Seit über einem Jahrhundert wird der erste Mai als Internationaler Kampftag der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt gefeiert, um sich für die Rechte der Arbeiterbewegung starkzumachen. Auch in Tübingen haben sich zu diesem Zwecke dieses Jahr erneut an die 800 Demonstranten versammelt, um gemeinsam ein Zeichen gegen Ausbeutung und für bessere Arbeitsbedingungen in Unternehmen und Betrieben zu setzen.

Im Zentrum der Proteste, an denen auch die SDAJ mit einem großen Jugendblock beteiligt war, standen dabei unter anderem der Mangel an Pflegekräften sowie die Wohnungsnot, die gerade in Städten wie Tübingen deutlich zu spüren ist und zu überteuerten Mietpreisen führt, während leerstehende Immobilien neoliberalen Mechanismen zum Opfer fallen. Weiter thematisiert wurden darüber hinaus die Notwendigkeit einer Erbschaftssteuer oder etwa die Kosteneinsparungen, unter denen Kitas, Krankenhäuser und Schulen leiden. Zu den Rednern und Rednerinnen gehörte dabei neben Vertretern aus Gewerkschaften und Betrieben auch Betül Havva Yilmaz von den Academics for Peace, die bereits als Gast an unserem Roten Tresen teilgenommen hatte und auch im Rahmen der Maikundgebung erneut das menschenrechtsverachtende Erdogan-Regime anprangerte.

Auch wir als SDAJ nutzten dabei die Gelegenheit, um unter dem Motto „Unsere Zukunft statt eure Profite“ auf die ausbeuterischen Praktiken von Konzernen und Banken hinzuweisen, unsere Solidarität mit Streikenden in Griechenland und Brasilien zu erklären und uns erneut für die aufgrund der wachsenden Technisierung schon lange fällige 30-Stunden-Woche starkzumachen.

Schließlich ließen wir nach einer erfolgreichen Demonstration den Tag auf unserem Straßenfest mit Bier und veganen Hot Dogs ausklingen.

Am Samstag den 17.9.2016 fanden in 7 deutschen Großstädten Demonstrationen gegen die geplanten Freihandelsabkommen TTIP und CETA statt. Die SDAJ Baden-Württemberg war in Stuttgart mit dabei.

Alleine in Stuttgart demonstrierten rund 40.000 Menschen aus allen Altersschichten. Es gab auf der Demo verschiedene Blöcke: einen Jugendblock, einen Gewerkschaftsblock, sowie einen antikapitalistischen Block. Der Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer lief jedoch in keinem festen Block. Die Demo war die Größte in Stuttgart seit den Protesten gegen Stuttgart 21. Der Demozug brauchte über eine Stunde um einen Ort zu passieren. Die Stimmung war gut, teilweise sogar kämpferisch. Gefordert wurde meistens der sofortige Stopp von CETA und TTIP. Die Gründe dafür waren unterschiedlich: die Angst vor der Senkung von Umweltschutzstandarts, Fragen der Datensicherheit und die Abschaffung von Arbeitnehmerrechten sind nur einige Beispiele.

Als SDAJ lehnen wir beide Abkommen ab, da sie nur den monopolkapitalistischen Konzernen nützen und das auf Kosten der arbeitenden Menschen. Sollten sie ratifiziert werden, können kanadische und US-amerikanische Firmen vor außergerichtlichen Schiedskommisionen klagen, sollte ihnen in Europa Profit entgehen. So könnte beispielsweise der Mindestlohn durch die Abkommen abgeschafft werden, falls Konzerne vor dem Schiedsgericht klagen, weil ihnen dadurch Profite entgehen. Aber auch die deutschen Automobilkonzerne hoffen auf TTIP und CETA, da sie dann beispielsweise keine Zölle mehr bei Auslandsexporten zahlen müssten.

TTIP und CETA sind riesige Gesetzeskomplexe, die größtenteils und sicher nicht zufällig im Geheimen verhandelt werden, weshalb wenig über sie bekannt ist. Das was bekannt ist, ist ein Schlag ins Gesicht aller Arbeitenden in Deutschland und Europa. Unsere Kritik darf jedoch nicht bei TTIP und CETA stehen bleiben. Denn die Freihandelsabkommen sind systematisch für die wachsende Verschärfung der Situation der arbeitenden Klasse im Kapitalismus. Unsere Rechte und Interessen können wir daher nur wirklich realisieren, wenn wir den Kapitalismus als Ganzes bekämpfen!

14. April 2015 – 20 Uhr – Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Am 2. Mai 2014 flüchtet sich eine Gruppe von regierungskritischen Aktivisten nach heftigen Auseinandersetzungen mit Anhängern des Euro-Maidan in das Gewerkschaftshaus von Odessa, um sich vor den Angreifern zu schützen. Als diese anfangen Molotow-Cocktails auf das Gebäude zu werfen ist die Lage nicht mehr zu retten. Das Gebäude fängt Feuer, über 48 Menschen kommen in den Flammen ums Leben. In den westlichen Medien fand das Ereignis kaum Beachtung und auch die ukrainische Regierung war an der Aufklärung nicht interessiert. In dem Film „Lauffeuer“ kommen Überlebende und Augenzeugen zu Wort, die nicht nur an das erschütternde Ereignis erinnern, sondern auch auf die Hintergründe aufmerksam machen. Dabei wird vor allem die Rolle von Politik und Polizei an diesem Tag in den Blick genommen und es wird deutlich gemacht, dass das Massaker von Odessa kein Zufall war.

Der Eintritt ist wie immer frei, nach dem Film gibt es Raum für Kaltgetränke, Diskussionen und Austausch.

14. April 2015 – 20 Uhr – Club Voltaire (Haaggasse 26b, Tübingen)

Am 8. November wurde in Freiburg uns eine Aktion auf die Beine gestellt, die der landesweite Höhepunkt unserer bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft statt Eure Profite!“ sein sollte. Gut gelaunt, hochmotiviert und mit Schildern, Fahnen, Flyern und Transparenten beladen, haben wir uns am Samstag Morgen auf den Weg in die Freiburger Innenstadt gemacht. Es wurde kurzerhand ein Infostand aufgebaut, auf dem in erster Linie das Ausbildungsgesetz, die POSITION-Extra zum selben Thema und allgemeine Materialien zu unserer Arbeit zu finden waren und schon wurden die Flyer zur Kampagne verteilt und Diskussionen mit Passantinnen und Passanten geführt. Das Wetter war schön, die Stimmung war großartig und die Aktion sehr erfolgreich: Viele Menschen haben positiv auf uns reagiert, haben uns Glück gewünscht für die weitere Arbeit und lasen sich die Materialien aufmerksam durch. Es wurden auch vereinzelt Gespräche mit Azubis geführt, die aus ihren eigenen Betrieben berichten konnten und die Forderung nach einem Ausbildungsgesetz für sinnvoll erachtet haben und sehr interessiert an unserer Arbeit waren. Die Aktion hat erstens dazu geführt, den Landesverband zu stärken, weil es beeindruckend ist, wie viel man innerhalb kürzester Zeit auf die Beine stellen kann und wie viel Spaß es macht, in einer großen Gruppe auf die Straße zu gehen und zweitens konnte die SDAJ-Bawü Präsenz zeigen und eventuelle die ein oder andere Sympatisantin und den ein oder anderen Sympatisant dazugewinnen. Außerdem wurde auch ein kleines Video gedreht, das ihr Euch hier anschauen könnt!!

Kneipe. Kino. Kommunismus.

Jeden 2. Dienstag im Monat // 20 Uhr // Club Voltaire // Tübingen

Wir erleben momentan die größte Wirtschaftskrise, die der Kapitalismus seit 1929 hervorgebracht hat. Während deutsche Unternehmen jedoch ihre Gewinne auf Rekordhöhen steigern, müssen ArbeiterInnen, Erwerbslose und Angestellte ebenso wie SchülerInnen, StudentInnen und Auszubildende die Kosten der Krise tragen und die Scheiße ausbaden. Europaweit haben sich insbesondere für Jugendliche die Lebens- und Arbeitsverhältnisse deutlich verschlechtert: Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt z.B. im europaweiten Durschnitt knapp 24% und hat in Griechenland und Spanien die 50% Grenze bereits deutlich überschritten. Aber auch in Deutschland sind prekäre Arbeits- und Ausbildungsbedingungen nicht die Ausnahme sondern die Regel.

Vereinzelt jedoch regt sich Widerstand gegen diese Dominanz von Profitinteressen einiger weniger Kapitalisten über unsere Lebensinteressen. Wir wollen uns bei diesem Roten Tresen in einem Podiumsgespräch mit Auszubildenden u.a. von WMF Geislingen über bestehende Kämpfe austauschen und versuchen, Folgerungen für zukünftige Auseinandersetzungen abzuleiten. Weil für uns feststeht, dass nur in internationaler Solidarität eine Alternative zum Kapitalismus erkämpft werden kann, wird es ausserdem einen Input zur Jugendarbeitslosigkeit in Europa von einer Genossin der Kommunistischen Jugend Griechenlands geben.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Wir freuen uns über euer Erscheinen!

Ein Raum, ein Tresen, viele Ideen: Wer mit uns politische Filme sehen, spannende Vorträge hören, in offener, angenehmer Atmosphäre über politische Fragen diskutieren möchte oder wer einfach nur in solidarischer Gesellschaft ein Feierabendbier trinken will: Alle sind herzlich willkommen! Der Rote Tresen findet jeden zweiten Dienstag im Monat statt.

Der Rote Tresen ist eine Veranstaltungsreihe der SDAJ Tübingen, in Kooperation mit dem LAIKA Verlag und dem Club Voltaire.

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sdaj-lehranfangszeitung2014_coverDiese Woche gehen in Baden-Württemberg die Sommerferien zu Ende. Überall im Bundesland öffnen nicht nur die allgemeinbildenden Schulen, sondern auch die Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe wieder ihre Tore. Für Tausende Jugendliche, die dieses Jahr eine Ausbildung beginnen, bricht damit ein neuer Lebensabschnitt an: Zum ersten Mal am eigenen Leib erfahren, was es heißt, zusammen mit Kolleginnen und Kollegen in einem Betrieb zu arbeiten, Vorgesetzte und einen Chef zu haben. Zum ersten Mal eigenes Geld verdienen (auch wenn es meist nicht für ein eigenständiges Leben reicht) und erste Erfahrungen mit Überstunden, ausbildungsfremden Tätigkeiten und anderen Schikanen sammeln. Kurz gesagt: Kapitalismus live und in Farbe.

Die SDAJ steht diese Woche mit ihrer alljährlich erscheinenden Lehranfangszeitung vor zahlreichen Berufsschulen und Betrieben in Deutschland, um den frisch gebackenen Azubis Infos mit auf den Weg zu geben, die in keinem Lehrplan stehen, nämlich das es sich lohnt, sich für seine Interessen einzusetzen, sich in der Gewerkschaft zu organisieren und den Banken und Konzernen gemeinsam Paroli zu bieten! Unsere Zukunft statt ihre Profite!

Unsere Lehranfangszeitung gibt es hier zum Download: SDAJ Lehranfangszeitung 2014

sdaj_header-KopieAusbildung und Arbeit sind oft kein Zuckerschlecken. Das beginnt bei der oft langen, und in manchen Fällen auch vergeblichen Suche nach einem Ausbildungsplatz, geht über fehlende Praxisanleitung, Schulgebühren, Überstunden, geringe Vergütung und schlechte Ausbildungsqualität und endet bei einer nur befristeten oder gar keiner Übernahme. Aber muss das so sein? Und wenn nicht, wieso sind dann Berichte über ausbildungsfremde Tätigkeiten, hohe Ausbildungsabbrecherquoten und Auszubildende, die ihr geringes Einkommen mit Hartz 4 aufstocken müssen, inzwischen eher die Regel als die Ausnahme? Wer profitiert von derartigen Zuständen und was lässt sich dagegen tun? Weshalb ist es auch für Kolleginnen und Kollegen im Metallbereich wichtig, was die angehende Friseurin oder der Bäckerazubi verdienen und zu welchen Bedingungen sie arbeiten? Wo liegen die Perspektiven und Grenzen von Gewerkschaftskämpfen im Kapitalismus? Diesen Fragen wollen wir auf unserem Jugendkongress zur Ausbildungssituation und für ein allgemeines Ausbildungsgesetz gemeinsam anhand von verschiedenen Workshops und Diskussionsrunden auf den Grund gehen.

Wann? Sonntag, 28.09.2014 10 – 15 Uhr

Wo? Bürgerzentrum Köln Ehrenfeld

Kosten? 10€ (Soli), 5€ (ermäßigt)

Weitere Infos zum Jugendkongress: http://jugendkongress2014.de/

WMF Collage_smallAm 19. Juli 2014 fand anlässlich der geplanten Streichung mehrerer hundert Arbeitsplätze im Geislinger Werk des Küchengeräteherstellers WMF ein Protesttag statt, zu dem die dortigen Betriebsaktiven und die IG Metall aufgerufen hatten. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an der Kundgebung und einer Menschenkette rund um den Betrieb, so auch wir als SDAJ Gruppe Tübingen. Gemeinsam mit der DIDF Jugend Geislingen protestierten wir gegen die vom amerikanische Finanzinvestor KKR geplante Umstrukturierung des Betriebes, im Zuge derer (vorerst) 700 MitarbeiterInnen entlassen werden sollen. Offensichtlich soll wieder einmal ein rentabler Traditionsbetrieb ausgeschlachtet und finanziell ausgeblutet werden. Wie immer geht es dabei darum, auf dem Rücken der Belegschaft die Profite weiter zu maximieren – doch diese wehrt sich jetzt!

Die Redebeiträge von WMF-MitarbeiterInnen, Vereinen wie DIDF, Parteien und einer kirchlichen Initiative betonten die Notwendigkeit, die bevorstehenden Kämpfe gemeinsam und solidarisch zu führen. Wir verteilten eine gemeinsam mit unseren Genossinnen und Genossen der DKP verfasste Solidaritätserklärung, die bei den Anwesenden auf gute Resonanz stieß. Anschließend interviewten wir ein Mitglied der JAV und einen Auszubildenden des WMF-Werkes zur Lage im Betrieb (siehe Videobericht). Die Jugendlichen befürchten, dass sie als erste und am härtesten von den drohenden Sparmaßnahmen betroffen sein werden. Eine Übernahme nach der Ausbildung ist für die Azubis dann wohl nicht mehr drin – deshalb gilt es jetzt erst recht zu kämpfen!

Insgesamt wurde deutlich, dass unter den Beschäftigten großes Unverständnis über die geplanten Entlassungen herrscht: WMF erwirtschaftet alljährlich Gewinne von 5-7% – nichtsdestotrotz werden hunderte MitarbeiterInnen auf Grund der unersättlichen Profitgier der KKR auf die Straße gesetzt, genau wie es in etlichen anderen Betrieben der Region, die von Investoren ausgeschlachtet werden, der Fall war (z.B. Nogren).

Wir wünschen den Beschäftigten auch weiterhin viel Erfolg für die kommenden Kämpfe – unserer solidarischen Unterstützung können sich die Kolleginnen und Kollegen auch in Zukunft sicher sein!

Mindestlohn CollageHeute fand auf dem Holzmarkt in Tübingen eine ver.di-Aktion zum Thema gesetzlicher Mindestlohn statt. Als SDAJ unterstützen wir den Kampf der KollegInnen natürlich solidarisch, fordern aber mehr! Wir brauchen nicht nur einen Mindestlohn ohne Ausnahmen und Schlupflöcher, sondern auch einen Mindestlohn, der auch wirklich zum leben reicht! Und dafür sind 8,50 deutlich  zu wenig!

Hier der Text von unserem Flugblatt:

Weder flächendeckend noch ausreichend – Zum Beschlossenen Mindestlohn der Bundesregierung

Am Donnerstag hat der Bundestag die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland beschlossen. Eben dieser war DAS Wahlthema der SPD und seine Einführung für sie von größter Wichtigkeit. Zu stark und deutlich war der gesellschaftliche Wille, einen Mindestlohn gesetzlich zu verankern. Da sich viele SPD-WählerInnen allein durch das Bündnis mit der Union verraten gefühlt haben, mussten medienwirksam nun ein paar Brotkrumen für die Bedürftigen vom Tisch fallen um die Meute zu besänftigen.

Versprochen hatte Arbeitsministerin Andrea Nahles einen flächendeckenden Mindestlohn, der für alle zum Leben reicht. Beide Ziele wurden mit dem beschlossenen Mindestlohn grandios verfehlt!

Der Beschluss ist gespickt von Ausnahmen: PraktikantInnen, Minijobber und Jugendliche unter 18 sind beispielsweise von diesem Mindestlohn ausgeschlossen. Also genau die gesellschaftlichen Gruppen die von Ausbeutung durch schlechte Löhne mit am meisten betroffen sind. Angeblich sollen unter 18-Jährige durch den Ausschluss dazu bewegt werden, eher eine Ausbildung zu beginnen als zu jobben. Was Frau Nahles dabei anscheinend vergessen hat: Auch die Ausbildungsvergütung reicht in den meisten Fällen nicht für ein selbstbestimmtes Leben. Darum forden wir als SDAJ für Auszubildende eine Mindestvergütung von 1200 Euro netto. Ein Mindestlohn mit Ausnahmen rüttelt also nicht im geringsten an den prekären Bedingungen unter denen Jugendliche und insbesondere junge Frauen in Praktika, Minijobs und Ausbildung arbeiten und leben müssen. Ein weiteres Problem ist die Höhe. 8,50€ sollen angeblich für ein „gutes Leben“ reichen. Wie wenig das möglich ist, rechnete bereits letztes Jahr die Initiative für einen Mindestlohn von 10 Euro brutto, lohnsteuerfrei:

„Mit 8,50 Euro hätte Moritz Müller bei einer 38,5 Stundenwoche einen Lohn von 1.420 Euro brutto oder 1.040 Euro netto. Damit kann er erfolgreich Hartz IV beantragen. Sein Regelsatz beträgt nämlich 382 Euro und die durchschnittliche Warmmiete 381 Euro, zusammen also 763 Euro. Aufgrund des Freibetrags für Erwerbstätigkeit in Höhe von 300 Euro werden statt 1.040 Euro nur 740 Euro seines Nettolohns als Einkommen angerechnet. Er hat also bei 381 Euro Warmmiete Anspruch auf 23 Euro staatliche Unterstützung.“

Obwohl es seit Beschluss des Koalitionsvertrages immer wieder Proteste gegen einen solchen Mindestlohn mit Ausnahmen gab und mehrere Veröffentlichungen aufzeigten, wie wenig der Bevölkerung ein solche Mogelpackung bringt, hat Andrea Nahles ihr Vorhaben rigoros durchgesetzt. Hier wird einmal mehr deutlich, auf wessen Seite diese Regierung steht: Auf der Seite der Banken und Konzerne und nicht auf der Seite der Bevölkerung. Ein Mindestlohn von 8,50€ liegt weit unter den Reproduktionskosten und nützt uns so überhaupt nichts!

All das zeigt uns: Der Kampf um bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen bleibt weiterhin notwendig. Darum fordert wir einen Mindestlohn von 12 Euro und unterstützen auch die Initative für einen Mindestlohn von 10 Euro, lohnsteuerfrei. Versprechen zur Verbesserung der Lage von Seiten der Regierung werden nicht oder- wie hier – mehr als mangelhaft umgesetzt. Schließen wir uns zusammen, um für unsere Rechte einzutreten. Frau Nahles tut dies garantiert nicht!

Zur ausführlichen gemeinsamen Stellungnahme der Geschäftsführung der SDAJ und des Sekretariats der DKP