Meister des Todes

25. Oktober 2016 – 20 Uhr

Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Im Oktober nehmen wir die schmutzigen Geschäfte von Heckler und Koch, einem Rüstungskonzern in Oberndorf, genauer unter die Lupe. Immer wieder bekräftigen bürgerliche Parteien das Ziel Rüstungsexporte einzuschränken. Tatsächlich wird heutzutage kaum noch irgendwo Krieg geführt, ohne dass nicht auch mit deutschen Waffen gemordet wird. Dies ist selbst der Fall, wenn aufgrund der Menschenrechtslage eigentlich keine Exportgenehmigung besteht. Doch wie kommen die Waffen in die Krisengebiete? Mit dieser Frage setzt sich der investigative Spielfilm „Meister des Todes“ (2015) unter der Regie von Daniel Harrich auseinander. Der Film erzählt die Geschichte von Heckler und Koch, die ein Embargo umgingen und Sturmgewehre nach Mexiko verkauften. Er basiert auf jahrelangen Recherchen und beleuchtet die Verstrickung deutscher Beamter aus diversen Ministerien.

Am 17. Juli 2016 jährt sich zum 80. Mal der Beginn des spanischen Bürgerkriegs. Im Juli 1936 putschte das Militär unter der Führung von General Francisco Franco gegen die Spanische Republik. Der Bürgerkrieg endete mit dem Sieg Francos und führte Spanien bis 1975 in eine faschistische Diktatur.
Der Konflikt erregte international großes Aufsehen und löste eine Welle der Solidarität mit den demokratischen Kräften der Spanischen Republik aus. Aus der ganzen Welt kamen über 40 000 Freiwillige nach Spanien und kämpften in den Internationalen Brigaden gegen den Faschismus und General Franco. Anlässlich dessen wird es bei unserem Roten Tresen im Juli einen Vortrag geben, der sich thematisch mit diesem historischen Ereignis beschäftigt und dabei besonders die Rolle Deutschlands in den Blick nimmt.

Eine Veranstaltungsreihe der SDAJ Tübingen, in Kooperation mit dem LAIKA Verlag und dem Club Voltaire

Dienstag, 14. Juni 2016, 20 Uhr Club Voltaire

30. September 1965: In Indonesien werden bei einem Putschversuch sechs Generäle getötet und der General Suharto setzt sich an die Spitze des Militärs. Für den Putsch wird allein die Kommunistische Partei Indonesiens (KPI) verantwortlich gemacht – eine Unterstellung, die nie bestätigt werden konnte. Während der Putschversuch einen Machtverlust des Präsidenten Sukarnos bedeutet, der 1967 dann abdankt, leitet er gleichzeitig die beispiellose Liquidierung der KPI ein: Ab Oktober 1965 werden innerhalb ca. eines Jahres tatsächliche und angebliche Mitglieder und SymphatisantInnen der KPI ermordet. Die Zahl der Opfer dieser Zeit, vom Militär zynisch als „Saison der Hackmesser“ bezeichnet, wird auf 500.000 bis 3 Millionen geschätzt. Während die KPI paralysiert ist und 1966 verboten wird, beginnt die drei Jahrzehnte lange Diktatur Suhartos.

Das Massaker selbst, die Ereignisse drumherum, die politischen Folgen, all dies ist kaum jemandem in Deutschland bekannt. Wir wollen beim Roten Tresen einen Überblick geben, mit Audio- und Videoaufnahmen und begleitenden Erklärungen.

Eintritt wie immer kostenlos – danach ist Zeit und Raum für Bier unbd Diskussionen. Kommt vorbei!

Die Bundeswehr hat nicht erst seit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 Nachwuchsprobleme, wer was anderes findet, geht nicht zu Bundeswehr. Aber die steuert gegen: sie lockt mit immer größeren millionenschweren Werbeetats, veranstaltet Adventure-Camps mit der BRAVO, wirbt in Schülermagazinen, und startete letztes Jahr eine neue Kampagne mit dem Motto: „Mach, was wirklich zählt:“. Was für die Bundeswehr aber wirklich zählt, schreibt sie selbst: letztendlich gehts um die Sicherung der Interessen der deutschen Banken und Konzerne, auch wenn das Krieg, Armut, Flucht bedeutet. Aber damit lässt sich schlechter rekrutieren als mit den falschen Versprechen von Abenteuer und Weltverbesserung.

Lena Sachs beschäftigt sich seit mehreren Jahren damit, wie die Bundeswehr Zustimmung zur Militarisierung organisiert und für sich selbst als angeblich toller Arbeitgeber wirbt. Im Anschluss an ihren Vortrag wollen wir uns darüber austauschen, wie wir uns der Bundeswehr entgegenstellen können.

10. Mai 2016 – 20 Uhr
Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Roter Tresen am 8. März 2016 // 20 Uhr // Club Voltaire

Der alltägliche Rassismus an den Supermarktkassen

Deutschland 1993: das neue Asylbewerberleistungsgesetz besagt, dass Asylsuchende in vielen Landkreisen kein Geld, sondern Gutscheinkarten erhalten, mit denen sie Lebensmittel kaufen können. Damit wird ihnen jegliche Form der Selbstbestimmung abgesprochen, jeder Einkauf wird zur Schikane.

Deutschland 2016: tausende Flüchtlinge werden unter untragbaren Umständen in Notunterkünften untergebracht. Abschiebungen sind so weit standardisiert, dass sie innerhalb weniger Stunden durchgeführt werden können. Die Festung Europa schottet sich ab, jeden Tag sterben Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend an den EU-Außengrenzen.

Wir wollen beim Roten Tresen im März den Film „Der alltägliche Rassismus an den Supermarktkassen“ zum Ausgangspunkt nehmen und mit euch über die aktuelle Außen- und Flüchtlingspolitik der BRD diskutieren.

Roter Tresen // 12. Januar 2016 // 20 Uhr // Club Voltaire (Haaggasse 26b, 72070 Tübingen)

The Revolution will not be televised – Staatsstreich in Venezuela

Im April 2002 – 4 Jahre nach dem Amtsantritt von Hugo Chavez – putscht die rechte Opposition in Venzuela. Chavez wird verschleppt und ein Kampf um die Macht entbrennt. Ein irisches Filmteam wird ungeplant in die Ereignisse verwickelt, lässt Vertreter beider Seiten zu Wort kommen und nimmt insbesondere die Rolle der Medien kritisch unter die Lupe. Dank massenhaftem Protest aus dem Volk hält sich die Putschregierung nur wenige Tage. Mit dem Sieg der rechten Opposition bei den Wahlen am 6.12.2015 scheint die Unterstützung für die Regierung der bolivarischen Revolution verschwunden zu sein. Während sich bürgerliche Medien über das Ende der „Diktatur“ Maduros freuen, wird meist verschwiegen wofür die rechten Kräfte in Venezuela standen und stehen: Massenarmut, Zugang zu Schule und Gesundheitsversorgung nur für wenige, sowie Putschversuche, Sabotageakte und Morde. Wir wollen diskutieren warum die bolivarische Regierung von Anfang an massiv angegriffen und von innen wie außen destabilisiert wurde und welche Perspektiven es für die venezolanische Linke nach der Wahlniederlage gibt.

„Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland“

Lesung beim ROTEN TRESEN // Di, 8. Dezember 2015, 20 Uhr //  Club Voltaire, Haaggasse 26b

„Die umfassendste, die beeindruckendste, aber auch die bewegendste Darstellung des deutschen kommunistischen Widerstands“ gegen die Nazis (Peter Gingold) stammt von einem britischen Historiker. Allan Merson (1916-1995), nach dem 2. Weltkrieg britischer Besatzungsoffizier in Deutschland, zuletzt Professor an der Universität Southampton, Mitglied der Kommunistischen Partei Großbritanniens (CPGB), veröffentlichte sie 1985. Er stellte nicht nur den damaligen Erkenntnisstand nüchtern und präzise dar, sondern interviewte auch Zeitzeugen und forschte in Archiven in Düsseldorf und in der damaligen DDR. Unverständlicherweise wurde dieses wichtige Buch erst 1999 in deutscher Sprache herausgebracht. Lothar Letsche, einer der Übersetzer, aktiv in der VVN-BdA und der DKP, stellt es vor.

Kommt vorbei!

Roter Tresen 14. Juli 2015, 20 Uhr, Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Beim Roten Tresen im Juli schauen wir gemeinsam zwei Filme von Tobias Kriele, die sich mit verschiedenen Aspekten der kubanischen Revolution befassen. In „Zucker & Salz“ erzählen vier Freundinnen aus den fünfzig Jahren ihrer gemeinsamen Freundschaft und geben so Einblicke in den Alltag von Frauen in Kuba seit den 1950er Jahren.

Der Protagonist des Films „Die Kraft der Schwachen“ ist Jorgito, ein junger Mann, der mit einer schweren Körperbehinderung auf die Welt gekommen ist. Im Film berichtet er über die Unterstützung, die er von Anfang an durch das kubanische Bildungs- und Gesundheitssystem erfahren hat. Durch diese und durch den Einsatz der Menschen in seiner Umgebung ist es ihm heute selbst möglich als angehender Journalist gesellschaftspolitisch aktiv zu sein und so daran mitzuwirken, die Errungenschaften der Revolution weiterzuentwickeln.

Der Eintritt ist wie immer kostenlos – im Anschluss an die Filme ist Zeit zum diskutieren oder ein Bier oder … kommt vorbei!

 

 

Am 8. Mai 2015 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Doch wie konnte es eigentlich zum Hitlerfaschismus kommen? Dieser Frage geht der sowjetische Filmemacher Mikhail Romm in seinem Dokumentarfilm „Der gewöhnliche Faschismus“ nach. Er kombiniert dazu original Filmmaterial aus Nazideutschland und aus den Beständen der Roten Armee mit persönlichen Kommentaren. Ziel des Films ist es einerseits die Wurzeln des Faschismus zu entlarven und gleichzeitig dessen verhängnissvollen Einfluss auf Millionen von Menschen deutlich zu machen. Auf künstlerische und teilweise ironische Weise sollen die grausamen Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs besser begreiflich gemacht werden.

Roter Tresen – 12. Mai 2015 – 20 Uhr – Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Der Eintritt ist wie immer frei, nach der Veranstaltung gibt es Raum für Kaltgetränke, Diskussionen und Austausch.

Roter Tresen – 12. Mai 2015 – 20 Uhr – Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Im Sommer 2015 trifft sich eine erwählte Elite von Industriestaaten – namentlich Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA – in Deutschland, genauer: im Schloss Elmau in Oberbayern. Auch nachdem Russland letztes Jahr wieder aus dem erlauchten Zirkel gekickt und aus dem G8- wieder der G7-Gipfel wurde bleibt die Ausrichtung erhalten: Diskutiert wird die Umgestaltung der Welt im Interesse der Herrschenden, natürlich unter dem Deckmantel der „Probleme der Welt“. Jürgen Wagner (IMI) wird beim Roten Tresen die aktuelle Rolle des deutschen Imperialismus darlegen und die Stoßrichtung „Neue Macht – Neue Verantwortung“ analysieren. Außerdem werden wir euch über die Planung zu den Protesten gegen den G7-Gipfel informieren.

 

Der Eintritt ist wie immer frei, nach der Veranstaltung gibt es Raum für Kaltgetränke, Diskussionen und Austausch.

kontakt@tuebingen.sdaj-bawue.de