»Antifa heißt Luftangriff!« –  Regression einer revolutionären Bewegung, Buchvorstellung / Diskussion mit Susann Witt-Stahl, Montag, 09.03.2015, 20:00 Uhr, Club Voltaire

Mit einem Input von Matthias Rude zum Thema
» „Antifaschistische“ Legitimierung von Krieg«

Antifaschismus heute ist zunehmend systemfromm und affirmativ oftmals pure Ideologie.  Mit marxistischer Analyse des Faschismus als terroristische Form bürgerlicher Herrschaft hat er immer weniger zu tun, meinen die Herausgeber des Bandes.  Sie legen eine Sammlung von Streitschriften vor, die deutlich machen, was Antifaschismus nicht sein darf.  Die zentrale These von Susann Witt-Stahl und Michael Sommer lautet: Antifaschismus droht zur Ode an die freie Marktwirtschaft zu verkommen.  Er entwickelt sich zum Teil des Problems, nicht mehr der Lösung.  Das ist eine ideologische Meisterleistung des Neoliberalismus.

Susann Witt-Stahl ist freie Journalistin und Autorin.  Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Ideologiekritik neoliberaler Politik, der modernen Kriege, der Kulturindustrie, gesellschaftlicher Naturverhältnisse sowie reaktionärer Tendenzen in der Linken. Darüber hinaus berichtet sie für Tageszeitungen und Magazine u. a. über internationale Krisen, beispielsweise aus dem Nahen Osten und der Ukraine.

Eine gemeinsame Veranstaltung von:

SDAJ Gruppe Tübingen
VVN-BdA Kreisvereinigung Tübingen-Mössingen: http://tuebingen.vvn-bda.de/
Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und Region: http://otfr.blogsport.de/
Club Voltaire Tübingen: http://www.club-voltaire.com/

Montag, 09.03.2015, 20:00 Uhr

Club Voltaire
Haaggasse 26b
72070 Tübingen

Am 15. März starten wir einen zweiten Lesekreis zum Thema Antifaschismus. Der Lesekreis findet immer sonntags von 14 bis 16 Uhr, und teilweise noch in den Semesterferien bzw. Osterferien, statt.

Vorwissen oder vorherige Lektüre sind nicht notwendig; alle Materialien werden euch auf den jeweiligen Sitzungen zur Verfügung gestellt und die Texte lesen wir gemeinsam auf den Sitzungen.

Den Ort und alles weitere erfahrt ihr nach der Anmeldung per Mail.

Anmeldungen und Fragen zum Lesekreis bitte an: kontakt@tuebingen.sdaj-bawue.de

Sitzungsplan

1. Sitzung/15. März: Was ist eigentlich Faschismus?

2. Sitzung/22. März: Pseudo- soziale Positionen der Rechten

3. Sitzung/29. März: Faschistische Gefahr und antifaschistischer Widerstand heute?

(5. April: Pause)

4. Sitzung/12. April: Die Neuen Rechten: Pegida, HoGeSa, AfD und Co

5. Sitzung/19 April: Workshop: Sprach- und Erkennungscodes der Nazis

(88“, „Ahnenblut“ und „Mitteldeutschland“)

 

Was ist Faschismus und wie lässt er sich bekämpfen?“

Um zu wissen wie wir uns gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft zur Wehr setzen und neue und alte Faschisten effektiv bekämpfen können, müssen wir zunächst mal verstehen was Faschismus denn eigentlich ist. Hast Du dich das auch schon einmal gefragt? Hast Du in der Schule oder Uni eine befriedigende Antwort bekommen?

Im Geschichtsunterricht ist wenn überhaupt nur im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg (1939-1945) von „Faschismus“ die Rede, meist spricht man ironischer Weise von Nationalsozialismus. Und möglicherweise verbindet sich damit der Eindruck, dass Faschismus eben Geschichte ist. Dabei ist doch mehr als offensichtlich, dass es heute noch Nazis gibt. Wieso? Welche Rolle spielen sie in unserer Gesellschaft? Und wem nützen Nazis? Dem allergrößten Teil der Bevölkerung jedenfalls nicht!

Wie ist der Aufschwung der AfD zu erklären und wie schaffen es PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“)  und HoGeSa („Hooligans gegen Salafisten“), ihren antimuslimischen Rassismus populär zu machen?

Wenn es uns ernst damit ist den Faschismus und seine Wurzeln zu vernichten, genügt es sicher nicht sich faschistischen Aufmärschen in den Weg zu stellen. Damit Antifaschismus konkret wird, müssen wir uns auch mit den Ängsten und Bedürfnissen beschäftigen an die Nazis mit ihren Lügen anknüpfen.

Antifaschismus wird dann konkret, wenn wir unser Verhalten danach ausrichten, d.h. wenn wir es schaffen uns gegen alle Formen von sozialer Ausgrenzung, von Rassismus und Ungleichbehandlung, gegen Krieg, für demokratische und soziale Rechte, einsetzen und den Menschen klarmachen, dass die Grenzen nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen Arm und Reich verlaufen.

Antifaschismus muss sich auch mit der Neuformierung des rechten Lagers beschäftigen. Wir wollen dafür keine fertigen Antworten liefern, sondern gemeinsam den Fragen der Zeit auf den Grund gehen. Und weil es kurzerhand viel mehr Spaß macht und effektiver ist dies gemeinsam zu tun, planen wir ab den 15. März  einen Lesekreis zum Thema Antifaschismus. Er findet sonntags von 14-16 Uhr statt. Du brauchst kein Vorwissen und musst auch keine Texte vorher lesen.

Nackt unter Wölfen

Solidarität in Zeiten der Barbarei

Am 11. April 2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald. Mit der Unterstützung der herannahenden 3. US-Armee wagten Häftlinge unter der Führung des illegalen Internationalen Lagerkomitees (ILK) den lange vorbereiteten bewaffneten Aufstand und entwaffneten die verbleibenden SS-Truppen, 21.000 Menschen wurden so vom Joch des deutschen Faschismus befreit. Der DDR-Schriftsteller Bruno Apitz hat diesem historischen Ereignis ein literarisches Denkmal gesetzt. In seinem Roman Nackt unter Wölfen erzählt er die Geschichte eines kleinen Kindes, welches in das Lager geschmuggelt und dort vom ILK versteckt wird. Nackt unter Wölfen ist keine detailgetreue Rekonstruktion des KZ Buchenwald, sondern konzentriert sich auf die Frage, wie Solidarität unter solch widrigen Umständen aussehen kann.

Apitz war ab 1934 im Zuchthaus Waldheim inhaftiert und verbrachte die Jahre 1937 bis 1945 selbst im KZ Buchenwald. Seine als Filmplot konzipierte Erzählung wurde nicht umgesetzt, woraufhin er das Manuskript umschrieb und 1958 als Buch veröffentlichte. Es erreichte schnell Millionenauflagen in der DDR und prägte die Politik nach dem zweiten Weltkrieg maßgeblich. Wir zeigen beim Roten Tresen die DEFA-Verfilmung von Nackt unter Wölfen aus dem Jahr 1963, welcher den „grundsätzlichen Konflikt zwischen menschlichem Mitgefühl und politischem Verstand“ (Ulrich Gregor) darstellt.

Im Anschluss an den Film gibt es wie immer die Möglichkeit über den Film und sein Verhältnis zur Geschichte zu diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Datum: 10. Februar 2015, 20 Uhr

Ort: Club Voltaire, Haaggasse 26b, 72070 Tübingen

 

 

Zusammen mit dem Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus mobilisieren wir gegen den nächsten Auftritt von PEGIDA in Villingen. Keinen Raum dem Rassismus, weder in Villingen noch sonstwo!

Kommenden Montag, am 26. Januar 2015, plant ein lokaler PEGIDA – Ableger wieder einen Aufmarsch in Villingen. Bereits am 12. Januar marschierten etwa 100 PEGIDA – Anhänger in Villingen auf. Ihr Aufmarsch war bisher der einzige in Baden-Württemberg. Bis zu 400 Menschen stellten sich der rassistischen Hetze entgegen und besetzten den Kundgebungsort der Rechten.

An diesen Erfolg gilt es anzuknüpfen. Es gilt den Rechten nicht die Straße zu überlassen. PEGIDA tritt bisweilen mehr, manchmal weniger offen rassistisch nach außen hin auf und fungiert als Sammelbecken für Rechte aller Couleur. Auf ihren Demonstrationen reichen sich Rechtspopulisten, NPD – Funktionäre und organisierte Faschisten aus der Kameradschaftsszene die Hände. Daneben gelingt es ihnen an gesellschaftliche Ängste und Ressentiments anzuknüpfen und diese in reaktionäre Bahnen zu lenken. So das Flüchtlinge und MigrantInnen für die Auswirkungen neoliberaler Politik verantwortlich gemacht werden.

Doch nach oben buckeln und nach unten treten kann nicht unsere gesellschaftliche Perspektive sein. Lasst uns gemeinsam und solidarisch dieser rassistischen Hetze entgegen treten. Rassismus muss im Keim erstickt, Rassisten dort bekämpft werden wo sie auftreten.

Für ein solidarisches Miteinander! Für eine Gesellschaft ohne Ausgrenzung!

Beteiligt Euch an der Mobilisierung und achtet auf weitere Ankündigungen!

Zugtreffpunkt:

DATUM: Montag, 26. Januar 2015
ZEIT: 15:00 UHR
ORT: Tübingen, HBF

Wir sind gestern (5. Januar 2015) mit rund 8000 Menschen gegen die rassistische Pegida-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) auf die Straße gegangen. Die Kundgebung auf dem Schlossplatz wurde vom Verein „Die AnStifter“ präventiv auf den Verdacht hin organisiert, dass ein Pegida-Ableger in Stuttgart an diesem Tag das erste Mal ihren gequirlten Schwachsinn von sich geben könnte. Dazu kam es wohl nicht: Auf der Kundgebung selber scheinen keine erkennbaren Anhänger der islamfeindlichen Bewegung anwesend gewesen zu sein und von einer Kundgebung oder Demonstration anderswo in Stuttgart war auch nichts zu hören.

Zunächst einmal ist es erfreulich, dass derartige menschenverachtende Ideologien sich in den Straßen Stuttgarts kein Gehör verschaffen konnten. Der gestrige Protest offenbarte allerdings auch einige Schwächen – was bei dem Spektrum der RednerInnen eigentlich auch nicht überrascht. Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der Pfarrer Eberhard Schwarz von der Stuttgarter Hospitalkirche und die Landesvorsitzende der GEW appellierten vor allem an das Mitgefühl für Asylsuchende, forderten ein „Zeichen für eine Kultur des Helfens gegen Fremdenfeindlichkeit“ und wollten den „Glauben“ der Flüchtenden an das „demokratische Deutschland“ sowie die „Menschenrechte“ festigen. Nebenbei wurden die dezentralen Stuttgarter Asyleinrichtungen hochgelobt (über deren Zustand wir selbst zu wenig wissen um ihn beurteilen zu können) und fast war vergessen, was eigentlich das Problem war – achja: Diese Pegida. Die wurde zumeist auf folgende Art und Weise gedeutet: Nicht alle von ihnen seien Nazis, manche seien auch „frustriert“, hätten „Abstiegsängste“ (Kuhn) oder hegten „Zukunftsängste“ die zum Teil auch „berechtigt“ seien (Schwarz). Da ist natürlich was dran – und doch bleibt es in dieser Kurzfassung falsch, denn eine eigentliche Erklärung liefert es nicht. Ebensowenig lässt sich die Dummheit der Anhänger für das Phänomen Pegida herbeiziehen – wobei wir ja durchaus den Eindruck haben, dass sie hier und da auch nachhilft. Letzten Endes hätten die RednerInnen stattdessen die gesellschaftlichen Gründe für Pegida benennen müssen, und daran scheitern sie notwendigerweise. Eine Begründung könnte ansetzen bei den Hartz IV Reformen, die einen Teil der von der Arbeiterbewegung erkämpften sozialen Errungenschaften rückgängig gemacht haben und die soziale Absicherung von Millionen von Menschen pulverisierten. Eine Begründung könnte auch bei der rassistischen Hetze von Angela Merkel & Co gegen die Bevölkerungen Griechenlands, Italiens oder Portugals anfangen und fortschreiten zu den Mechanismen, mittels derer Deutschland seine imperialistischen Interessen in der EU und weltweit durchdrückt. Oder aber eine Begründung könnte damit beginnen, dass im Mittelmeer jedes Jahr mehrere Tausend Menschen ertrinken während die EU einen Friedensnobelpreis entgegennimmt: Wir hören immer wieder, wie toll Europa ist und dass Europa eine starke Stellung in der Welt einnehmen muss – müssen wir uns dann wundern, wenn selbsternannte „patriotische Europäer“ auf die Straße gehen? Die Freiheit, die Menschenwürde und der Schutz des Individuums, an welche gestern auf dem Schlossplatz unermüdlich appelliert wurde, dies alles existiert im eigentlichen Sinne nur für einen kleinen Teil aller Menschen in Europa. Letzten Endes sind es die Profitinteressen des Kapitals welche dafür sorgen, dass Rassismus und Nationalismus gedeihen können. Der Kapitalismus leistet diesen Ideologien Vorschub, denn sie spalten die Arbeiterklasse und rechtfertigen die Ausbeutung anderer Völker. Eine größtenteils bürgerliche Kundgebung wie die gestrige wird wohl eher nicht zu einer solchen Ansicht gelangen. Einen kleinen Lichtblick stellte gegen Ende der Kundgebung zumindest noch Andreas Lindner vom Flüchtlingsrat dar.

Wir werden in jedem Fall auch in Zukunft gegen Pegida, Nazidemos und alle anderen rechten Umtriebe auf die Straße gehen. Wir tun dies nicht nur, um die rassistische Grundstimmung zu drosseln und das Leben für alldiejenigen zumindest ein wenig erträglicher zu machen, die dem Alltagsrassismus und oft genug auch körperlicher Gewalt ausgesetzt sind. Wir tun dies in unserem eigenen Interesse: Eine kapitalistische Gesellschaft wird nie eine freie Gesellschaft sein, aber immer auf Ausbeutung und Unterdrückung beruhen. Nur gemeinsam werden wir den Kapitalismus überwinden!

### BUSFAHRT nach BERLIN ### LLL 2015 ### BUSFAHRT nach BERLIN ###

Auch dieses Jahr organisiert die SDAJ wieder eine Busfahrt zum LLL-Wochenende am 10./11. Januar in Berlin. Wir fahren Freitag Abend in Stuttgart los, so dass wir am Samstag rechtzeitig zum Beginn der Rosa Luxemburg Konferenz ankommen – zurück geht es nach dem Ende der Demo am Sonntag. Falls du bzw. ihr Interesse habt, schreibt uns einfach eine e-mail an folgende Adresse: info@sdaj-bawue.de

Infos zu Ort und Zeit der Abfahrt, zu Kosten, Ablauf etc. erhaltet ihr dann direkt per Mail. Alle Infos zum Program und den verschiedenen Jugendaktivitäten rund um die Rosa Luxemburg Konferenz und das LLL-Wochenende gibts unter folgendem Link: SDAJ LLL-Wochenende

### BUSFAHRT nach BERLIN ### LLL 2015 ### BUSFAHRT nach BERLIN ###

Kriegstreiber outen! Krieg dem Krieg heißt Kampf dem Kapital!
Die EU-Wahl 2014 hat gezeigt: Wir erleben in einen Rechtsruck in Europa – Sozialabbau, Islamfeindlichkeit und eine schärfere Einwanderungspolitik sind auf dem Vormarsch. Die „Alternative“ für Deutschland, die FPÖ in Österreich, die Front National in Frankreich: All diese Parteien konnten in den letzten Monaten deutlich zulegen. Aber statt sich gegen diese Entwicklung einzusetzen, unterstützt die deutsche Bundesregierung in der Ukraine Faschisten – namentlich die Partei Swoboda – um die Interessen der deutschen Banken und Konzerne durchzusetzen. Im Moment sind die Planungen eines Bundeswehreinsatzes in der Ostukraine im vollen Gange. Das wäre das 14. Land, in dem die Bundeswehr Krieg führt. Wozu das dient, wird auch von führenden Politikern immer offener ausgesprochen: Horst Köhler (Bundespräsident bis 2010 ) betonte, dass„auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege“ und erst vor kurzem meinte Joachim Gauck (amtierender Bundespräsident), dass „…es manchmal erforderlich ist auch zu den Waffen zu greifen.

Militarismus vs. Jugend
Tagtäglich erleben wir in Schule, Betrieb und Uni, wie gekürzt und zusammengespart wird: Unbezahlbare Mensapreise, Kopiergeld, marode Schulen, überfüllte Klassen, steigende Semesterbeiträge. Jährlich fehlen über 300.000 Ausbildungsplätze – statt genügend Lehrstellen bereit zu stellen, werden Jugendliche aber in sinnlose Warteschleifen gesteckt oder als billige Arbeitskräfte genutzt. Die Bundesregierung hat angeblich kein Geld. Während der „Verteidigungshaushalt“ aber bei 32 Milliarden Euro liegt und die amtierende „Verteidigungsministerin“ aktuell für eine deutliche Aufstockung des Etats wirbt, werden nur 13 Milliarden für Bildung ausgegeben. Das Geld ist also da – statt es aber für eine kostenlose Bildung zu nutzen, werden damit Bundeswehreinsätze in aller Welt finanziert.

Die Novemberrevolution – kämpfen lohnt sich!
Dass der deutsche Imperialismus Krieg führt, ist allerdings nichts Neues. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sprachen sich schon 1914 konsequent gegen den Ersten Weltkrieg aus. Mit der Ablehnung der Kriegskredite, mit Streiks und Demonstrationen leisteten sie Widerstand und kämpften für eine Gesellschaft, in der die Rechte der arbeitenden Bevölkerung nicht ständig in Beschuss stehen. Mit der russischen Oktoberrevolution von 1917 vor Augen war es dann 1918 auch in Deutschland soweit: In der Novemberrevolution erkämpften sie den 8-Stunden-Tag, das Frauenwahlrecht und Koalitions-, Versammlungs- und Pressefreiheit, das Recht der Arbeiter auf Betriebsräte und Kündigungsschutz. Auch wenn das eigentliche Ziel der Novemberrevolution – ein sozialistisches Deutschland – nicht erreicht wurde und die Herrschenden Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ermorden ließen, zeigt dieses Beispiel dennoch deutlich: Widerstand lohnt sich! Damals wie heute.

Kriegstreiber haben Namen und Adressen!
Hinter den Bundeswehreinsätzen in aller Welt, hinter der Abwälzung der Krisenlasten auf die arbeitende und lernende Bevölkerung steht das Interesse der deutschen Banken und Konzerne.
Doch auch Kriegstreiber haben ihre Zusammenkünfte. Am 7.-9. Februar 2015 findet die so genannte NATO-Sicherheitskonferenz statt, auf der die nächsten Kriegseinsätze in aller Welt geplant werden – vier Monate später, am 4./5. Juni, treffen sich die G7, um darüber zu beraten, wie Ausbeutung, Kriege und Umweltzerstörung noch besser funktionieren. Wir wollen die Treffen der Kriegstreiber verhindern und rufen deshalb dazu auf, sich an den Protesten gegen die NATO-Sicherheitskonferenz und den G7-Gipfel zu beteiligen!

Make capitalism history – Jugend gegen Krieg!
Wir wollen uns in Gedenken an Lenin, Liebknecht und Luxemburg für unsere Interessen und gegen Sozialabbau und Kriege einsetzen! Deshalb fahren wir gemeinsam zum Lenin-Liebknecht-Luxemburg-Wochenende. Aus ganz Deutschland organisieren wir Busse oder andere gemeinsame Anreisen nach Berlin. Am Samstag werden wir an der Rosa-Luxemburg-Konferenz der jungen Welt teilnehmen und am Sonntag unsere Losungen gemeinsam mit 10.000 anderen Menschen auf die Straße tragen.

antifa-logo-historischEin Tübinger Antifaschist ist im Herbst 2014 zu einer Geldstrafe von 1350 Euro verurteilt worden. Der 25-Jährige hatte sich am 25. Mai 2013 an Protesten gegen Neonazis in Karlsruhe beteiligt und zusammen mit tausenden weiteren DemonstrantInnen den Aufmarsch der rechten Szene verhindert. In Karlsruhe selber hatte das Antifaschistische Aktionsbündnis Karlsruhe mit breiter Beteiligung den Protest vorbereitet. Unterstützt wurde diese lokale Koordination von zahlreichen engagierten AntifaschistInnen aus ganz Baden-Württemberg. Zahlreiche AktivistInnen wurden im Nachhinein mit diversen Verfahren u.a. wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Landfriedensbruch konfrontiert. Einmal mehr zeigte sich der Versuch von Polizei und Staatsanwaltschaft, die Proteste gegen Neonazis zu kriminalisieren und zu spalten. Der Tübinger Antifaschist wurde nun, 17 Monate nach den Protesten und nach 12 Monaten Ermittlungen und Verfahren, wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch und versuchter Körperverletzung verurteilt. Das Urteil stützte sich größtenteils auf die Aussagen von PolizeibeamtInnen; dem gegenüber stand die Aussage des Angeklagten sowie der Fakt, dass trotz umfassenden Videomaterials der Polizei die zentralen Vorwürfe dort nicht erkennbar waren. Offensichtlich sind die Anstrengungen seitens der staatlichen Institutionen politisch motiviert und zielen darauf ab, den Protest gegen rechte Strukturen und rechte Ideologie zu delegitimieren.

Wir erklären uns solidarisch mit dem verurteilten Antifaschisten! Die staatliche Willkür in Strafverfolgung und Verurteilung trifft immer Einzelne – aber gemeint sind alle, die sich aktiv gegen Faschismus, Rassismus und Kapitalismus engagieren. Wir rufen dazu auf , den Verurteilten zu unterstützen! (Spendenkonto: SDAJ Bundesvorstand, Stichwort: Tübinger Antifaschist, Konto-Nr: 100 489 2000, BLZ: 100 900 00, Berliner Volksbank, IBAN: DE81100900001004892000, BIC: BEVODEBBXXX).

Antifa Aufbau Tübingen, Antifa Reutlingen Tübingen *[ART]*, Attac Tübingen, Deutsche Kommunistische Partei DKP, Epplehaus, LevelUP, Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus OTFR, Rechtshilfegruppe Tübingen, [’solid].SDS Tübingen, SDAJ Tübingen, Zelle Reutlingen

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA Tübingen unterstützt ebenfalls den Spendenaufruf.

Auch an diesem 23. November 2014 hatte die Kreisvereinigung der VVN-BdA in Reutlingen wieder zu ihrer traditionellen Totensonntags-Gedenkfeier an die Opfer des Faschismus eingeladen. Gemeinsam mit dem Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus (OTFR) beteiligte sich auch die SDAJ Tübingen an der Veranstaltung. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurde die Veranstaltung wieder von zahlreichen Jugendlichen besucht. Rednerinnen und Redner aus dem antifaschistischen Spektrum von Gewerkschaften über die Partei die Linke bis zu uns als kommunistischem Jugendverband erinnerten an die Opfer der Naziherrschaft und mahnten zur Wachsamkeit – denn der Faschismus existiert nicht nur in den Geschichtsbüchern, er ist auch heute noch eine Bedrohung!

Deshalb: Werde aktiv gegen Faschismus und Rassismus und mach mit im OTFR! Das offene Treffen findet jeden zweiten Montag im Monat um 20:00 im Klubhaus (Wilhelmstraße, direkt gegenüber der Neuen Aula) statt.

Redebeitrag der SDAJ Tübingen:

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

Liebe Genossinnen und Genossen,

Heute, am Totensonntag, gedenken wir gemeinsam allen Opfern des deutschen Faschismus und eine Losung, die uns dabei stets begleitet heißt „die Toten mahnen die Lebenden“. Doch was bedeutet das konkret? Die Zeit des deutschen Faschismus ist weder einfach als „dunkles Kapitel der deutschen Geschichte“ abzutun, noch mit einem Gedenkstein, wie groß und beeindruckend er auch immer sein mag, zu „bewältigen“. Hier ist ein aktives und vor allem politisches Gedenken zwingend notwendig und damit verbunden auch der aktive Kampf gegen Rassismus und Faschimus. Beide sind mit dem 8. Mai 1945 leider nicht vom Erdboden verschwunden. Geschichte darf nicht vergessen, ignoriert, beschönigt oder gar geleugnet werden. Es ist unsere Aufgabe als junge Antifaschistinnen und Antifaschisten, als Kommunistinnen und Kommunisten die Erinnerungen an die Verfolgten, die zu Tode gequälten und Ermordeten lebendig zu behalten. Aber auch diejenigen, die Widerstand im Untergrund oder im Konzentrationslager geleistet oder als SoldatInnen und PartisanInnen zur Befreiung vom Faschismus beigetragen haben, dürfen dabei nicht vergessen werden.

Kurt Julius Goldstein, Jude und Kommunist, der in Buchenwand die Häftlingsnummer 58.866 zugewiesen und eintätowiert bekam, wurde Vor 100 Jahren geboren. Er war bereits in jungen Jahren Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands und kämpfte ab November 1936 als Interbrigadist im Spanischen Bürgerkrieg, wurde nach der Demobilisierung der Brigaden in Frankreich interniert, im Juli 1942 an das faschistische Deutschland ausgeliefert und nach Auschwitz verschleppt. Er überlebte 30 Monate im Konzentrationslager und im Januar 1945 den Todesmarsch ins KZ Buchenwald. Unentwegt gemahnte der engagierte Antifaschist in Zeitzeugengesprächen an die Gräuel der Nazidiktatur. Dabei war es ihm immer sehr wichtig, darauf hinzuweisen, dass es auch in den Konzentrationslagern viele Widerstandsaktionen gab. In seinen Lebenserinnerungen schreibt er dazu:

„Es hat in Auschwitz nicht einen Tag gegeben, an dem nicht Menschen erschlagen, erschossen, erhängt und vergast wurden. Unmenschlich ist jeder Tag gewesen! Aber es hat auch keinen Tag gegeben, an dem Juden, Nichtjuden, Kommunisten und Nichtkommunisten nicht Widerstand geleistet haben. Wenn man nicht beide Seiten sieht, macht man sich ein falsches Bild von Auschwitz“.

Die Befreiung erlebte er in Buchenwald, in dem Lager also in dem es eine illegale Lagerorganisation gab, die den Beschluss gefasst hatte, das Lager mit militärischen Mitteln zu befreien. Über die Befreiung durch die Amerikanische Armee schreibt er: „Die Befreiung war eine zweite Geburt. Ich habe immer daran geglaubt, daß wir den Faschismus besiegen und ich zu den Siegern gehören werde. Auch in den schlimmsten Zeiten in Auschwitz habe ich eigentlich nicht ans Sterben gedacht. Ich hatte keine Angst vor dem Tod. Das Wichtigste für mich, um zu überleben, war die Entschlossenheit, diesen Kampf zu Ende zu führen.“ Bertolt Brecht schrieb bereits in den 40er Jahren, dass der Schoß noch fruchtbar sei, aus dem der Faschismus kroch. Damit wollte er seine Zeitgenoss_innen vor der Möglichkeit einer neuen faschistischen Gefahr warnen. Diese Warnung hat heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Wir leben in einem Staat, der bei jeder Gelegenheit marschierenden Neonazis die Straßen frei prügelt. Engagement gegen Faschismus und Rassismus wird systematisch verfolgt, kriminalisiert und in der Öffentlichkeit diffamiert. Und all das geschieht im selben Land, in dem eine neonazistische Terrorgruppe namens NSU jahrelang unter der schützenden Hand des sogenannten Verfassungsschutzes Menschen ermorden konnte. Und deswegen liegt es an uns, an den nachfolgenden Generationen, den Kampf, der für Goldstein einer der Gründe war, dass er nicht aufgegeben hat und für sein Überleben kämpfte, weiter zu führen und hoffentlich auch zu einem Ende zu bringen. Dafür muss an alle Opfer des Faschismus gedacht werden, also auch an die Soldaten der allieerten Armeen, die im Kampf gegen diese Tyrannei ihr Leben lassen mussten. Die Sowjetunion hatte im Krieg gegen den deutschen Faschismus mit über 25 Millionen Toten die meisten Opfer zu beklagen – Auch diesen Opfern gilt heute unser Gedenken.

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus

 

Nachtrag: Die Antisemitismus-Analyse der Redebeiträge von Linksjugend ’solid Reutlingen und der Partei Die Linke teilen wir nicht.  

Der Förderverein für jüdische Kultur in Tübingen e.V. und der Club Voltaire laden zu der Filmvorführung „Der Dachdecker von Birkenau“ ein:
Der Dokumentarfilm schildert das Schicksal des Shoa-Überlebenden Mordechai Ciechanover.
Der 89jährige Zeitzeuge suchte gemeinsam mit dem Regisseur das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und alle weiteren Konzentrationslager, in die er verschleppt wurde,
u.a. das benachbarte Hailfingen-Tailfingen, auf. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Diskussion mit dem Regisseur Johannes Kuhn.
Eintritt frei – Spende erbeten.

Gerhard Bialas (DKP) bei der Einweihung der ersten Gedenktafel auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers.

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In Natzweilers Außenlager „K. L. Hailfingen”, 40 km südwestlich von Stuttgart, mussten 601 jüdische Häftlinge einen Militärflugplatz ausbauen. Aufgrund menschenfeindlicher Lebensbedingungen starb fast ein Drittel der Häftlinge innerhalb der nur drei Monate, die das Lager um die Jahreswende 1944/45 existierte.

Wie auch bei vielen anderen kleineren Konzentrationslagern wurde die Existenz des Außenlagers Hailfingen jahrzehntelang fast völlig verdrängt. Erst 1986 wurde eine offizielle „Gedenkstätte” eingeweiht: Drei Steine auf dem Tailfinger Friedhof. Auf eine informative Inschrift wurde dabei bewusst verzichtet. Bis heute stößt Gedenken gelegentlich auf Widerstand – eine Hinweistafel am Ort des Lagers durfte bislang nicht angebracht werden.
Dass seit 2010 die Gedenkstätte in Tailfingen und das Mahnmal zwischen Hailfingen und Tailfingen existieren, ist dem Durchhaltevermögen einiger Aktivist_innen zu verdanken, die sich in einem zähen Kampf über viele Jahre hinweg für einen würdigen Gedenkort einsetzten.

Das Offenes Treffen gegen Faschismus und Rassismus Tübingen und Region lädt zum gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte und des Mahnmals in Tailfingen-Gäulfelden ein.

Datum: Sonntag 26.10.2014 // Zugtreffpunkt: 13:30 Uhr am Tübinger Hauptbahnhof

Die geführte Besichtigung des Dokumentationszentrums ist kostenlos. Wir werden voraussichtlich um 19:12 Uhr wieder am Tübinger Hauptbahnhof ankommen.

Macht mit im Offenen Treffen gegen Faschismus und Rassismus!

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