12108766_923401257731643_2760117078747799864_nLeute! Der Rote Tresen in Tübingen startet wieder und wir steigen mit drei ziemlich nicen Veranstaltungen ein, zu Griechenland (Oktober), zur Wohnungsfrage (November) und zu kommunistischem Widerstand in Nazideutschland (Dezember). Los gehts mit dem Erfahrungsbericht aus Griechenland nächsten Dienstag im ‪#‎Epplehaus‬. Kommt vorbei!

Griechenland in der Krise – 20. Oktober, 20 Uhr, Epplehaus

Die griechische Finanzkrise führte in den letzten Jahren zu einer massiven Verelendung der griechischen Bevölkerung. Der Januarwahlsieg von SYRIZA in Griechenland, der für Aufregung sorgte und Teile der deutschen Linken in einem Freuden- und Hoffnungstaumel hinterließ, hat daran rein gar nichts geändert – im Gegenteil. Im September 2015 haben wir uns in einer Delegation von gut zwanzig Genoss_innen auf nach Athen gemacht, um zu erkunden, wie sich griechische Schüler_innen, Auszubildende und Studierende im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung organisieren. Wir haben Aktivistinnen der kämpferischen Frauenbewegung getroffen, Erfahrungen mit der Studierendenfront ausgetauscht und mit der Kommunistischen Jugend Griechenlands diskutiert und demonstriert. Bei der Veranstaltung wollen wir euch Ausschnitte der Reise zugänglich machen und mit euch darüber diskutieren, was von den Kämpfen in Griechenland zu lernen ist.

Entwickelt-7145 verpixelt - KopieSeit Wochen häufen sich in Deutschland die Meldungen über brennende Flüchtlingsunterkünfte. Gestern hat es die Containerunterkunft in Rottenburg getroffen. Bisher lautet die offizielle Formel: „Brandursache noch unbekannt“. Ein gezielter rassistischer Anschlag ist nicht auszuschließen.

Die Menschen, die auf der Flucht aus ihren Heimatländern zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken, fliehen vor deutschen Waffen und den Kriegen, die nicht zuletzt auch für deutsche Konzerninteressen vom Zaun gebrochen werden. „Wir fliehen, weil ihr unsere Länder zerstört“, lautet eine Parole der Refugee-Proteste…

Unsere Solidarität gilt allen Geflüchteten und allen Opfern rechter Gewalt!

Refugees welcome!

Die Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen ruft zu einer Demo in Rottenburg auf, die wir unterstützen.

Datum: 08.09.2015
Beginn: 19.00Uhr
Ort: Rottenburg Bahnhof-Vorplatz/ZOB

Zugtreffpunkt:
Tübingen, HBF, 18.20 Uhr

Als SDAJ haben auch wir uns am Antikriegstag in Tübingen beteiligt. Rund
300 Teilnehmer hatten sich am Samstag, den 29.08., auf dem Holzmarkt
versammelt um gegen die wachsende Kriegsgefahr und die Einsätze der
Bundeswehr zu demonstrieren. Mit einem Die-In haben wir auf die Folgen
der Kriegspolitik hingewiesen und deutlich gemacht, dass die mörderische
Jagd nach Profit Tod und Leichen mit sich bringt. In unserem Redebeitrag
haben wir auf die Rolle des deutschen Imperialismus in den Konflikten in
aller Welt hingewiesen und deutlich gemacht, dass der beste Kampf gegen
die zunehmende Militarisierung der Kampf für unsere Interessen in
Schule, Uni und Betrieb ist. Einen kleinen Eindruck bekommt ihr über
unsere Bilder und Videos.
Antikriegstag Aktion

tue_header_wernichtfeiert2Komm am 9. Mai zur Befreiungsparty in die Rotheburg (Schloßbergstraße 23)!

Wir feiern 70 Jahre Befreiung von Faschismus und Krieg. Alle Erlöse der Party kommen der antifaschistischen Arbeit in Tübingen und Region zugute.

Musik: Jalava (Tübingen) electroswing – global bass – balkan beats // Vilka (Göttingen) house – techhouse – techno // Special guests finest electronic music

Facebook: Wer nicht feiert hat verloren!

OTFR 8 Mai_Farbraster_front_smallDATUM: Freitag, 08. Mai 2015
ZEIT: 16:30 UHR
ORT: Tübingen, Europaplatz ( HBF)

Und am Tag danach: Befreiungsparty in der Rothenburg, denn: Wer nicht feiert hat verloren!

Aufruf des Offenen Treffens gegen Faschismus und Rassismus (OTFR) Tübingen:

Was war eigentlich am 8. Mai 1945?

Vor 70 Jahren besiegten die KämpferInnen der Westalliierten, der Roten Armee und verschiedener Partisaneneinheiten das faschistische Nazi-Deutschland und beendeten damit den Zweiten Weltkrieg. Der Krieg der Nazis und die Vernichtungsmaschine ihrer Konzentrationslager kostete über 55 Millionen Menschen das Leben. Deshalb gedenken wir jedes Jahr am 8. Mai allen Opfern des Faschismus und danken den BefreierInnen.

Was war danach?

In der Nachkriegszeit war der 8. Mai für viele Menschen in der BRD kein Grund zum Feiern, sondern ein Tag der „Niederlage“. Viele alte Nazis konnten ihre Posten in der Politik und den Institutionen behalten und halfen dabei, den neuen Staat aufzubauen. In Schulen, Unis und Behörden konnten sie weiterhin ungehindert Rassismus und Antikommunismus verbreiten. Im Gegensatz dazu wurden AntifaschistInnen vom Staat verfolgt und unterdrückt (Berufsverbote und KPD-Verbot).

Und heute?

Auch heute können sich in Deutschland Rassisten, Nazis und Nationalisten fast ungestört organisieren (NSU, NPD, AfD, Pegida). Rund 200 Tote durch rechte Gewalt seit der Wiedervereinigung sprechen eine deutliche Sprache. Übergriffe auf MigrantInnen und Andersdenkende sind keine Seltenheit. In Rottenburg wurden vor wenigen Monaten zwei Flüchtlingsfrauen von stadtbekannten Nazis angegriffen und verletzt.

Daran sieht man, Rassismus und Faschismus sind nicht nur ein Problem der Vergangenheit. Deshalb ist es auch heute noch wichtig, dass wir die Geschichte nicht vergessen und uns gemeinsam gegen Nazis organisieren.

Deshalb komm zur Demo am Tag der Befreiung! Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

www.otfr.blogsport.de

Bundeswehr Werbestand bei der Für die Familie Messe in Tübingen – Flyer-Aktion gegen das Werben fürs Sterben – Keinen öffentlichen Raum dem Militarismus! – Imperialismus und Kriegshetze entgegentreten, in Tübingen und überall!

Vom 28. Februar bis zum 8. März findet auf dem Festplatz hinter der Paul-Horn-Arena in Tübingen wie jedes Jahr die FdF (die „Messe für die Familie“) statt. Wie immer stellen hier zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Mode, Bauen, Einrichtung, Wellness etc. ihre Waren und Dienstleistungen zur Schau, die das Leben der schwäbischen Kleinfamilie besser, schöner, gesünder und noch idyllischer machen sollen. So weit, so langweilig.

Neu auf der Messe ist der diesjährige „special guest“: Die Bundeswehr. Deshalb fand sich am Sonntag den 1. März auch eine Gruppe junger SDAJlerInnen vor dem Messeeingang ein, um mit einem Transparent und Flugblättern die MessebesucherInnen über die Bundeswehr, ihre aktuelle Propagandaoffensive und ihre Rolle in der Gesellschaft zu informieren. Es dauerte keine zehn Minuten, da tauchte auch schon das mehrköpfige Security-Team einer privaten Sicherheitsfirma auf, um uns des Platzes zu verweisen und uns mit der Polizei zu drohen. Die lächerlichen Einschüchterungsversuche gingen sogar so weit, dass uns angedroht wurde, die Security würde die Soldaten vom Messestand zur Hilfe holen, sollten wir uns weigern, freiwillig zu gehen, die wüssten dann schon, „wie mit uns umzugehen sei“. Es wäre zumindest nicht das erste Mal gewesen, dass Jugendoffiziere oder Feldjäger gegenüber AntimilitaristInnen handgreiflich werden.

Das einzig Gute an der Sache: Die Messe kostet satte 9 Euro Eintritt und ist zudem so spießig und langweilig, dass sich sowieso kaum Jugendliche auf das Gelände verirren. Beunruhigend bleibt trotzdem, dass die Bundeswehr sich mittlerweile offenbar keine Gelegenheit mehr nehmen lässt, öffentlich die Normalisierung von Krieg und der Militarisierung der Gesellschaft voran zu treiben.

collage_smallMit ihrem Messestand verfolgt die Bundeswehr – ganz im Sinne des niegelnagelneuen „Gesetzes zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr“ von Kriegsministerin Ursula von der Leyen – das Ziel, den Messebesuchern einzureden, dass auch der deutsche Militarismus sich die größte Mühe gibt, die Welt besser, schöner, gesünder und idyllischer zu machen. In insgesamt 14 Auslandseinsätzen trägt die deutsche Armee heute mit Bomben, Panzern und „schnellen Eingreiftruppen“ dazu bei, den Globus angeblich sicherer zu machen und den Weg für Frauenrechte und Demokratie frei zu schießen. In Wirklichkeit aber geht es der großen Mehrheit der Menschen in Ländern wie Afghanistan, denen die NATO und ihre Tötungsmaschine einmal „geholfen“ hat, ganz und gar nicht besser, denn Krieg bringt immer vor allem Tod, Zerstörung und Vertreibung – egal ob angeblich im Namen der Menschenrechte oder auch ganz offen für die Verteidigung „deutscher Interessen“.

Ganz besonders interessiert sich die Bundeswehr bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit für Jugendliche, auf die sie als Nachwuchs und Kanonenfutter angewiesen ist. Seit der Abschaffung der Wehrpflicht bedarf es nämlich aktiver Überzeugungsarbeit, um jungen Menschen die Karriere beim nun vermeintlich „ganz normalen Arbeitgeber“ Militär schmackhaft zu machen. Und dabei zieht die Bundeswehr alle Register: ob Werbespots im Fernsehen, sportlich-hippe Anzeigen in der Bravo oder Schulbesuche in Uniform. Wenn es darum geht, den Nachwuchs für die militärische Durchsetzung der deutschen Großmachtbestrebungen in der Welt zu rekrutieren, werden weder Kosten noch mühen gescheut. Und bei der Rekrutierung zukünftiger SoldatInnen kommt den Jugendoffizieren die prekäre Lage natürlich sehr zu Gute, mit der viele Jugendliche im Kapitalismus zu kämpfen haben: Fehlende Ausbildungsplätze, schlechte Vergütung, unsichere Übernahme, Jugendarbeitslosigkeit und ein BAföG, von dem man in vielen Städten kaum leben kann, lassen die Option Militär nicht wenigen jungen Menschen als möglichen Ausweg aus ihrer Perspektivlosigkeit erscheinen.

Um der Bundeswehr in ihrer Propagandaoffensive dabei in die Parade zu grätschen, haben wir es uns als junge KommunistInnen zur Aufgabe gemacht, keinen öffentlichen Auftritt der Bundeswehr ungestört über die Bühne gehen zu lassen. Ob durch Flyer- und Transpi-Aktionen, Blockaden, Kundgebungen oder Demos – bundeswehrfreie Zonen schaffen ist und bleibt Handarbeit. Dabei geht es uns vor allem darum, so vielen Jugendlichen wie möglich deutlich zu machen, dass es weder in ihrem noch im Interesse der gesamten Arbeiterklasse liegen kann, für die Profite der deutschen Banken und Konzerne irgendwo auf der Welt, sei es in Afghanistan oder am Horn von Afrika, auf andere Menschen zu schießen oder selbst das Risiko einzugehen, traumatisiert, verwundet oder sogar getötet zu werden. Stattdessen sollten wir uns lieber mit jenen Menschen verbünden, die in vielen Teilen der Welt den Angriffen des deutschen Imperialismus ausgesetzt sind, die täglich unter Armut und Zerstörung leiden oder sogar aus ihrer Heimat flüchten müssen, um mit ihnen gemeinsam gegen den Kapitalismus und für eine bessere Welt zu kämpfen!

Hoch die internationale Solidarität!

Bundeswehr raus aus den Köpfen, raus aus allen besetzten Gebieten!

Wir sind gestern (5. Januar 2015) mit rund 8000 Menschen gegen die rassistische Pegida-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) auf die Straße gegangen. Die Kundgebung auf dem Schlossplatz wurde vom Verein „Die AnStifter“ präventiv auf den Verdacht hin organisiert, dass ein Pegida-Ableger in Stuttgart an diesem Tag das erste Mal ihren gequirlten Schwachsinn von sich geben könnte. Dazu kam es wohl nicht: Auf der Kundgebung selber scheinen keine erkennbaren Anhänger der islamfeindlichen Bewegung anwesend gewesen zu sein und von einer Kundgebung oder Demonstration anderswo in Stuttgart war auch nichts zu hören.

Zunächst einmal ist es erfreulich, dass derartige menschenverachtende Ideologien sich in den Straßen Stuttgarts kein Gehör verschaffen konnten. Der gestrige Protest offenbarte allerdings auch einige Schwächen – was bei dem Spektrum der RednerInnen eigentlich auch nicht überrascht. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der Pfarrer Eberhard Schwarz von der Stuttgarter Hospitalkirche und die Landesvorsitzende der GEW appellierten vor allem an das Mitgefühl für Asylsuchende, forderten ein „Zeichen für eine Kultur des Helfens gegen Fremdenfeindlichkeit“ und wollten den „Glauben“ der Flüchtenden an das „demokratische Deutschland“ sowie die „Menschenrechte“ festigen. Nebenbei wurden die dezentralen Stuttgarter Asyleinrichtungen hochgelobt (über deren Zustand wir selbst zu wenig wissen um ihn beurteilen zu können) und fast war vergessen, was eigentlich das Problem war – achja: Diese Pegida. Die wurde zumeist auf folgende Art und Weise gedeutet: Nicht alle von ihnen seien Nazis, manche seien auch „frustriert“, hätten „Abstiegsängste“ (Kuhn) oder hegten „Zukunftsängste“ die zum Teil auch „berechtigt“ seien (Schwarz). Da ist natürlich was dran – und doch bleibt es in dieser Kurzfassung falsch, denn eine eigentliche Erklärung liefert es nicht. Ebensowenig lässt sich die Dummheit der Anhänger für das Phänomen Pegida herbeiziehen – wobei wir ja durchaus den Eindruck haben, dass sie hier und da auch nachhilft. Letzten Endes hätten die RednerInnen stattdessen die gesellschaftlichen Gründe für Pegida benennen müssen, und daran scheitern sie notwendigerweise. Eine Begründung könnte ansetzen bei den Hartz IV Reformen, die einen Teil der von der Arbeiterbewegung erkämpften sozialen Errungenschaften rückgängig gemacht haben und die soziale Absicherung von Millionen von Menschen pulverisierten. Eine Begründung könnte auch bei der rassistischen Hetze von Angela Merkel & Co gegen die Bevölkerungen Griechenlands, Italiens oder Portugals anfangen und fortschreiten zu den Mechanismen, mittels derer Deutschland seine imperialistischen Interessen in der EU und weltweit durchdrückt. Oder aber eine Begründung könnte damit beginnen, dass im Mittelmeer jedes Jahr mehrere Tausend Menschen ertrinken während die EU einen Friedensnobelpreis entgegennimmt: Wir hören immer wieder, wie toll Europa ist und dass Europa eine starke Stellung in der Welt einnehmen muss – müssen wir uns dann wundern, wenn selbsternannte „patriotische Europäer“ auf die Straße gehen? Die Freiheit, die Menschenwürde und der Schutz des Individuums, an welche gestern auf dem Schlossplatz unermüdlich appelliert wurde, dies alles existiert im eigentlichen Sinne nur für einen kleinen Teil aller Menschen in Europa. Letzten Endes sind es die Profitinteressen des Kapitals welche dafür sorgen, dass Rassismus und Nationalismus gedeihen können. Der Kapitalismus leistet diesen Ideologien Vorschub, denn sie spalten die Arbeiterklasse und rechtfertigen die Ausbeutung anderer Völker. Eine größtenteils bürgerliche Kundgebung wie die gestrige wird wohl eher nicht zu einer solchen Ansicht gelangen. Einen kleinen Lichtblick stellte gegen Ende der Kundgebung zumindest noch Andreas Lindner vom Flüchtlingsrat dar.

Wir werden in jedem Fall auch in Zukunft gegen Pegida, Nazidemos und alle anderen rechten Umtriebe auf die Straße gehen. Wir tun dies nicht nur, um die rassistische Grundstimmung zu drosseln und das Leben für alldiejenigen zumindest ein wenig erträglicher zu machen, die dem Alltagsrassismus und oft genug auch körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. Wir tun dies in unserem eigenen Interesse: Eine kapitalistische Gesellschaft wird nie eine freie Gesellschaft sein, aber immer auf Ausbeutung und Unterdrückung beruhen. Nur gemeinsam werden wir den Kapitalismus überwinden!

Gerhard Bialas (DKP) bei der Einweihung der ersten Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers.

### Kostenlos mitfahren! ### Kostenlos mitfahren! ### Kostenlos mitfahren! ###

In Natzweilers Außenlager „K. L. Hailfingen”, 40 km südwestlich von Stuttgart, mussten 601 jüdische Häftlinge einen Militärflugplatz ausbauen. Aufgrund menschenfeindlicher Lebensbedingungen starb fast ein Drittel der Häftlinge innerhalb der nur drei Monate, die das Lager um die Jahreswende 1944/45 existierte.

Wie auch bei vielen anderen kleineren Konzentrationslagern wurde die Existenz des Außenlagers Hailfingen jahrzehntelang fast völlig verdrängt. Erst 1986 wurde eine offizielle „Gedenkstätte” eingeweiht: Drei Steine auf dem Tailfinger Friedhof. Auf eine informative Inschrift wurde dabei bewusst verzichtet. Bis heute stößt Gedenken gelegentlich auf Widerstand – eine Hinweistafel am Ort des Lagers durfte bislang nicht angebracht werden.
Dass seit 2010 die Gedenkstätte in Tailfingen und das Mahnmal zwischen Hailfingen und Tailfingen existieren, ist dem Durchhaltevermögen einiger Aktivist_innen zu verdanken, die sich in einem zähen Kampf über viele Jahre hinweg für einen würdigen Gedenkort einsetzten.

Das Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und Region lädt zum gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte und des Mahnmals in Tailfingen-Gäulfelden ein.

Datum: Sonntag 26.10.2014 // Zugtreffpunkt: 13:30 Uhr am Tübinger Hauptbahnhof

Die geführte Besichtigung des Dokumentationszentrums ist kostenlos. Wir werden voraussichtlich um 19:12 Uhr wieder am Tübinger Hauptbahnhof ankommen.

Macht mit im Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus!

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Göppingen OTFR.jpgRedebeitrag der SDAJ, gehalten auf der antifaschistischen Demo am 11. Oktober 2014 in Göppingen.

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

Genossinnen und Genossen,

seit der Entstehung der ersten faschistischen Bewegungen haben sich diese immer versucht als Revolutionäre, als vermeintliche Gegner der bürgerlichen Herrschaft und des kapitalistischen Systems zu inszenieren. Das ist bis heute so geblieben. Die Autonomen Nationalisten Göppingen schreiben über sich selbst, sie seien gegen die egoistische „Konsumgesellschaft“ und den „Kapitalismus“ und hätten „die Schnauze voll von diesem System, [das] das deutsche Volk ständig ausbeutet“. Sie beklagen außerdem die hohe Arbeitslosigkeit oder die Staatsverschuldung. Glaubt man den ANs, so kämpfen sie nicht nur für eine „nationale“, sondern angeblich auch für eine „soziale“ Revolution. Sind die Nazis also in Wirklichkeit auch Antikapitalisten wie wir? Kämpfen sie etwa für die Interessen der großen Mehrheit der Menschen und gegen die Interessen der Banken und Konzerne? Wollen die Nazis etwa auch eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg? Weit gefehlt! – aber was genau ist eigentlich falsch am vermeintlichen Antikapitalismus der Faschisten?

So sehr sich die Autonomen Nationalisten Göppingen auch darum bemühen, sich als antikapitalistische Kraft zu präsentieren, ihre Propaganda zielt nicht etwa auf den konsequenten Kampf aller Lohnabhängigen gegen das Kapital, sondern auf die Spaltung der Arbeiterklasse in “Ausländer” und “Deutsche”. Auf ihrer Internetseite beklagen sie z.B. die angeblich ansteigende Jugendkriminalität, betonen dabei aber, diese ginge angeblich besonders von „ausländischen Jugendlichen“ aus. Hier sind sich die Propaganda der Bildzeitung, die bürgerlichen Parteien und die ach so „systemkritischen“ Autonomen Nationalisten plötzlich auf wundersame Weise einig.

Am Kapitalismus kritisieren die Neonazis nicht etwa, dass er alle lohnabhängigen Menschen ausbeutet, egal ob sie einen deutschen Pass haben oder nicht, sondern sie stören sich vor allem daran, dass der Kapitalismus angeblich die „Grenzen zwischen den Völkern auflöst“ und in die „Multikulti-Gesellschaft“ führt. Glaubt man den Autonomen Nationalisten also, dann ist das Problem nicht etwa der Kapitalismus selbst, sondern das Problem sind die Migrationsbewegungen, die er erzeugt – als Sündenböcke müssen die MigrantInnen herhalten, die auf der Flucht vor dem Elend und der Armut, die der Imperialismus erst hervorgebracht hat, ihre Heimatländer verlassen.

Damit spielt die Hetze der Nazis den deutschen Banken und Konzernen direkt in die Hände und schwächt den Widerstand der Lohnabhängigen. Wenn den Menschen eingeredet wird, nicht die deutschen Monopole, sondern ihre türkischen Kollegen, ihre griechischen Nachbarn oder ihre KommilitonInnen aus dem Iran seien Schuld an der fortschreitenden Prekarisierung, an Leiharbeit, Lehrstellenmangel, Massenarbeitslosigkeit, Hartz 4 oder der Krise, dann bekämpfen sie sich gegenseitig, anstatt sich solidarisch gegen den gemeinsamen Gegner zu wehren. Wie wichtig diese Solidarität ist zeigt sich ganz praktisch in konkreten Arbeitskämpfen. Nicht weit von hier, in Geislingen, drohen Hunderte von WMF-Arbeiterinnen und Arbeitern ihre Stellen zu verlieren, weil der Investor Teile des Werks schließen und dadurch seine Profite maximieren will. Wenn die Belegschaft nicht zusammenhält, wenn sie sich spalten lässt in Kernbelegschaft und Leiharbeiter, Jugendliche und Erwachsene oder in „Deutsche“ und „Ausländer“, dann wird sie diesen Kampf nicht gewinnen können – zwar werden migrantische Kolleginnen, Leiharbeiter und Jugendliche oft als erste gefeuert, wenn sich die Kapitalseite durchsetzt wird die Niederlage letztlich aber alle betreffen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund. Die Kolleginnen und Kollegen bei WMF können ihre Interessen gegen die des Kapitals nur dann behaupten, wenn sie als Klasse zusammen kämpfen.

Indem die Nazis den Frust und den Ärger der Leute auf die schwächsten und am meisten ausgebeuteten Menschen in unserer Gesellschaft umlenken, zum Beispiel Arbeitslose, Flüchtlinge oder sogenannte “Pleitegriechen”, vertuschen sie die wahren Ursachen für unsere Probleme. Schuld an Arbeitslosigkeit, fehlenden Ausbildungsplätzen, miesen Löhnen, Wohnungsnot, Kinderarmut und maroden Bildungseinrichtungen sind nicht etwa die Arbeitslosen selbst oder gar die Flüchtlinge, sondern schuld ist der Kapitalismus, der fortwährend Kriege, Krisen und Armut hervorbringt. Deshalb dürfen wir uns nicht spalten lassen. Eine bessere Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung können wir uns nur gemeinsam erkämpfen, Seite an Seite mit der Arbeiterklasse aller Länder.

In Wirklichkeit verläuft die Grenze nicht zwischen den Völkern und Nationen, sondern zwischen oben und unten, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten – zwischen den Klassen. Es gibt also viele gute Gründe, Nazis gemeinsam und solidarisch zu bekämpfen: Im Kampf für unsere Interessen und für ein besseres Leben stehen sie nicht auf unserer Seite, sondern auf der Seite unserer Gegner. Ihre Propaganda versucht uns zu spalten und lenkt von den wirklichen Problemen ab – damit nützt sie den Herrschenden. Deshalb geht der Kampf gegen Faschismus und Rassismus auch nicht nur jene etwas an, die direkt von der Bedrohung und Einschüchterung durch die Nazis betroffen sind, sondern es ist im Interesse der gesamten Arbeiterklasse, faschistische Einflüsse zu bekämpfen und zurück zu drängen. Die Nazis sind nicht gegen “das System”, sondern sie helfen den herrschenden dabei, es gegen unseren Widerstand zu verteidigen.

Deshalb bekämpfen wir als Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend gemeinsam mit unseren GenossInnen von der DIDF-Jugend und mit allen antifaschistischen Jugendlichen gegen Nazis in Schulen, Betrieben und auf der Straße!

Dran Bleiben! Gemeinsam kämpfen gegen Faschismus und Rassismus! Hoch die internationale Solidarität!

Pfingsthütte_front_small“Gemeinsam lernen, kämpfen, feiern…!”

Liebe FreundInnen, GenossInnen und Menschen, die eins von beidem oder beides noch werden wollen,

hiermit laden wir euch zu unserer Pfingsthütte 2014 ein! Gemeinsam wollen wir vom 06.06. – 09.06. im wunderschönen Mörtelstein bei Heilbronn lernen und feiern, spannend diskutieren und für Demos trainieren. Freut euch auf ein ausgefeiltes Programm, welches uns mit Theorie und Praxis Workshops als Verband inhaltlich weiter bringen und gleichzeitig viele Möglichkeiten des Kennenlernes und des gemeinsamen Feierns beinhalten wird.

Den Programmflyer als pdf findet ihr hier: Pfingsthütte 2014

Viele freie Plätze gibt es leider nicht mehr, trotzdem ist es für Anmeldungen noch nicht zu spät. Einfach eine mail mit dem Betreff “Pfingsthütte 2014″ an info[at]sdaj-bawue.de schicken – alle weiteren Infos zur Anreise etc. bekommt ihr dann sofort von uns.

Kosten:
Der Teilnahmebeitrag beläuft sich momentan auf 25 Euro. Darin enthalten ist die Hütte und die Verpflegung für das ganze Wochenende. Desweiteren wollen wir eine Fahrtkostenumlage machen – damit alle, egal von wo sie anreisen, die gleichen Kosten für das Wochenende haben. Selbstverständlich hängt die Teilnahme an der Pfingshütte nicht vom Geldbeutel ab – d.h. sprecht in euren Gruppen mit den Leuten, die sich finanziell nicht in der Lage sehen die Kosten zu tragen und überlegt gemeinsam, wie ihr das Geld als Gruppe trotzdem aufbringen könnt.

Also: einfach gute Laune und etwas Bedruckbares (T-Shirt, Tasche etc. für Siebdruck) mitbringen – Wir freuen uns jedenfalls auf ein großartiges Wochenende mit Mampf, Kampf und Freizeit mit euch!

In diesem Sinne: Friede den Hütten – Krieg den Palästen!

Eure SDAJ Baden-Württemberg