IMG_0394_smallAm Mittwoch den 18. Juni haben wir mit einer „Outing“-Aktion in der Tübinger Altstadt auf die katastrophalen Zustände in den Wohnheimen des Uniklinikums und die schlechten Arbeitsbedingungen der Auszubildenden aufmerksam gemacht.

Hier gibt’s unsere Kleinzeitung zum Outing als pdf. zum Download.

„Wir lassen das Wasser erstmal eine Viertelstunde lang laufen, damit sie sich von der braunen Brühe zu klarem Wasser verwandelt“, so beschreibt eine junge Auszubildende ihren alläglichen Morgen. Aber nicht nur dreckiges Wasser, sondern auch eine mögliche Legionellenbelastung stellt eine Gefahr für die Gesundheit der Azubis dar. Und nicht nur das: Im Winter bilden sich „Eiszapfen in den Fenstern“ und ohne ein zusätzliches Heizgerät kommt man nicht aus. Dieses baufällige Gebäude wurde inzwischen von Mitgliedern des Landtages besucht, jedoch hat sich an der Lage selbst noch nichts geändert. Auch eine Camping-Aktion der BewohnerInnen fand in den letzten Tagen statt. Um ein Zeichen gegen die unzumutbaren Zustände in den Wohnheimen zu setzen, wollen wir sie plakativ aufdecken, und so ein Bewusstsein dafür schaffen, dass trotz schwarzer Zahlen am Uniklinikum die Wohnsituation der eigenen MitarbeiterInnen nach wie vor miserabel ist.

Aber nicht nur die Wohnungslage ist miserabel, sondern auch die Arbeitsbedingungen der Azubis: Eine bessere Anleitung in der Praxis, weniger Überstunden und eine bessere Vergütung wünschen sie sich. Diese Forderungen formulierten sie auch lautstark beim letzten Warnstreik am Uniklinikum, bei dem sie gemeinsam mit einem großen Teil der Belegschaft für ihre Interessen eintraten. Trotzdem sind die Forderungen der Azubis bei den letzten Tarifverhandlungen fast vollständig unter den Tisch gefallen – ein weiterer Grund, sie noch einmal zu thematisieren Solche Zustände sind kein Einzelfall, sondern der Regelfall an deutschen Kliniken.

Letzten Endes kommt es aber darauf an, dass die Belegschaft des Uniklinikums sich in den Auseinandersetzung mit der Klinikumsleitung nicht spalten lässt und in Zukunft noch kämpferischer und hartnäckiger für ihre Forderungen eintritt! Dazu wollen wir mit unseren Aktionen einen Beitrag leisten.

 Das Outing reiht sich in usnere Kampagne „Unsere Zukunft statt eure Profite“, die sich zum Ziel gesetzt hat, die miserablen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen der Arbeiterjugend in Deutschland aufzudecken und zu skandalisieren. Als konkretes Ziel fordern wir daher ein Ausbildungsgesetz.

IMG_0089.jpgAb Donnerstag den 19. Juni wollen wir im Rahmen unserer MASCH (Marxistische Abendschule) das Buch „Niederlage und Zukunft des Sozialismus“ von Hans Heinz Holz lesen. Der Text ist unter den Eindrücken der sogenannten „Wende“ von 1989/90 entstanden und stellt im deutschsprachigen Raum einen der ersten Versuche dar, diese welthistorischen Ereignisse marxistsich zu deuten. Nicht zuletzt geht es Holz darum, aufzuzeigen, warum Mensch trotz oder gerade wegen des Scheiterns dieses ersten Anlaufs, den Sozialismus aufzubauen, weiterhin an einer marxistsichen Perspektive festhalten sollte, wenn es ihm ernst ist mit der Überwidnung des Kapitalismus. Was können wir aus der Niederlage der sozialistischen Länder lernen? Und: Kann man denn heute überhaupt noch KommunistIn sein? Holz würde sagen: Ja, jetzt erst recht! Wir wollen diesen Standpunkt und die Argumente, mit denen Holz ihn begründet, gemeinsam diskutieren.

Wenn du Interesse hast mitzumachen, schreib uns einfach eine Mail mit dem Betreff „MASCH“ an kontakt@tuebingen.sdaj-bawue.de Wir treffen uns jeden zweiten Donnerstag um 19:00. Den genauen Ort geben wir bei Interesse gerne per Mail bekannt.

Aus dem Vorwort: „Kommunistische Parteien sind heute in der Krise – nicht nur in der BRD. Diese Krise der Parteien ist nicht eine Krise des Marxismus, der seine theoretische Kraft nicht zuletzt darin bewiesen hat, daß mehr und mehr auch die bürgerliche Wissenschaft von Denkmodellen und Einzeleinsichten marxistsicher Forschung Gebrauch macht und sie in sich integriert, ohne allerdings das System im Ganzen und seine weltanschaulichen Konsequenzen zu akzeptieren. Natürlich ist der Marxismus, wie jede Wissenschaft, herausgefordert durch neue Entwicklungen der Wirklichkeit, die es mit Weiterbildung der Theorie zu begreifen gilt […]

Die Voraussetzungen eine rnicht bloß pragmatischen, gar opportunistsichen sozialistsichen Politik, die das Ziel der Überwindung des Kapitalismus und des Übergang szur klassenlosen Gesellschaft nicht aus den Augen verliert, ist die ständige Arbeit an der richtigen Theorie der Wirklichkeit, in der wir leben […]

Wer aus der Geschichte lernen will, muß über sie nachdenken. Meine begründet vorgetragenen Positionen mögen Widerspruch herausfordern; aber dieser Widerspruch muss sich dann auch mit Gründen stark machen und darf sich nicht durch Impressionen und Emotionen leiten lassen. Im Austausch und Gegeneinander der Argumente wird dann auch die Sache klarer werden. Die Begriffe zu klären ist unerlässlich, um wissen zu können, wofür man kämpfen will.“

Ihr Leben für die Revolution_smallDiesmal wird es beim Roten Tresen um Phoolan Devi gehen, eine indische Sozialrebellin mit einer unglaublichen Lebensgeschichte. Selten treten patriarchalen Strukturen deutlicher als fester Bestandteil der kapitalistischen Gesellschaft auf und selten wird die Geschichte des Kampfes einer Frau gegen eben diese grausamen Verhältnisse so klar dargestellt, wie in diesem Film.

Ein Raum, ein Tresen, viele Ideen: Wer mit uns politische Filme sehen und in offener, angenehmer Atmosphäre über politische Fragen diskutieren möchte, die ihr/ihm unter den Nägeln brennen, oder wer einfach nur in solidarischer Gesellschaft ein Feierabendbier trinken möchte: Alle sind herzlich willkommen!

Der Rote Tresen ist eine Veranstaltungsreihe der SDAJ Tübingen, in Kooperation mit dem LAIKA Verlag und dem Club Voltaire.

Anlässlich der Tarifkämpfe an den Kliniken ist ein RiseUp-EXTRABLATT erschienen. Einfach auf das Cover klicken und pdf-Version downloaden.kleinzeitung_extra_3rd-1