IMG_0394_smallAm Mittwoch den 18. Juni haben wir mit einer „Outing“-Aktion in der Tübinger Altstadt auf die katastrophalen Zustände in den Wohnheimen des Uniklinikums und die schlechten Arbeitsbedingungen der Auszubildenden aufmerksam gemacht.

Hier gibt’s unsere Kleinzeitung zum Outing als pdf. zum Download.

„Wir lassen das Wasser erstmal eine Viertelstunde lang laufen, damit sie sich von der braunen Brühe zu klarem Wasser verwandelt“, so beschreibt eine junge Auszubildende ihren alläglichen Morgen. Aber nicht nur dreckiges Wasser, sondern auch eine mögliche Legionellenbelastung stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Azubis dar. Und nicht nur das: Im Winter bilden sich „Eiszapfen in den Fenstern“ und ohne ein zusätzliches Heizgerät kommt man nicht aus. Dieses baufällige Gebäude wurde inzwischen von Mitgliedern des Landtages besucht, jedoch hat sich an der Lage selbst noch nichts geändert. Auch eine Camping-Aktion der BewohnerInnen fand in den letzten Tagen statt. Um ein Zeichen gegen die unzumutbaren Zustände in den Wohnheimen zu setzen, wollen wir sie plakativ aufdecken, und so ein Bewusstsein dafür schaffen, dass trotz schwarzer Zahlen am Uniklinikum die Wohnsituation der eigenen MitarbeiterInnen nach wie vor miserabel ist.

Aber nicht nur die Wohnungslage ist miserabel, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Azubis: Eine bessere Anleitung in der Praxis, weniger Überstunden und eine bessere Vergütung wünschen sie sich. Diese Forderungen formulierten sie auch lautstark beim letzten Warnstreik am Uniklinikum, bei dem sie gemeinsam mit einem großen Teil der Belegschaft für ihre Interessen eintraten. Trotzdem sind die Forderungen der Azubis bei den letzten Tarifverhandlungen fast vollständig unter den Tisch gefallen – ein weiterer Grund, sie noch einmal zu thematisieren Solche Zustände sind kein Einzelfall, sondern der Regelfall an deutschen Kliniken.

Letzten Endes kommt es aber darauf an, dass die Belegschaft des Uniklinikums sich in den Auseinandersetzung mit der Klinikumsleitung nicht spalten lässt und in Zukunft noch kämpferischer und hartnäckiger für ihre Forderungen eintritt! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen einen Beitrag leisten.

 Das Outing reiht sich in usnere Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die miserablen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Arbeiterjugend in Deutschland aufzudecken und zu skandalisieren. Als konkretes Ziel fordern wir daher ein Ausbildungsgesetz.

Anlässlich der Tarifkämpfe an den Kliniken ist ein RiseUp-EXTRABLATT erschienen. Einfach auf das Cover klicken und pdf-Version downloaden.kleinzeitung_extra_3rd-1

Jugendblock_headerDie SDAJ Tübingen unterstützt dieses Jahr den Jugendblock auf der DGB-Demo.

Wann geht’s los? 10:30 am Europaplatz (Obf) Wie geht’s weiter? ab 11:00 Kundgebung und Maifest auf dem Marktplatz Und danach? Ab 12:00 internationalistsiches Straßenfest der SDAJ am Haagtor (Bier und veganes Essen gibt’s gegen Spende, gute Stimmung is umsonst. Ansonsten: Büchertisch, Revolutionsquizz, nette Leute und interessante Diskussionen – komm vorbei!)

UNSER AUFRUF ZUM 1. MAI:

Klick hier  um das Mobivideo zu den Jugendblöcken am 1.Mai zu sehen

Auch im Jahr 2014 das gleiche Bild: Wir – die arbeitende und lernende Jugend – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Ob in Deutschland, Spanien, Griechenland: Die anhaltenden Krise verschärft die miese Situation der Jugend in Europa noch einmal massiv.

Jung & Arbeitslos heißt keine Zukunft & keine Perspektive

Uns wird gesagt, dass wir uns in Deutschland doch freuen könnten: Im Vergleich mit den anderen europäischen Ländern hätten wir doch „kaum Probleme“. Eine „läppische“ Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 von nur 7,5% – im Vergleich mit Quoten von über 50% in Spanien und Griechenland. Doch alleine 266000 Jugendliche tauchen in den „läppischen“ 7.5% nicht auf, weil sie in unterschiedlichsten „Warteschleifen“ à la „Berufsvorbereitendes Jahr (BVJ)“ stecken. Gleichzeitig wird verschwiegen, auf wessen Kosten die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland eigentlich gedrückt wird: Die Agenda 2010, besonders die Einführung von Hartz IV, hat dazu geführt, dass die Schere der Reichtumsverteilung immer weiter auseinander geht. Denn der Reichtum einer kleinen Minderheit (die reichsten 10% besitzen mehr als das 13fache der ärmsten 50%) lastet immer mehr auch auf den Schultern der Arbeitslosen und der Jugend. Wie jüngst das deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie veröffentlicht hat, verfügen 49% der Jugendlichen in Ausbildung oder Praktikum über überhaupt kein Vermögen oder haben sogar Schulden – bei Arbeitslosen sind es sogar 65,5%. Damit schießt Deutschland den Vogel ab: In keinem anderen Land der Eurozone, d.h. weder in Spanien, noch in Griechenland, ist die Reichtumsverteilung so ungleich wie hier. Jung und arbeitslos sein, heißt in Deutschland, keinerlei Perspektive, keinerlei Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft zu haben.

Fünf „EU-Gipfel“ zur Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2013 haben die Situation für Jugendliche in Europa um kein Deut gebessert, im Gegenteil: Auf jedem dieser Treffen wurde festgestellt, dass sich die miese Situation noch mehr verbreitet, dass noch mehr Jugendliche ohne Job und ohne Zukunft dar stehen. Jetzt „noch mehr EU“ zu fordern, um aus dem Schlamassel herauszukommen, klingt wie ein schlechter Witz: Denn „mehr EU“ bedeutet mehr aggressive Sparpolitik und damit nur noch mehr Reichtum von Banken und Konzernen auf unsere Kosten, das heißt auf Kosten der Jugend von Europa. Deshalb heißt es für uns bei den Europawahlen am 25. Mai unsere Stimme gegen die EU zu erheben und die einzig wirkliche Alternative zu wählen: Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) stellt sich kompromisslos gegen die Sparpolitik der EU und die Umverteilung zugunsten der Banken und Konzerne.

Kämpfen für die eigenen Interessen: Gemeinsam, Solidarisch und International

Letztlich müssen wir unsere Zukunft in die eigene Hand nehmen und unsere Perspektiven selbst erkämpfen: Ein Schritt dahin ist der Kampf für ein verbindliches Ausbildungsgesetz – statt einem „Ausbildungspakt“, der von der Bundesregierung und den Unternehmen gefeiert wird, obwohl der Mangel an Ausbildungsplätzen uns weiterhin ein selbstbestimmtes Leben unmöglich macht. Nicht mal jedes vierte Unternehmen in Deutschland bildet aus und selbst wenn, dann ist von Übernahme nach der Ausbildung meist keine Rede. Doch ein Ausbildungsgesetz, das jedem und  jeder Jugendlichen einen Ausbildungsplatz und die unbefristete Übernahme im Beruf garantiert, ist ein wirksames Mittel gegen Jugendarbeitslosigkeit.

Wir müssen anfangen, für unsere eigenen Interessen und unsere Zukunft als Jugend von Europa zu kämpfen – denn weder ein Ausbildungsgesetz, noch die Befreiung von Existenzangst und Perspektivlosigkeit überhaupt wird uns einfach so geschenkt. Miese Ausbildungsbedingungen und schlechte Bezahlung müssen wir öffentlich bekämpfen und die Streiks der KollegInnen im Einzelhandel im Winter haben gezeigt: Kämpfen lohnt sich! Langfristig heißt unsere Perspektive Sozialismus: Es ist die einzige Gesellschaftsform, in der unsere Bedürfnisse und Interessen statt den Profiten der Banken und Konzerne wirklich eine Rolle spielen. Wenn wir das erreichen wollen, müssen wir uns im Betrieb in den Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV), den Gewerkschaften und in der SDAJ organisieren. Denn niemand vertritt unsere Interessen und Bedürfnisse so gut wie wir selbst – im Betrieb, in der Schule und heute auf der Straße: Heraus zum 1.Mai!

Wir fordern ein Ausbildungsgesetz, welches u.a. Folgendes garantiert:

  • JedeR hat das Recht auf einen Ausbildungsplatz seiner/ihrer Wahl!
  • Wer nicht ausbildet, muss zahlen: Für eine Umlagefinanzierung!
  • Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf für alle!
  • Für ein Verbot von unbezahlter Ausbildung: Mindestausbildungsvergütung 1.200€ Netto!

 

Hier gibts eine Kopiervorlage für die 1.Mai Demonstration zum Download:

1.Mai_Kopiervorlage.pdf
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#CIMG1668Auch hier in Tübingen ging der 1. Mai – der Tag der Arbeiterklasse – nicht sang- und klanglos unter. Um 10:30 Uhr fanden sich bis zu knapp 250 Menschen am Bahnhof in Tübingen zusammen um gemeinsam zu demonstrieren. Verschiedene Gruppen und Organisationen, darunter wir, die SDAJ sowie die DGB Gewerkschaften. Sowohl verschiedene Parteien und deren Jugendverbände als auch viele Einzelpersonen nahmen an der Demo teil. Uns alle verband ein Ziel: Wir wollen eine deutliche Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Deutschland als auch weltweit erkämpfen!

 Während wir, die SDAJ, unseren revolutionären Jugendblock formierten, ging es dann auch schon los. Wir begannen, Parolen zu rufen, zogen über die Neckarbrücke und liefen durch die Innenstadt Tübingens. Zwar war in den Straßen nicht so viel los, dennoch wurden wir beachtet und unsere Präsenz wurde von vielen Menschen wahrgenommen. Während die Gewerkschaften hauptsächlich Lohnforderungen aufstellten und bessere Arbeitsbedingungen forderten, gingen wir schon einen Schritt weiter: Wir forderten Solidarität mit der kämpfenden Arbeiterklasse Griechenlands und machten uns dafür stark, den Klassenkampf auch in Deutschland in die Unis, die Schulen und natürlich die Betriebe zu tragen!

 Auf der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz trat als einer der ersten Redner Oberbürgermeister Boris Palmer auf die Bühne, der kräftig ausgebuht wurde und natürlich eine offen anti-gewerkschaftliche und anti-klassenkämpferische Position vertrat. Für uns ist nicht nachvollziehbar, was den DGB dazu bewogen hat, diesen Politiker am internationalen Kampftag der Arbeiterklasse als Redner einzuladen. Nachdem die Reden vorbei waren zogen wir weiter und feierten unser eigenes internationalistisches Straßenfest am Haagtorplatz. Auch hier waren wir mit zahlreichen Transparenten und roten Fahnen ein auffälliger Blickfang für die Passant_innen. Viele Menschen blieben im vorbei gehen stehen und lasen unsere Transparente. Es wurden außerdem viele neue Kontakte geknüpft und interessante Diskussionen geführt, und im Laufe des Tages füllte sich unser Platz mit vielen netten Menschen.

 Zusammenfassend kann man sagen, dass zwar die Demonstration selbst relativ klein, für uns jedoch auch ein größerer Erfolg als sonst war. Denn es ist immer wieder erfreulich zu sehen, dass es Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft gibt, die für ihre Rechte und Interessen auf die Straße gehen!

 Für die nächsten Jahre gilt es, in Tübingen einen revolutionären Block auf der Gewerkschaftsdemo zum 1. Mai zu etablieren – wir müssen mehr werden, der gewerkschaftlichen Linie der Sozialpartnerschaft eine Position des konsequenten Klassenkampfes entgegensetzen und unseren Forderungen am 1. Mai einen kämpferischen Ausdruck geben!

 Hoch die internationale Solidarität!

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1 Mai front_smallDer erste Mai – der internationale Kampftag der Arbeiter_innen – rückt näher. Hier in Tübingen rufen wir zur Beteiligung an der traditionellen DGB Demo auf. Es wird dort unter dem Motto „Unsere Antwort auf die Krise: Aufstehen und Kämpfen – Klasse gegen Klasse!“ einen revolutionären Jugendblock geben. Im Anschluss an die Demo wird am Haagtor-Platz (direkt an der Ammer) ein kleines internationalistisches Straßenfest stattfinden, zu dem alle jungen Menschen herzlich eingeladen sind. Hoch die internationale Solidarität! Für einen revolutionären 1. Mai!

DGB-Demo: 10:30, Europaplatz (Omnibusbahnhof)

Internationalistisches Straßenfest: ab 12:00 am Haagtorplatz an der Ammer

Unser diesjähriger Aufruf zur Maidemo:

Heraus zum 1. Mai!

Seit über 120 Jahren ist der 1. Mai der Kampftag der Arbeiterklasse. Gründe, auf die Straße zu gehen, gibt es für uns auch heute noch viele. Millionen Lohnabhängige in der Bundesrepublik befinden sich in prekären Beschäftigungsverhältnissen, in Mini-Jobs oder müssen von „Hartz 4“ leben. Die Ausweitung von Leiharbeit und Werkverträgen zwingen viele Tausende Jugendliche in besonders krasse Formen von Ausbeutung.

Die Krise und der Klassenkampf von oben

Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise seit 2007/08 haben sich die Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen von vielen Millionen Menschen weiter verschlechtert. Die Krisenlasten werden auf die arbeitende Bevölkerung, die Arbeitslosen, uns Jugendliche und die Rentner_innen abgewälzt. Nachdem die Staaten große Banken „gerettet“ haben und sich die öffentlichen Schulden dadurch massiv erhöhten, muss nun angeblich „gespart“ werden. Deutschland zwingt an führender Stelle ganz Europa, insbesondere aber den südeuropäischen Ländern, eine „Spar“-Politik auf, die verheerende Auswirkungen auf große Teile der Bevölkerung haben. In Griechenland z.B. werden deshalb nicht nur immer mehr Familien obdachlos, mittlerweile leiden dort sogar viele Menschen an Hunger!

Mit der europaweiten Durchsetzung von „Reformen“ im Sinne der „Agenda 2010“ wird ein folgenreicher Kreislauf in Gang gesetzt. Denn schon jetzt ist absehbar, dass es in Zukunft auch in der Bundesrepublik wieder heißen wird, dass erneuter Sozialabbau und sinkende Reallöhne notwendig seien, damit Deutschland weiterhin „wettbewerbsfähig“ bleibt. Selbst die letzten Reste an sozialer Absicherung müssen von uns also immer wieder neu verteidigt werden, denn sicher ist in diesem System nur eines: die Profite der Banken und Konzerne!

Den Kampf gegen die Herrschenden organisieren!

Vor einigen Jahren hat der US-amerikanische Milliardär Warren Buffett gesagt: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“ Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass das Kapital und seine politischen VertreterInnen einen offensiven Klassenkampf gegen die Arbeiterklasse führen. Während den KapitalistInnen dies offensichtlich sehr bewusst ist, ist es vielen Lohnabhängigen wohl leider noch nicht so klar. Und auch in den Gewerkschaften gibt es viele, die einen „sozialpartnerschaftlichen“, wenig kämpferischen Kurs vertreten. Trotzdem bleiben die Gewerkschaften die wichtigste Kampforganisation der Arbeiterklasse, weshalb wir uns in ihnen organisieren müssen, um uns kollektiv für unsere Interessen einsetzen zu können.

Sorgen wir also dafür, dass der Klassenkampf wieder entschlossen von der Arbeiterklasse und ihren Verbündeten gegen die Angriffe der herrschenden Klasse geführt wird!

Für einen kämpferischen, revolutionären 1. Mai 2013!

Das Problem heißt Kapitalismus!

Klassenkampf statt „Sozialpartnerschaft“!

Diesen 20. Februar findet hier in Tübingen ein Warnstreik im Rahmen der Tarifverhandlung der Länder statt. Wir solidarisieren uns mit allen Streikenden und sichern den Kolleg_innen unsere tatkräftige Unterstützung zu.

Besodners erfreulich ist die Entwicklung, dass in diesem Jahr erstmals auch die universitären Hilfskräfte als organisierte Kraft auftreten und sich mit dem Streik der Uni-Belegschaft solidarisch erklären. Die HiWis, ohne die der Unibetrieb schon lange nicht mehr denkbar wäre, gehören zu den Angestelltengruppen mit den niedrigsten Löhnen, den prekärsten Arbeitsbedingungen und den wenigsten Rechten – sie haben noch nicht einmal eine eigene Interessenvertretung. Wir unterstützen die Forderung des AK Studentische und Wissenschaftliche Hilfskräfte nach einer Aufnahme in den Tarifvertrag! HiWis aller Fakultäten, vereinigt euch!

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Solidaritätserklärung der SDAJ zu den Tarifkämpfen der Länder:

Übernahme und Lohnerhöhung!

für eine kämpferische Tarifauseinandersetzung!

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit eurem Warnstreik heute am 20. Februar und euren Forderungen in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen!

 Von 2000 – 2010 ist der Reallohn in Deutschland um 5,4% gesunken. Wir können uns also trotz kleineren Lohnerhöhungen immer weniger von unserem Einkommen kaufen. Im Gegenzug steigen die Profite der Banken und Konzerne massiv.

Um der Umverteilung des Reichtums hin zu den Unternehmen etwas entgegenzusetzen, wäre eine Lohnerhöhung um ein gutes Stück notwendig. Zusätzlich zu der prozentualen Erhöhung ist auch eine Festgelderhöhung, wie ihr sie für die Ausbildungsvergütung fordert, ein sehr wichtiger Schritt. Dies hilft, die enorme Differenz zwischen den Eingliederungen etwas auszugleichen. Vor allem Auszubildende haben damit zu kämpfen, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht. Auch wir setzen uns für eine Ausbildungsvergütung ein, die zum leben ausreicht. Eine kollektive Erhöhung wäre ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung.

 Von allen Seiten hört man immer wieder die Worte „Fachkräftemangel“ und „demographischer Wandel“. Auf der anderen Seite landen jedes Jahr hunderttausende Jugendliche in Warteschleifen oder werden arbeitslos, und das obwohl sie eine qualifizierte Ausbildung erlangt haben. Von Mangel kann hier also nicht die Rede sein!. Um Jugendlichen sichere Zukunftsaussichten statt Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung zu garantieren ist eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung unabdingbar. Deshalb schließen wir uns eurer Forderung „Zeit für unbefristete Übernahme“ voll und ganz an!

 In Zeiten der Krise wird uns gesagt, wir müssten alle „den Gürtel enger schnallen“, die öffentlichen Kassen seien leer und überhaupt müssten wir sparen. Diese Sparmaßnahmen, von der Bundesregierung rigoros geplant und durchgedrückt, treffen als erstes die öffentlichen Kassen. Ob es jetzt ein Stadtstärkungspakt in NRW ist oder Maßnahmen mit anderen trügerischen Namen: Die Kosten der Krise sollen auf uns abgewälzt werden und nicht auf die, die sie verursacht haben, nämlich die Banken und Konzerne. Gerade vor solchen Argumentationen gilt es sich zu schützen und ihnen unsere vereinte Kampfkraft entgegenzusetzen. Diese wurde z.B. durch die Aufspaltung der Tarifverhandlung in Bund/Kommune und Länder massiv geschwächt. Ziel müsste es sein diese Spaltung wieder aufzuheben und den Tarifvertrag nur auf 12 Monate abzuschließen. Es gilt hier wie auch sonst immer: Je mehr wir sind, umso lauter und kämpferischer können wir sein!

 Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg in eurem Tarifkampf und sichern euch unsere vollste Unterstützung und Solidarität zu!

Jetzt aktiv werden und den Jugendaufruf „Ausbildung und Übernahme statt Leiharbeit“ unterstützen!

Immer mehr Jugendliche sind davon betroffen: Nach der Ausbildung gibt es keine Übernahme, sondern nur den Weg in die Leiharbeit. Selbst das Arbeitsamt schickt dich gleich zur Leiharbeitsarbeitsfirma weiter, manche Unternehmen stellen sogar nur noch über Leiharbeitsfirmen ein. Gerade für Berufseinsteiger wird es immer schwieriger in ein normales Arbeitsverhältnis zu kommen.

Denn: Leiharbeit boomt. Die Leiharbeitsbranche hat schon ca. 1 Millionen Beschäftigte. Mehr als ein Drittel aller freien Stellen werden mit LeiharbeiterInnen besetzt, in der Metallbranche sind es 85% der neu eingestellten. Für Jugendliche und junge Beschäftigte ist Leiharbeit eher Standard als Ausnahme: mehr als 40 % der U30-jährigen mit Vollzeitstelle bekommen ihr Geld von einer Leiharbeitsfirma. In manchen Betrieben werden Leiharbeitsquoten von 50 % erreicht. Denn Leiharbeit lohnt sich – für die Banken und Konzerne. Niedrigerer Lohn für die gleiche Arbeit, völlige Unsicherheit der Arbeitenden, weniger Rechte, keinerlei Mitbestimmung, Spaltung der Belegschaft – das sind zusammengefasst Bedingungen für LeiharbeiterInnen. Und auch die so genannten Stammarbeitsplätze sind nicht sicher: Fast 1/3 aller Betriebsräte berichten davon, dass diese mehr und mehr auch durch Leiharbeit ersetzt werden.

Mit niedrigerem Lohn, schlechteren Arbeitsverhältnissen, erhöhter Konkurrenz und Druck auf die Stammbelegschaft wollen die Konzerne ihre Profite steigern. Mit der faktischen Ausschaltung des Kündigungsschutzes werden wirtschaftliche Schwankungen und Krisen voll von den Unternehmen auf ihre Beschäftigten abgewälzt.

Schon in der letzten Krise war Leiharbeit das perfekte Mittel der Konzerne dafür: Statt Abfindungen zu zahlen und sich mit Kündigungsschutz rumzuschlagen, wurden 2009 still und heimlich insgesamt 650.000 LeiharbeiterInnen entlassen. Das neueste Instrument, um noch schlechtere Löhne und weniger Schutz als in der Leiharbeit durchzusetzen, sind die so genannten Werkverträge.

Für die Banken und Konzerne bleibt Leiharbeit aber ein großer Gewinn, auf unsere Kosten. Wir sagen: Leiharbeit widerspricht grundsätzlich unseren Interessen als Jugendliche. Wir wollen gleichen Lohn und gleiche Rechte für gleiche Arbeit. Die Ausweitung der Leiharbeit muss gestoppt werden und die Kolleginnen und Kollegen in Leih- und Zeitarbeit müssen alle in Festanstellungen übernommen werden.

Die Leiharbeit ist nicht das Problem einzelner KollegInnen, einzelner Betriebe oder einzelner Branchen. Der Kampf gegen Leiharbeit kann deshalb nur erfolgreich sein, wenn er nicht vereinzelt sondern überall gemeinsam geführt wird – im Betrieb und auf der Straße – von allen Lohnabhängigen, denn Leiharbeit schadet uns allen. Mit einem politischen Kampf für ein gesetzliches Verbot kann der Kündigungsschutz wieder hergestellt und die Spaltung der Kolleginnen und Kollegen überwunden werden.

Für eine sichere Zukunft brauchen wir ausreichend Ausbildungsplätze für Alle. Unternehmen müssen über die Umlagefinanzierung gesetzlich verpflichtet werden auszubilden – wer nicht ausbildet, muss zahlen!. Wir brauchen die unbefristete Übernahme im erlernten Beruft und feste Arbeitsplätze.

Darum:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Gesetzliches Verbot von Leiharbeit und Übernahme aller KollegInnen in reguläre Arbeitsverhältnisse!
  • Recht auf qualifizierte Ausbildung! Umlagefinanzierung jetzt!
  • Unbefristete Vollzeitübernahme im erlernten Beruf!

Den Aufruf und eine Liste zur Unterschriftensammlung kannst du auch als Kopiervorlage (PDF) herunterladen: Jugendaufruf.pdf