschlag ist nicht auszuschließen.

Die Menschen, die auf der Flucht aus ihren Heimatländern zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken, fliehen vor deutschen Waffen und den Kriegen, die nicht zuletzt auch für deutsche Konzerninteressen vom Zaun gebrochen werden. „Wir fliehen, weil ihr unsere Länder zerstört“, lautet eine Parole der Refugee-Proteste…

Unsere Solidarität gilt allen Geflüchteten und allen Opfern rechter Gewalt!

Refugees welcome!

Die Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen ruft zu einer Demo in Rottenburg auf, die wir unterstützen.

Datum: 08.09.2015
Beginn: 19.00Uhr
Ort: Rottenburg Bahnhof-Vorplatz/ZOB

Zugtreffpunkt:
Tübingen, HBF, 18.20 Uhr

Tausende Menschen sind im ersten Halbjahr 2015 beim Versuch gestorben, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen bei dem Versuch Armut, Verfolgung oder Krieg zu entkommen. Diejenigen, die es nach Deutschland schaffen, werden in Turnhallen und Zeltstädten untergebracht. Menschenrechtsorganisationen berichten von katastrophalen Zuständen dort: Kaum medizinische Versorgung, schlechte Hygiene und zu wenig Nahrung. Schaut man sich Bilder dieser Unterbringungen an, denkt man an Krisengebiete.

Hilfsbereitschaft jetzt notwendig
Seit zwei Tagen wird am Münchner Hauptbahnhof sichtbar, was längst schon Realität ist. Tausende Flüchtlinge treffen mit Zügen aus Ungarn und Österreich ein. Für alle Augen sichtbar, nicht mehr wie bisher als Einzelne in der anonymen Masse strömen sie aus den Zügen in die Großstadt. Die Münchner Bevölkerung reagiert mit enormer Hilfsbereitschaft; Essensausgaben und Willkommensgesten werden organisiert. Auch in Berlin warten 1.000 Flüchtende derzeit auf ihre Registrierung.) Einige schlafen seit zwei Wochen draußen auf dem Boden vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo). BerlinerInnen organisieren Nahrungsmittel, medizinische Versorgung und Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche. Es ist gut und wichtig, dass so viele Menschen helfen. Es ist beeindruckend wie viele sich real für eine Willkommenskultur einsetzen, eine Willkommenskultur, die bei PolitikerInnen in der Regel nur leere Phrase ist.
Flüchtende werden in Turnhallen untergebracht, während in Städten ganze Stadtteile leer stehen. Während am Münchner Hauptbahnhof ein Ausnahmezustand mit chaotisch selbstorganisierter Solidarität zugelassen wird, um tausende Flüchtlinge mit den scheinbar letzten Mitteln und privaten Spenden zu versorgen, erwartet die Großstadt in wenigen Wochen über sechs Millionen Gäste zum Oktoberfest. Für das Oktoberfest werden viele öffentliche Gelder ausgegeben und hohe private Gewinne eingefahren. Für die ankommenden Flüchtlinge ist das nicht der Fall. Sie sind auf die unentgeltliche Hilfe Ehrenamtlicher angewiesen. Sogar die Münchner Polizei und die Stadt haben zur freiwilligen Hilfe aufgerufen. Das jedoch nimmt diesen Staat nicht aus der Verantwortung sich um diese gesellschaftliche Aufgabe zu kümmern.
In Ingolstadt wird auf Betreiben der bayerischen CSU-Regierung stattdessen ein Lager gebaut, in dem ausschließlich Menschen aus Südosteuropa untergebracht werden sollen. Weil sie „Wirtschaftsflüchtlinge“ aus dem Ostbalkan seien, also vor Armut und Hunger fliehen, hätten sie kein Recht in Deutschland zu sein. Die Einrichtung ist so konzipiert, dass der Abschiebeprozess innerhalb eines Monats vonstatten geht. Bund und Länder drücken sich davor, den Kommunen zu helfen ausreichend qualifiziertes Personal für die Betreuung und Versorgung der Flüchtenden einzustellen. Stattdessen wird billigend in Kauf genommen, dass sich viele ehrlich helfende Hände freiwillig und ehrenamtlich aufreiben um Hilfe zu leisten. Aus Sicht der Herrschenden sind traumatisierte, kriegsgeschädigte und fluchtgezeichnete Menschen es wohl nicht wert von entlohnten ausgebildeten Fachkräften betreut zu werden.

Niemand flüchtet freiwillig!
Das Vorurteil des „Wirtschaftsflüchtlings“ ist noch immer tief verankert; hartnäckig hält sich das Gerücht, Flüchtlinge bekämen bis zu 8.000 Euro bei ihrer Ankunft in Deutschland. Die Realität sieht anders aus: Flüchtlinge leben in Deutschland meist unter unzureichenden Bedingungen auf engstem Raum, dürfen sich nicht frei bewegen, und ihnen wird verboten zu arbeiten. Ob sie wollen oder nicht, sie sind auf mickrige staatliche Unterstützung angewiesen und haben kein Chance sich eine Perspektive aufzubauen. Hinzu kommt die permanente Angst, abgeschoben zu werden.
Es gibt viele Gründe für Flucht: Armut, Krieg, Hunger, Vertreibung, politische Verfolgung, Unzufriedenheit. Flüchtenden zu unterstellen, sie kämen nur aufgrund der „Anreize“ deutscher Sozialpolitik nach Deutschland, sie kämen um sich hier ein laues Leben zu ermöglichen, ist pure Ignoranz und Hetze. Flüchtlinge riskieren bei einer Fahrt übers Mittelmeer ihr Leben, ebenso wie in einem LKW durch Osteuropa. Sie wissen, dass ihre Familie beim Versuch die mazedonische Grenze zu überqueren zerrissen werden kann. Warum würden sie bis zu 10.000 Euro für Schlepper bezahlen, wenn sie in Deutschland weniger als 9 Euro pro Tag bekommen? Flucht hat nichts mit vermeintlichen deutschen „Anreizen“ zu tun, Flucht bedeutet zu überleben!
Doch in Deutschland steigt die Zahl rechter Übergriffe: 2012 gab es offiziell 24 rechts-motivierte Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte, 2014 waren es 162 rechte Angriffe. Im ersten Halbjahr 2015 waren es 175 – Körperverletzung, Brandstiftung und sogar Schüsse auf Flüchtlingsunterkünfte in Leipzig und Bochum. Demonstrationen und Veranstaltungen von FlüchtlingsunterstützerInnen, wie zuletzt in Heidenau, werden kriminalisiert.

Schuld haben die Herrschenden, nicht die Flüchtlinge
„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“. Dieser Satz ist auf den Plakaten protestierender Flüchtlinge zu lesen. Und damit haben sie Recht: Dass die Außenpolitik Deutschlands und der anderen NATO-Staaten zu den Umständen in den Heimatländern der Flüchtlinge beiträgt, wird deutlich, wenn in Ländern wie Syrien oder dem ehemaligen Jugoslawien imperialistischen Mächte unter dem Deckmantel von „Demokratisierung und Friedenseinsätzen“ das politische System nach den Interessen der Banken und Konzerne umwälzen – wenn nötig mit militärischen Mitteln. Dass es dabei nicht um Demokratie oder die Verteidigung von Menschenrechten geht, wird schnell klar. Es geht um Einflusssphären für deutsche Politik und Unternehmen, um Absatzmärkte und Rohstoffe, geostrategische Interessen, um billige Arbeitskräfte. Sie hinterlassen Armut und Krieg in den betroffenen Ländern und schaffen schließlich auch die Bedingungen für andauernde Gewalt. Mit einer Verschärfung von nationalen Konflikten nimmt natürlich auch die politische Verfolgung zu. Hier hat Deutschland seine Finger tief mit drin. Die genehmigten Waffenexporte der Bundesregierung, haben im ersten Halbjahr 2015 bereits den Wert des gesamten Vorjahres erreicht. Diese Waffen werden unter anderem nach Saudi Arabien und die Türkei geliefert – Länder die unter anderem den IS direkt ausstatten.
Schuld haben die Herrschenden, nicht die Flüchtlinge. Wenn die Rente gekürzt wird, immer unsicherere Arbeitsverhältnisse herrschen, Kommunen pleite sind, wenn immer mehr Jobs gestrichen werden, dann ist das eine Folge der Politik der Herrschenden und nicht die Schuld von flüchtenden Menschen. Diese aber werden als Schuldige dargestellt: Der Ausländer, die Islamisierung, die Flüchtlinge. Es ist die Angst, nichts mehr vom immer kleiner werdenden Kuchen abzubekommen. Deswegen sollen wir die Ellenbogen ausfahren und im schlimmsten Fall auch dem Brandanschlag Beifall klatschen. Doch nur Neonazis verantwortlich zu machen greift zu kurz. Es ist die unsoziale Politik der Bundesregierung, die den Boden dafür bereitet. Es sind die deutschen Banken und Konzerne, für deren Wirtschaftsinteressen Krieg geführt wird und die von Billiglöhnen in Deutschland und anderswo profitieren. Es ist ihre menschenverachtende Flüchtlingspolitik, die abgelegene und schmutzige Asylbewerberheime erst möglich machen.
Die Situation wird sich nur ändern, wenn wir auch die Fluchtursachen bekämpfen. Ohne den Stopp von Auslandseinsätzen und Waffenexporten wird sich langfristig nichts ändern. Aber wir wissen um den Reichtum, den dieses Land hütet. Vor wenigen Jahren wurden über Nacht Milliarden zur Rettung von „systemrelevanten Banken“ bereitgestellt. Für Menschlichkeit und Solidarität fehlt dieses Geld bisher.

Wir fordern deswegen:

  • Sofortige Bereitstellung von Not-Geldern für die Kommunen zur pädagogischen, psychologischen und sozialen Betreuung von Flüchtenden sowie koordinierte personelle Aufstockung der Fachkräfte!
  • Die sofortige Eingliederung von flüchtenden Kindern in den Schulunterricht mit entsprechender Unterstützung, menschenwürdige und dezentrale Unterbringung der Flüchtenden in Wohnungen und die Gewährleistung von medizinischer Versorgung!
  • Konsequente Aufklärung der Anschläge auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte, konsequente Bestrafung der Täter. Verbot aller rassistischen und faschistischen Organisationen!
  • Aussetzung des Dublin Abkommens, Öffnung der Grenzen und damit die sofortige Legalisierung von Fluchtwegen. Sofortiges Ende der Kategorie von angeblich sicheren Herkunftsländer. Bleiberecht für alle!
  • Sofortiger Abzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen!

Erklärung der AG Antifaschismus und Antirassismus der SDAJ
2. September 2015

Als SDAJ haben auch wir uns am Antikriegstag in Tübingen beteiligt. Rund
300 Teilnehmer hatten sich am Samstag, den 29.08., auf dem Holzmarkt
versammelt um gegen die wachsende Kriegsgefahr und die Einsätze der
Bundeswehr zu demonstrieren. Mit einem Die-In haben wir auf die Folgen
der Kriegspolitik hingewiesen und deutlich gemacht, dass die mörderische
Jagd nach Profit Tod und Leichen mit sich bringt. In unserem Redebeitrag
haben wir auf die Rolle des deutschen Imperialismus in den Konflikten in
aller Welt hingewiesen und deutlich gemacht, dass der beste Kampf gegen
die zunehmende Militarisierung der Kampf für unsere Interessen in
Schule, Uni und Betrieb ist. Einen kleinen Eindruck bekommt ihr über
unsere Bilder und Videos.
Antikriegstag Aktion

Übernommenn vom Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus (OTFR)

Die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) versucht seit einiger Zeit, die Gaststätte „Waldhorn“ in Meßstetten-Bueloch zu kaufen, um dort ihre Landesgeschäftsstelle für Baden-Württemberg einzurichten.
Diese Bestrebungen der NPD werden immer konkreter. Für den 21. August hat NPD-Kader Jan Zimmermann mit den Besitzern der Gaststätte „Waldhorn“ einen Notartermin vereinbart. Der Termin für die Einweihung ist auf den 20. September 2015 festgesetzt.

Die Situation spitzt sich zu – ein Verkauf an die NPD steht kurz bevor!

Derzeit gibt es keine Landesgeschäftsstelle der NPD in Baden-Württemberg. Sollte es jedoch so weit kommen, hätte dies eine Stärkung faschistischer Strukturen hierzulande zur Folge, mit unmittelbaren Auswirkungen für ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus. Die NPD ist nach wie vor stärkste faschistische Kraft innerhalb der BRD. Nicht zuletzt, da sie als Sammelbecken der extremen Rechten fungiert.
Fällt das „Waldhorn“ an die Faschisten, könnten Konzerte, Infoveranstaltungen und Schulungen von und für Nazis dort regelmäßig stattfinden. Dies wäre, nicht nur für die über 1500 Geflüchteten in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Meßstetten, welche sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Gaststätte befindet, ein unkalkulierbares Risiko.

Noch haben wir die Chance, Landesgeschäftsstelle und Schulungszentrum zu verhindern! Lasst uns dafür gemeinsam auf die Straße gehen und entschlossen unseren Standpunkt vertreten!

Kommt alle zum Zugtreffpunkt in Tübingen:
DATUM: Samstag, 15. August 2015
ZEIT: 13:12 Uhr
ORT: Tübingen, HBF
Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!

Weitere Infos unter:
keineBasis.blogsport.de

am Mittwoch, 5. August 2015 um 18 Uhr wird es auf dem Holzmarkt (Tübingen) eine Kundgebung anlässlich der Ereignisse in Syrien & Türkei geben.

Am 20. Juli wurden in der türkischen Stadt Suruç (kurdisch: Pirsus) bei einem mörderischen Terrorangriff mindestens 32 Menschen getötet und über 100 verletzt. Der Anschlag richtete sich gegen eine Demonstration von Jugendlichen, die sich am Wiederaufbau der vom „Islamischen Staat“ (IS) zerstörten Stadt Kobani (arabisch: Ain al-Arab) beteiligen wollten. Die türkische Regierung hat die barbarische Mörderbande IS seit langem in ihrem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung Nordsyriens und gegen die syrische Regierung in Damaskus unterstützt, weil es ihren eigenen Großmachtplänen nutzt. Dass das reaktionäre AKP-Regime jetzt Krokodilstränen über den Angriff vergießt und den Angehörigen der Opfer sein „Beileid“ ausgesprochen hat, ist der Gipfel der Heuchelei, zumal der Massenmord als Vorwand genommen wird, um den innertürkischen Bürgerkrieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung zu eskalieren. Nach Ansicht der türkischen Regierung sind die kurdischen Selbstverteidigungskräfte in Nordsyrien die „gefährlicheren Terroristen“ im Vergleich zum IS. Im Rahmen „antiterroristischer“ Operationen haben die Armee und andere Unterdrückungsorgane des türkischen Staates Stellungen der PKK und andere oppositionelle Organisationen angegriffen, Razzien durchgeführt und dabei in Istanbul eine weitere junge Aktivistin ermordet. Die PKK sieht sich gezwungen, in Reaktion auf die Aggression Ankaras den Waffenstillstand mit der türkischen Regierung für hinfällig zu erklären. Auch die deutsche Regierung trägt eine große Verantwortung für die Kriegspolitik in der Region und den türkischen Staatsterror, nicht zuletzt indem sie das türkische Regime unterstützt und in riesigem Umfang mit Waffen beliefert.

Gleichzeitig wird der IS bombardiert, weil er langsam auch zum Sicherheitsproblem für den türkischen Staat zu werden droht. Diese Tatsache kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die verschiedenen dschihadistischen Gruppen wie „Islamischer Staat“, „Al-Nusra-Front“ und „Islamischer Dschihad“ jahrelang vom US-Imperialismus toleriert und von seinen Verbündeten in der Region, nämlich neben der Türkei vor allem von den Golfmonarchien und Israel, aufgebaut und unterstützt wurden, um die syrische Regierung zu stürzen. Das ist auch weiterhin das Hauptziel der USA und der Türkei, weshalb sie eine Flugverbotszone in Syrien eingerichtet haben, in der syrische Kampfflugzeuge von nun an abgeschossen werden. Das bedeutet nichts anderes, als dem IS den Rücken frei zu halten und eine faktische Kriegserklärung gegen Syrien.

In der Türkei regt sich weiter Widerstand gegen diese Politik. Massendemonstrationen gegen die AKP-Regierung und die Unterstützung des Islamismus werden von der Polizei aber weiterhin brutal angegriffen.

Die SDAJ solidarisiert sich mit dem Widerstand des Volkes und der fortschrittlichen Kräfte in der Türkei, gegen das reaktionäre Regime in Ankara und gegen den Imperialismus. Deshalb fordern wir:

  • Stopp der Repression gegen den Widerstand des Volkes in der Türkei!
  • Weg mit dem PKK-Verbot in Deutschland!
  • Stopp aller Waffenlieferungen in die Türkei! Keine Militärzusammenarbeit mit der Türkei, Israel, Saudi-Arabien und Katar!
  • Nieder mit der imperialistischen Intervention in Syrien!

In der Nacht auf den 30.Juli 2015 leerten unbekannte TäterInnen Benzin in den Flur der Flüchtlingsunterkunft in Balingen. Warum der flüssige Brandsatz nicht zündete/gezündet wurde bleibt unklar. Das ist der traurige Höhepunkt der rechten Hetze im Zollernalbkreis. Dieses Ereignis reiht sich in eine anhaltende Serie von Übergriffen und Anschlägen auf Geflüchtete als auch deren Unterkünfte.
Es ist wichtig auf das Geschehene aufmerksam zu machen und klar Stellung zu beziehen.
Für eine solidarische Gesellschaft ohne Ausgrenzungsmechanismen.
Kommt daher zur Kundgebung am Sonntag(02.08.15) um 14 Uhr an der Stadtkirche/Marktplatz Balingen.

Faschisten offensiv entgegentreten!
Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Zugtreffpunkt Tübingen 12.45 Uhr

Roter Tresen 14. Juli 2015, 20 Uhr, Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Beim Roten Tresen im Juli schauen wir gemeinsam zwei Filme von Tobias Kriele, die sich mit verschiedenen Aspekten der kubanischen Revolution befassen. In „Zucker & Salz“ erzählen vier Freundinnen aus den fünfzig Jahren ihrer gemeinsamen Freundschaft und geben so Einblicke in den Alltag von Frauen in Kuba seit den 1950er Jahren.

Der Protagonist des Films „Die Kraft der Schwachen“ ist Jorgito, ein junger Mann, der mit einer schweren Körperbehinderung auf die Welt gekommen ist. Im Film berichtet er über die Unterstützung, die er von Anfang an durch das kubanische Bildungs- und Gesundheitssystem erfahren hat. Durch diese und durch den Einsatz der Menschen in seiner Umgebung ist es ihm heute selbst möglich als angehender Journalist gesellschaftspolitisch aktiv zu sein und so daran mitzuwirken, die Errungenschaften der Revolution weiterzuentwickeln.

Der Eintritt ist wie immer kostenlos – im Anschluss an die Filme ist Zeit zum diskutieren oder ein Bier oder … kommt vorbei!

 

 

Kommunistische Partei Griechenlands: Nein zur den Memoranden der Regierung und der EU!

Als die griechische Regierung am 28. Juni sich überraschend aus den Verhandlungen mit den Gläubigern zurückzog und eine Volksabstimmung über die Annahme der Forderungen der Gläubiger ankündigte, war die Aufregung groß in den bürgerlichen Medien. Sogar von „Verrat“ war die Rede. Aber was will eigentlich die griechische Regierung aus „Linken“ (in Wirklichkeit Sozialdemokraten) und konservativen Nationalisten mit dem Referendum bezwecken? Eins ist das Referendum sicherlich nicht, nämlich eine souveräne Entscheidung des Volkes über seinen zukünftigen Entwicklungsweg. Ziel der Regierung ist es, die Verantwortung für den Bruch ihrer Wahlversprechen auf das Volk selbst abzuwälzen: Entscheidet sich eine Mehrheit für die Fortsetzung der barbarischen Verarmungspolitik, wie sich in Umfragen abzeichnet, kann niemand mehr die Regierung dafür verantwortlich machen; entscheidet sie sich dagegen, kann die Regierung die Abstimmung nutzen, um ihre eigenen Vorschläge – die ebenfalls auf weitere Verarmung und Zerstörung des Landes hinauslaufen – mit mehr Nachdruck zu vertreten.

Wie viel Wert der Regierung das Referendum ist zeigen auch das Angebot von Regierungs-Chef Alexis Tsipras das Referendum im Tausch gegen bestimmte Zusagen der Kreditgeber wieder abzusagen bzw. die Zusage Tsipras in einem erneuten Brief an IWF, EZB und Europäische Kommission nahezu alle Forderungen der Troika zu akzeptieren. Nur für die griechischen Inseln verlange man einen Abschlag von 30 Prozent auf die Mehrwertsteuer. Die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2022 soll nicht sofort, sondern erst im Oktober beginnen. Außerdem verlange Tsipras, dass eine „Solidaritätsgarantie“ für ärmere Rentner, die bis Ende 2019 gelten soll, moderater auslaufe als von den Gläubigern verlangt, so ein Bericht der Financial Times am 01.07.15.

Sowohl die Regierung wie auch die konservativen pro-EU-Medien setzen dabei auf eine Erpressungsstrategie: Das Volk soll sich für das (vermeintlich) kleinere Übel entscheiden, um das größere zu verhindern. Aber welches Übel das kleinere ist – die Vorgaben der EU oder die Pläne der Regierung und das Risiko, aus dem Euro zu fliegen – ist innerhalb der Herrschenden umstritten, weswegen die einen für die eine Option und die anderen für die andere Werbung machen. Klar ist, dass in allen Fällen das Volk die Rechnung zahlen wird: Ob durch weitere Rentenkürzungen, Steuererhöhungen und Privatisierungen oder durch die Währungsabwertung im Fall eines Euro-Austritts. Eine Lösung im Interesse der breiten Massen könnte es nur auf eine Weise geben: Durch Streichung aller Schulden, die nicht die Schulden des Volkes sind, sondern die der griechischen Banken, die die Regierungen mit Steuergeldern gerettet haben wie in Deutschland auch; sowie durch Austritt aus der EU und dem Euro – aber in Verbindung mit einer Machtübernahme des Volkes und Vergesellschaftung der wichtigsten Produktionsmittel. Das ist die Haltung der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) schon seit Anfang der Krise.

Die KKE lehnt die Erpressung durch das Referendum deshalb ab und fordert das Volk auf, sie mit einem ein doppelten Nein zu beantworten: Nein zu den Forderungen der EU-Institutionen, nein zu den Vorschlägen der Regierung. Ein entsprechender Antrag der KKE im Parlament, das Referendum um die Möglichkeit zu erweitern, die Vorschläge der Regierung abzulehnen und den Austritt aus der EU und dem Euro zu fordern, wurde gar nicht erst zur Abstimmung zugelassen. Damit hat die Regierung gezeigt, dass sie nicht wirklich dem Volk eine Wahl lassen will, sondern es vor eine Scheinalternative stellen will. Ob das Leben und die Zukunft der Menschen in Griechenland durch die EU oder eine „linke“ Regierung zerstört werden, spielt aber im Ergebnis kaum eine Rolle.

Auch in Deutschland setzt die Regierung alles daran, uns die Verluste der Banken & Konzerne bezahlen zu lassen: Kommunale Kürzungen, Sparen in der Bildung, Prekarisierung und Ausweitung des Niedriglohnsektors sind seit vielen Jahren Alltag in der BRD. Aber auch hier regt sich Widerstand, so z.B. bei der Tarifauseinandersetzung im Bereich Soziales und Erziehung: Die in diesen Bereichen Beschäftigten leiden unter nervenaufreibender Arbeit, niedrigen Löhnen und prekären Arbeitsverhältnisse. Sie haben sich aber entschlossen, gemeinsam dagegen zu kämpfen, für die Interessen der KollegInnen in der ganzen Branche. Der Kampf gegen Niedriglöhne, Hartz IV und die Solidarität mit Streikenden hier vor Ort ist auch die beste Unterstützung für die Opfer der kapitalistischen Krisenpolitik in Griechenland. Wer will, kann aber auch direkt helfen und Geld spenden an die griechische Gewerkschaftsfront PAME, die den Widerstand gegen die Konzerne, die Regierung und die EU organisiert (siehe dazu auch das Thema der aktuellen POSITION 4-15).

Eine Erklärung der AG Internationalismus der SDAJ

Das Spendenkonto lautet:

Empfänger: PAME
IBAN: GR1001101460000014676252191
BIC: ETHNGRAA
National Bank of Greece

Solidarität mit Sevinc Sönmez!

Gepostet am 22. Juni 2015 Allgemein

Wie die Junge Welt am 19. Juni berichtete, wird die Vorsitzende des Internationalen Jugend- und Kulturvereins Karlsruhe, Sevinc Sönmez, aus dem Umfeld der Neonazi-Bewegung Kargida/Widerstand Karlsruhe bedroht. Für uns ist klar: solche Bedrohungen richten sich vielleicht gegen Einzelne, aber gemeint sind alle AntifaschistInnen und AntirassistInnen. Wir solidarisieren uns mit Sevinc!

 

Am 8. Mai 2015 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Doch wie konnte es eigentlich zum Hitlerfaschismus kommen? Dieser Frage geht der sowjetische Filmemacher Mikhail Romm in seinem Dokumentarfilm „Der gewöhnliche Faschismus“ nach. Er kombiniert dazu original Filmmaterial aus Nazideutschland und aus den Beständen der Roten Armee mit persönlichen Kommentaren. Ziel des Films ist es einerseits die Wurzeln des Faschismus zu entlarven und gleichzeitig dessen verhängnissvollen Einfluss auf Millionen von Menschen deutlich zu machen. Auf künstlerische und teilweise ironische Weise sollen die grausamen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs besser begreiflich gemacht werden.

Roter Tresen – 12. Mai 2015 – 20 Uhr – Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Der Eintritt ist wie immer frei, nach der Veranstaltung gibt es Raum für Kaltgetränke, Diskussionen und Austausch.