„Da ist nirgends nichts gewesen außer hier“ – Der Mössinger Generalstreik 1933

Im Januar nächsten Jahres jährt sich zum 80. Mal die Machtübertragung an den deutschen Faschismus – und mit ihr die mutigen Streikaktionen der ArbeiterInnen des „Roten Mössingen“, die als einzige in Deutschland dem Aufruf zum Generalstreik nachgekommen waren und als „Antifaschistische Aktion“ gegen die Nazis auf die Straße gingen. In der Zeit bis Januar soll es in Tübingen, Mössingen und Region eine Vielfalt von Veranstaltungen zum Thema geben, achtet also auf weitere Ankündigungen. Für den Jahrestag selbst soll eine Kundgebung oder Demonstration organisiert werden.

Am Dienstag den 17. Juli um 19:30 wird im Veranstaltungsraum der Tonnenhalle der Neuen Pausa in Mössingen die Neuauflage des Buchs „Da ist nirgends nichts gewesen außer hier – Der Mössinger Generalstreik 1933“ vorgestellt werden. Im Folgenden dokumentieren wir den Ankündigungstext des Talheimer Verlags:

„Buchpräsentation mit Beiträgen von Dr. Dieter Schmidt und Irene Scherer sowie von den Herausgebern Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken und Dr. Hermann Berner.Veranstalter: Büchereiverein Mössingen in Zusammenarbeit mit dem Talheimer Verlag. Eintritt frei.

Im Januar 2013 jährt sich zum 80sten Mal das Datum des Mössinger Generalstreiks vom 31. Januar 1933 gegen die Machtübergabe an Hitler. Im Jahr 1982 veröffentlichte ein wissenschaftliches Autorenteam der Universität Tübingen in einem Berliner Verlag das Buch „Da ist nirgends nichts gewesen außer hier“. Darin wird die Vorgeschichte und der Verlauf des „Aufstandes“ in Mössingen fachlich analysiert und dargelegt. Zusammen mit den Herausgebern Prof. Dr. Bernd Jürgen Warneken und Dr. Hermann Berner bringt der Talheimer Verlag den lange vergriffenen Band nun neu heraus. Dabei bleiben die wissenschaftlichen Texte unverändert, jedoch wird der Inhalt um ein neues Vorwort, ein wirkungsgeschichtliches Nachwort sowie die rehabilitierenden Gerichtsurteile aus den fünfziger Jahren ergänzt. Erweitert wird der Band um die Rede von Prof. Wertheimer anlässlich des 70. Jahrestages der Mössinger Generalstreiks sowie um eine Notiz des Talheimer Verlages.

An diesem Abend geben wir zugleich eine Übersicht über die von mehreren Partnern geplanten Veranstaltungen von Juli 2012 bis Juli 2013. „

Die Genoss_innen der Antifaschistischen Aktion Aufbau (Tübingen) veranstalten am Mittwoch den 27. Juni eine Mobilisierungsveranstaltung für die aktuelle Antifaoffensive, die am 7. Juli mit einer Demo in Lörrach enden soll. Wir dokumentieren an dieser Stelle den Ankündigungstext und rufen zu reger Beteiligung auf:

Am 15. Juni hat die überregionale Antifa-Kampagne „In die Offensive: Nazistrukturen aufdecken und bekämpfen!“ mit einem Solidaritätskonzert in Villingen-Schwenningen begonnen. Ziel der Kampagne ist es, den antifaschistischen Kampf über Stadtgrenzen hinweg zu organisieren. Denn nur in solidarischer Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und mit einer gemeinsamen Stoßrichtung können wir den rechten Umtrieben in Baden-Württemberg langfristig Widerstand entgegensetzen.

Während der Kampagne werden zahlreiche Aktionen gegen Naziaktivitäten und -strukturen in verschiedenen Städten Baden-Württembergs durchgeführt. Den Kampagnenabschluss soll eine landesweite Demonstration gegen faschistische Aktivitäten am 7. Juli 2012 in Lörrach bilden. Dort existiert seit Jahren eine aktive faschistische Szene. Nazis rund um die sogenannte „Aktionsgruppe Lörrach“ und die JN gehören zu den aktivsten faschistischen Gruppierungen in Baden-Württemberg. Immer wieder griffen sie in der Vergangenheit insbesondere junge AntifaschistInnen an.

Aus vielen Teilen Baden-Württembergs werden deshalb am 7. Juli AntifaschistInnen gemeinsam nach Lörrach fahren, um die dortigen antifaschistischen Kräfte in ihrem Kampf zu unterstützen.

In der Hausbar der Schellingstraße 6 wird am Mittwoch, den 27. Juni 2012, eine Infoveranstaltung zur Kampagne sowie eine Mobiveranstaltung für die Demo stattfinden, wo ihr auch nähere Infos zur Busfahrt von Tübingen nach Lörrach sowie Tickets dafür bekommt. Ab 19 Uhr gibt’s Vokü, um 20 Uhr beginnt ein Vortrag zum Thema „80 Jahre Antifaschistische Aktion“.

Aktuelle Informationen, Berichte sowie den Aufruf der Kampagne findet ihr unter: www.antifaoffensive.tk

(Falls ihr schon sicher wisst, dass ihr mit nach Lörrach fahren wollt, am Mittwoch aber leider nicht in der Schelling sein könnt, um euer Busticket zu kaufen, schickt einfach eine Mail an unsere Kontaktadresse: antifaaufbautue@gmail.com)

Zur Gründung der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Tübingen

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, so schrieb Bertolt Brecht 1955, also zehn Jahre nach dem Ende des blutigsten Krieges, den die Menschheitsgeschichte je gesehen hat – und zehn Jahre nach dem militärischen Sieg über jene Kraft, die diesen Krieg angezettelt hatte: den deutschen Faschismus. Es wäre jedoch falsch zu glauben, dass es sich hier um einen endgültigen Sieg handelte. Genau das ist es, was uns Brecht sagen will, und sein Appell hat auch heute nicht an Aktualität verloren. Der Schoß, der den Faschismus hervorgebrachte, die kapitalistische Gesellschaft mit ihrer krisenhaften Entwicklung und ihren Klassengegensätzen, hat eben jene Eigenschaften, die immer wieder den Nährboden und die soziale Basis für faschistische Bewegungen und Ideologien hervorbringen, nicht abgelegt. Und das bekommen wir in der BRD heute wieder tagtäglich zu spüren. Nicht nur die rassistische Hetze eines Thilo Sarrazin oder die menschenverachtende Polemik der Bild-Zeitung gegen die „faulen Pleitegriechen“ finden Resonanz bis weit in die sogenannte Mitte der bürgerlichen Gesellschaft hinein, selbst gewalttätige Neonaziorganisationen wie die Freien Kameradschaften oder Autonomen Nationalisten und sogar Terrorzellen wie der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) können sich hierzulande weitgehend ungehindert unter der schützenden Hand des bürgerlichen „Rechtsstaates“ entwickeln. Kaum ein Wochenende vergeht an dem nicht irgendwo in Deutschland Nazis marschieren. Kaum eine Woche ohne Meldungen gewalttätiger Naziübergriffe auf MigrantInnen oder Linke. Kaum ein Naziaufmarsch, dem von der Polizei nicht die Straße freigeknüppelt wird. Und kaum ein Knüppeleinsatz, bei dem am Ende nicht AntifaschistInnen vor Gericht stehen und für ihren Widerstand kriminalisiert werden. Für uns ist klar: solange diese Gesellschaft eine kapitalistische bleibt, bleibt der Faschismus eine nützliche Waffe der herrschenden Klasse – solange das Kapital herrscht, besteht immer die Option, dass diese Herrschaft, wenn nötig, wieder durch den Faschismus (als letztes und extremstes Mittel) gesichert wird. Solange der herrschende Staat der Staat der Bourgeoisie ist, solange wird dieser das rechte Auge zudrücken und seinen Hauptfeind immer links sehen. Dieser Staat kann kein ernsthaftes Interesse daran haben, faschistische Organisationen konsequent zu bekämpfen, denn die Nazis haben systemerhaltenden Charakter. Antifaschismus kann und darf also nicht dem bürgerlichen Staat überlassen werden. Es gilt die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sich zusammenzuschließen, zu organisieren und Widerstand aufzubauen!

Aufbauen!

Dies ist die zentrale Erkenntnis, die der Gründung der Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen zugrunde liegt. Es liegt an uns, die notwendigen Abwehrorganisationen zu schaffen und unsere Gegenwehr auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Im Selbstverständnis der Gruppe heißt es:

„Jeder Antifaschismus, der nicht nach den gesellschaftlichen Ursachen faschistischer Ideologien fragt und diese aus der Welt zu schaffen sucht, bricht letztendlich mit dem Schwur von Buchenwald. Es gilt nicht nur, den Nazismus zu vernichten, sondern ihn an seinen Wurzeln anzugreifen und auf das Schärfste zu bekämpfen.[…] Es gilt eine starke antifaschistische Front nicht etwa durch Fragen nach der richtigen revolutionären Praxis zu behindern, sondern diese als das zu etablieren, was sie letztlich ist: antifaschistischer Abwehrkampf als Massenkampf mit dem Ziel einer möglichst breiten und gemeinsamen Abwehr der rechten Gefahr! Dies wollen wir durch die Schaffung einer starken antifaschistischen Organisierung und solidarische Bündnisarbeit realisieren.

Dabei gilt es jedoch, nicht in bloße Feuerwehrpolitik und Passivität zu verfallen. Aufgabe soll vielmehr sein, über Ursachen faschistischer Ideologien aufzuklären, ihre Gefahr und Aktualität zu zeigen und sie dort zu demaskieren wo sie sich offenbart, indem wir uns ihr gemeinsam und entschlossen entgegenstellen.“

Es gilt also, den Faschismus und seine Ideologie als das zu erkennen, was sie sind, nämlich Instrumente der Klassenherrschaft, und das auch da, wo sie bisher nur marginalen Einfluss haben. Aber der Kampf gegen diese Gefahr kann nicht nur die Sache von RevolutionärInnen und militanten AktivistInnen sein, sondern er muss gemeinsam mit jenem großen Teil der Gesellschaft geführt werden, der ein aktives Interesse daran hat, die stets bedrohten politischen und demokratischen Freiheiten, die diese Gesellschaftsform ihren Mitgliedern gewährt, zu verteidigen und weiter auszuweiten. Im Kampf gegen Faschistische Umtriebe müssen wir selbstverständlich mit Gewerkschaften, fortschrittlichen demokratischen Organisationen und auch grundsätzlich antifaschistisch ausgerichteten bürgerlichen Parteien zusammenarbeiten. Dies bedeutet nicht, dass wir in diesen Bündnissen aufgehen und zentrale Positionen aufgeben müssen – aber es ist unsere Aufgabe als KommunistInnen und AntifaschistInnen diesen Aufbauprozess voranzutreiben und zu entwickeln, und dazu gehört auch, Szenepolitik und Sektierertum zu überwinden.

 Lernen wie wir kämpfen müssen!

So wichtig und unabdingbar es heute sein mag, auf aktive Gegenwehr und Selbstverteidigung vorbereitet zu sein, Antifaarbeit kann und darf sich nicht auf militanten Widerstand auf der Straße beschränken. Dauerhaft zurückdrängen können wir die Faschisten nur dann, wenn wir sie auch politisch schlagen. Das politische Repertoire der Faschisten hat sich weder in der Vergangenheit, noch wird es sich in Zukunft auf die Mittel der nackten Gewalt beschränken. Den Nazis ist es in den 30er Jahren nur deshalb gelungen, die ArbeiterInnenbewegung und jeden demokratischen Widerstand im Blut zu ersticken, weil sie vorher sowohl das Wohlwollen der herrschenden Klasse als auch eine ausreichende Massenbasis gewonnen hatten. Und dies gelang ihnen nicht nur durch gewalttätiges Vorgehen gegen ihre Feinde, sondern auch durch die Waffe der Propaganda und Ideologie. Neben ihrem aggressiven Antikommunismus dienten ihnen vor allem die menschenverachtenden „Lehren“ des Antisemitismus und Rassismus dazu, die Wut und das Aufbegehren der unter den Folgen der großen Wirtschaftskrise leidenden Bevölkerung anstatt als revolutionäres Bewusstsein gegen die herrschenden Verhältnisse, als irrationalen und reaktionären Hass gegen einzelne Bevölkerungsgruppe zu richten. Und an genau diesen Mechanismen bedienen sich auch die Nazis von heute: an der Krise sind „die Griechen“ schuld, das Finanzkapital soll von „den Juden“ kontrolliert werden und hier in Deutschland nehmen uns angeblich „die Ausländer“ die Arbeit weg. Der Ideologie der Faschisten, die in Teilen oft bis weit in die bürgerliche Gesellschaft hinein Verbreitung findet, können wir nur dann erfolgreich entgegentreten, wenn wir sie auf allen Ebenen entlarven, aufzeigen und bekämpfen. Wir müssen kollektive Bildungs- und Aufklärungsarbeit leisten und nicht zuletzt zeigen, dass die Ideologie der Nazis eben nie und nirgendwo die Interessen der ArbeiterInnenklasse vertritt und weder antikapitalistisch noch in irgend einem anderen Sinne emanzipatorisch ist. Sie soll uns als Klasse spalten und gegeneinander aufhetzen, und das nützt immer nur den Herrschenden. Für uns muss es also darum gehen, in allen Kämpfen, an denen wir uns beteiligen, das Bewusstsein zu entwickeln und zu verbreiten, dass Faschismus mit den eigenen Interessen nicht vereinbar ist und dass die Abwehr, Verhinderung und Bekämpfung von Faschismus im Interesse der großen Mehrheit der Menschen ist. Nur wenn es uns gelingt, die Nazis nicht nur auf der Straße zurückzuschlagen, sondern auch zu verhindern, dass sich ihre soziale Demagogie in den Köpfen festsetzt, kann unsere antifaschistische Arbeit dauerhaft erfolgreich sein. Um reaktionäre Scheinauswege aus der gegenwärtigen kapitalistischen Krise zu verhindern müssen wir also einen antifaschistischen Grundkonsens schaffen der klar macht, dass Nazis nicht unsere Interessen, sondern die der Herrschenden vertreten. Weil aber auf den Antifaschismus des bürgerlichen Staates kein Verlass ist müssen wir selber Fakten schaffen und das heißt: nazifreie Zonen schaffen!

Wir begrüßen die Gründung der Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen und sichern den GenossInnen an dieser Stelle unsere tatkräftige Solidarität zu! In diesem Rahmen unterstützen wir auch als SDAJ die aktuelle Antifaoffensive, die den Sommer hindurch überall in BaWü mit Aktionen präsent sein wird und am 7. Juli mit einer großen Demo in Lörrach enden soll. Alle Termine finden sich hier: www.antifaoffensive.tk

Achtet auf weitere Ankündigungen!

Auf ein gutes Gelingen und eine solidarische und kämpferische Zusammenarbeit!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Alerta Antifascista!

Wir weisen an dieser Stelle auf eine Veranstaltung der VVN-BdA Tübingen-Mössingen hin.  Der Vortrag von Prof. Dr. Heinrich Fink (Vorsitzender der VVN-BdA) findet amMittwoch den 16. Mai um 19:30 im Kleinen Saal des Adolf-Schlatter-Hauses* in Tübingen statt. Wir dokumentieren den Ankündigungstext:

Millionen Menschen fielen ihm zum Opfer, namentlich während der Naziherrschaft; trotzdem ist er noch heute vielerorts latent oder sogar offen zu spüren, auch und gerade in Deutschland: Der Antisemitismus.

Welches sind die Ursprünge und Wurzeln dieser menschenfeindlichen Ideologie, welches ist seine Geschichte? Professor Heinrich Fink gibt Antworten auf diese Fragen.

Sein Vortrag setzt in der Zeit des antiken Judentums ein und begleitet den Zuhörer / die Zuhörerin aufklärend über einen Zeitraum von 2.000 Jahren durch die Geschichte des Antijudaismus beziehungsweise Antisemitismus. Von der Entwicklung der Judenfeindschaft zur Zeit der Bildung der konstantinischen Reichskirche über Martin Luthers Schrift „Von den Jüden und ihrenLügen“ (1543) und Antisemiten des 19. Jahrhunderts wie den Historiker Treitschke und den Hofprediger Stoecker bis zur Shoah reicht der Bogen, den Heinrich Fink spannt.

Dr. Heinrich Fink, emeritierter Professor für Evangelische Theologie, 1990-92 Rektor der Berliner Humboldt-Universität, danach Bundestagsabgeordneter der damaligen PDS, ist heute Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA).“

*Anmerkung zum Namensgeber des Veranstaltungsortes: Adolf Schlatter, Professor für Neues Testament, ist der nicht unumstrittene Stifter und Namensgeber des Hauses der Evangelischen Studentengemeinde Tübingen. 1935 veröffentlichte er die offen antisemitische Kleinschrift „Wird der Jude über uns siegen?“.

Während LehrerInnen im Geschichtsunterricht und offizielle VertreterInnen der Bundesrepublik gerne von der deutschen Kapitulation reden, sprechen wir immer noch vom Tag der Befreiung. An diesem Tag haben die Deutschen keine schwere Niederlage erlebt – an diesem Tag wurde die schlimmste Herrschaft in der Geschichte Deutschlands beendet.

Schon kurz nach der Machtübertragung an Hitler wurden Mitglieder der KPD, SPD und der Gewerkschaften in Konzentrationslager verschleppt. Viele von ihnen haben den Tag der Befreiung nicht mehr erlebt. Der sogenannte Reichsarbeitsdienst, sorgte dafür, dass tausende Menschen zu Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen wurden, ohne Rechte, geschweige denn einer Vertretung in Form von Betriebsräten. Die Gewerkschaften waren zu diesem Zeitpunkt schon zerschlagen.

In der Folge dieser Herrschaft wurden dann alle, die nicht ins faschistische Weltbild passten, deportiert und systematisch ermordet. Egal ob Menschen mit jüdischem Glauben, Homosexuelle, Menschen mit Behinderungen, Roma und Sinti oder politische GegnerInnen. Die deutsche Wehrmacht war bei all diesen Verbrechen beteiligt. So organisierte sie die Zusammentreibung von jüdischen Menschen um diese dann in Massengräbern zu erschießen. Unter dem Vorwand Partisanen zu bekämpfen wurden Dörfer ausgerottet, Frauen, Kinder und ganze Familien wurden gefoltert und ermordet.

Nazifreie Zonen gegen das Vergessen

Als am 8. Mai 1945 das faschistische Deutschland kapitulierte, atmeten nicht nur die überfallenen Nationen auf, sondern es bedeutete auch für viele Menschen in den Konzentrationslagern, dass sie das Unglaubliche überlebt hatten.

Aus diesem Grund ist dieser Tag der Tag, an dem wir all jenen Gedenken, die das Grauen beendeten, die die Welt vom faschistischen Terror befreiten. Nach dem 8. Mai 1945 gab es zwei Losungen an denen die Zukunft Deutschlands gemessen werden sollte. Nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus.

Seit 1999 nimmt Deutschland wieder an Angriffskriegen teil, ist mit seinen Truppen rund um die Welt präsent und baut seine Armee von einer wehrpflichtigen Verteidigungsarmee zu einer Berufsarmee um, die eine klare Angriffsarmee wird. Dem gilt es, sich zu widersetzen und aufzuzeigen, dass von diesem Land nie wieder Krieg entstehen darf, dass deutsche Profitinteressen nicht noch einmal die Welt in Schutt und Asche versetzen dürfen.

Wir leben derzeit nicht in einem faschistischen Staat. Dennoch stellen sich einige Fragen, die einen beängstigenden Beigeschmack haben. Wie konnte der sogenannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) über mehrere Jahre Menschen ermorden, obwohl staatliche Organe vom Treiben der Gruppe wussten? Wieso wird eine faschistische Partei wie die NPD durch Steuergelder finanziert, obwohl Mitglieder dieser Partei den „NSU“ mit Waffen versorgten? Wieso wird die Versammlungsfreiheit von FaschistInnen mit brutaler Gewalt durchgesetzt, während antifaschistischer Protest kriminalisiert wird?

All diese Fragen lassen uns zu einem Schluss kommen: Der Tag der Befreiung muss gefeiert werden, damit niemals vergessen wird, warum die Losung “Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus” auch heute noch aktuell ist.