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Wir unterstützen die Mobilisierung des Offenen Treffens gegen Faschismus und Rassismus (OTFR) Tübingen zur NSU-Prozess Demo in München.

Am 04.04. um 19:30 findet im Kleinen Saal im Klubhaus eine Info- und Mobilisierungsveranstaltung der Antifa Aufbau Tübingen und der VVN/BdA mit Genoss_innen aus München statt, die von ihrer politischen Arbeit rund um den NSU-Prozess berichten werden.

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf des münchner Bündnisses:

Greift ein gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!

Am 17. April 2013 wird in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultze und André Eminger.

Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft deshalb zu einer bundesweiten Großdemonstration in München am Samstag vor Prozessbeginn auf.

Im November 2011 wurde bekannt, dass die rassistischen und mörderischen Taten der Nazis des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) sieben Jahre lang unter den Augen der Sicherheitsbehörden begangen wurden. Sie haben zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt. In den Medien wurde der Begriff „Döner-Morde“ geprägt und die Sonderkommission gab sich den Namen „Bosporus“. Damit schloss die Polizei von Anfang an rassistische Hintergründe der Morde aus, behandelte die Opfer wie Täter und ermittelte in Richtung organisierter „Ausländer-Kriminalität“.

Durch die rassistischen Ermittlungen der Sicherheitsbehörden wurden Familien, Verwandte und persönliches Umfeld der Opfer über Jahre überwacht und akribisch durchleuchtet. Durch den völlig unbegründeten Verdacht gegen das familiäre Umfeld der Opfer wurden soziale Zusammenhänge zerrissen und die persönliche Existenz zahlreicher Menschen zerstört. Der Rassismus von Behörden und Öffentlichkeit vehinderte so zweifach die Aufklärung der Morde: Während die Hinweise auf rassistische Hintergründe ausgeklammert und vernachlässigt wurden, erschien die These, migrantische Gewerbetreibende seien in mafiöse Strukturen verwickelt, der Polizei und einer breiten Öffentlichkeit unmittelbar einleuchtend und erübrigte weiteres Nachfragen.

Fünf der insgesamt zehn NSU-Morde fanden in Bayern statt, zwei davon in München. Zwischen dem „Thüringer Heimatschutz“, in dem die Haupttäter des NSU vor ihrem Abtauchen organisiert waren, und der bayerischen Naziszene bestanden in den 90er Jahren enge Verbindungen. Böhnhardt und Mundlos nahmen an verschiedenen Treffen und Veranstaltungen der Szene in Bayern teil. Einige der engsten Unterstützer_innen des NSU lebten oder leben immer noch in Bayern, u.a. Mandy Struck, deren Identität Beate Zschäpe im Untergrund angenommen hatte. Mit Tino Brandt und Kai Dalek stehen zwei V-Leute des Verfassungsschutzes auch für die Verbindung zwischen der thüringischen und der bayerischen Naziszene.

„Deutschland hat ein riesiges Rassismus-Problem“, sagte Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Anfang November.

Der strukturelle Zusammenhang von Naziterror mit staatlichem und alltäglichem Rassismus in Gesellschaft, Politik und Medien zeigte sich bei der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl nach den Pogromen Anfang der 90er Jahre wie auch jetzt bei aktuellen Anti-Islam-Kampagnen: Der Rassismus ist tief verankert in der Mitte der Gesellschaft. Dass sich auch nach dieser Mordserie nichts Grundsätzliches im Bewusstsein der Menschen verändert hat, verdeutlichen folgende Beispiele: Zwanzig Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen kämpfen Flüchtlinge immer noch für elementare Menschenrechte in Deutschland, werden Roma stigmatisiert und in eine unsichere Zukunft abgeschoben. Hier lebende Migrant_innen werden täglich diffamiert, bedroht, angegriffen und kriminalisiert.

Die Verharmlosung und Vertuschung von Rassismus und Naziterror hat Tradition in diesem Land. Rechte und rassistische Gewalttaten und Morde haben in Deutschland eine traurige Kontinuität. Die blutige Spur reicht vom bis heute unaufgeklärten Oktoberfestattentat, über die rassistischen Anschläge und Pogrome in Rostock, Mölln, Solingen und Hoyerswerda, über die seit 1989 rund 200 Morde an Migrant_innen, Obdachlosen, Punks und Antifaschist_innen bis hin zu den Morden des NSU.

München war dabei schon viele Male Schauplatz neonazistischen Terrors: Bei dem bisher größten faschistischen Anschlag in der BRD wurden 1980 durch einen Täter aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann auf dem Münchner Oktoberfest 13 Menschen getötet und weitere 200 zum teil schwer verletzt. 1981 lieferten sich Neonazis auf dem Weg zu einem Bankraub mit Polizeibeamten in München eine Schießerei, bei der zwei Neonazis starben. 1985 setzten Neonazis der Gruppe Ludwig ein Lokal in der Schillerstrasse in Brand, wodurch eine Person getötet wurde. 2003 beschafften Neonazis aus der Kameradschaft Süd sich Waffen und Sprengstoff und planten u.a. einen Anschlag auf die Grundsteinlegung des neuen jüdischen Gemeindezentrums.

Seit Bekanntwerden der Mordserie des NSU offenbart sich eine erschreckende Politik der Verschleierung: Geschredderte und verheimlichte Akten, konsequentes Vertuschen und Lügen in Untersuchungsausschüssen, wenige, viel zu späte Rücktritte von Verantwortlichen. Eine transparente, schonungslose Aufklärung der Rolle von Geheimdiensten und Polizeibehörden findet bisher nicht statt. Statt ernsthafte politische Konsequenzen zu ziehen gegen Rassismus und die skandalöse Unterstützung des Aufbaus von Nazistrukturen durch Mitarbeiter_innen des (bayerischen) Verfassungsschutzes, reden die verantwortlichen Politiker_innen weiter von vereinzelten Pannen.

Rechte Gesinnung hat beim Verfassungsschutz (VS) Kontinuität: Gegründet im Jahre 1950 mit ehemaligen Nazis sorgte er dafür, dass Widerständler_innen gegen den Nationalsozialismus erneut in deutsche Gefängnisse kamen. In den 60er Jahren bekämpfte er die Student_innenbewegung, in den 70er und 80er Jahren lieferte er das Material für die Berufsverbote linker Aktivist_innen. Vor neun Jahren scheiterten die Pläne für ein NPD Verbot nicht zuletzt daran, dass diese bis in die höchsten Führungsetagen von V-Leuten und Spitzeln des Verfassungsschutzes durchsetzt war. Auch das ummittelbare Umfeld des NSU ist durchsetzt mit V-Leuten aus Verfassungschutz und Polizei.

Deshalb kann die einzige Konsequenz aus der Verstrickung der Behörden nur sein: Verfassungsschutz abschaffen! Wir müssen verhindern, dass die Regierung die NSU-Morde instrumentalisiert, um ihren Sicherheitsapparat weiter aufzurüsten, und damit endgültig eine der wenigen Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus – die Trennung von Geheimdiensten und Polizei – rückgängig macht.

Unsere Anteilnahme und Solidarität gilt den Opfern des NSU-Terrors und ihren Angehörigen. Sie wurden nicht nur Opfer des militanten Rassismus der NSU-Täter_innen, sondern auch in der Folge noch durch die rassistischen Ermittlungen der Polizei drangsaliert.

Bekämpfen wir gemeinsam Rassismus in Gesellschaft, Politik und Institutionen!

Entschädigung für die rassistischen und diffamierenden polizeilichen Ermittlungen!

Schonungslose Aufklärung der Verstrickung von Geheimdiensten und Polizeibehörden!

Verfassungsschutz abschaffen!

Neue Ermittlungen zur Aufklärung des Attentats von 1980 in München!

Abschaffung aller rassistischen Gesetze – kein Mensch ist illegal!

Für eine rassismusfreie, solidarische Gesellschaft!

bw_raus_aus_der_schule_kleinAktion gegen die Bundeswehr an einer Göppinger Schule

Die Bundeswehr hat vom 11. bis zum 15. März 2013 mit einem „Info-Truck“ an der Gewerblichen Schule Göppingen Werbung für ihre imperialistischen Kriege gemacht und versucht, sich als „normaler Arbeitgeber“ zu inszenieren. Auf dem Pausenhof wurden die Schüler_innen gezwungen sich statt ihres Unterrichts die militaristische Propaganda der Bundeswehr im Truck anzuhören. Der“Beruf Soldat“ sollte hier schmackhaft gemacht werden – aber die Bundeswehr ist kein „normaler Arbeitgeber“. Sie ist momentan von Afghanistan bis Mali an 13 Militäreinsätzen beteiligt.

Dies bedeutet entgegen der Propaganda der bürgerlichen Presse nicht etwa die Durchsetzung von Menschenrechten und Demokratie sonder Zerstörung, Elend und Mord! Als Interventionsarmee unterstützt sie die Realisierung der Interessen des Kapitals, z.B. indem sie Rohstoffzugänge und Handelswege sichert.

Um dem desinformierenden Treiben der Bundeswehr etwas entgegenzusetzen haben wir am 12. März dem Pausenhof dieser Schuleeinen Besuch abgestattet. Ein Transpi mit der Aufschrift „Bundeswehr raus aus den Schulen! Raus aus den Köpfen! Raus aus allen besetzten Gebieten!“ war mit dabei und eine Vielzahl an Flyern wurde verteilt. Insgesamt war ein Großteil der Schüler_innen schnell davon überzeugt, dass die Bundeswehr und ihre Kriege alles andere als cool sind (wir hoffen dass ihr die Gehirnwäsche im Truck noch einigermaßengutüberstanden habt – ihr könnt uns gern schreiben wie es war).

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Der stellvertretende Schulleiter war nicht sonderlich erfreut von unserem Treiben und hat uns zur Belustigung der umstehenden Schüler_innen mit der Polizei gedroht. Abgesehen davon, dass einige Schüler_innen uns sofort versicherten, dass das „mindestens 15 Minuten“ dauern würde – wir wären sowieso noch ein wenig geblieben. Der Schulleiter forderte weiter, dass alle Schüler_innen welche sich einmischten ihren Ausweis vorzeigen sollten – auch das stieß nicht auf große Resonanz. Auch wenn nicht viel Zeit blieb sich mit Jeder und Jedem ausführlich zu unterhalten haben wir währenddessen viele Diskussionen geführt und knapp 100 antimilitaristische CDs mit Tracks von u.a. Holger Burner, Irie Révoltés, Albino und Kurzer Prozess verteilt. Zumindest einem Teil der Schüler_innen wurde ein kritischerer Blick auf die wahren Tätigkeiten der Bundeswehr nahegebracht und wir sind uns sicher, dass die Aktion zumindest ein Teilerfolg war.

Beim nächsten Mal sind wir mehr und bleiben länger!

Bundeswehr raus aus den Schulen! Raus aus den Köpfen!

Bundeswehr raus aus allen besetzten Gebieten!

Austritt Deutschlands aus dem Kriegsbündnis NATO!

logo_lilaUnser Redebeitrag auf der Veranstaltung der DKP Stuttgart zum Internationalen Frauentag:

Liebe Freund_innen, Liebe Genoss_innen,

Wir bedanken uns für die Gelegenheit, hier für die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend Tübingen sprechen zu dürfen. Für uns als Kommunist_innen ist der Internationale Frauentag grundsätzlich mit dem Kampf gegen das kapitalistische Herrschaftssystem verbunden. Letztlich ist es der Kapitalismus, der eine Gleichheit von Mann und Frau verhindert, indem er die Frau entweder auf die häuslichen Reproduktionsarbeiten beschränkt oder in die am schlechtesten bezahlten Segmente der Lohnarbeit abdrängt. Hinzu kommen für Frauen und Mädchen in unserer Gesellschaft aber auch besondere Probleme wie Gewalt oder die Abwälzung der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit für die Kindererziehung auf die Frau. Weltweit werden bis zu 70% der Frauen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalttaten.

Entscheidend für die Lebenslage von Frauen und Mädchen ist aber nicht in erster Linie ihr Geschlecht, sondern ihre Klassenzugehörigkeit. Denn auch die große Mehrheit der Jungen und Männer wird von der Herrschaft des Kapitals unterdrückt und ihrer Lebenschancen beraubt. Und das Kapital hat kein Geschlecht, unter den Herrschenden in dieser Gesellschaft befinden sich Männer wie Frauen. Deshalb sind Forderungen nach „mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft“ falsch und irreführend. Ein Austausch des kapitalistischen Herrschaftspersonals nützt der großen Mehrheit der Menschen, egal ob Mann oder Frau, überhaupt nichts.

Viele Menschen in Deutschland, auch viele Frauen, würden sagen, dass hierzulande die Gleichheit von Mann und Frau im Wesentlichen schon erreicht sei. Sind Männer und Frauen nicht gleich vor dem Gesetz? Haben wir nicht sogar eine Frau als Kanzlerin?

Eine formelle Gleichstellung kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass im realen Leben von Gleichheit oft keine Rede sein kann. Immer noch verdienen Frauen im Schnitt 23% weniger als ihre männlichen Kollegen, auch wenn sie oft dieselbe Arbeit machen. Der Niedriglohnsektor in Deutschland ist überwiegend von Frauen geprägt: Über 70% der prekär Beschäftigten und 80% aller Teilzeitbeschäftigten sind Frauen. Die meisten Berufe, die typischerweise von Frauen ausgeübt werden, sind von besonders schlechten Löhnen gekennzeichnet. Die schlechtere Bezahlung der Mädchen und Frauen steht in krassem Gegensatz zu der Tatsache, dass Mädchen öfter als Jungen ihr Abitur machen.

In einer kapitalistischen Gesellschaft, in der nicht für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird sondern für den Profit, wird Schwangerschaft als Risiko gesehen und gilt daher als Grund, eine Frau nicht einzustellen. Der Mangel an Kita-Plätzen zwingt viele Frauen dazu, sich zwischen Familie und Beruf zu entscheiden. Frauen haben deshalb immer eine schwächere Verhandlungsposition gegenüber dem Unternehmer und werden dementsprechend als Lohndrückerinnen missbraucht.

In einer bürgerlichen Tageszeitung sind Frauen zu Krisengewinnerinnen erklärt worden, weil die Ausweitung der sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse in der Krise derzeit vor allem Männer betrifft. Die Autorin dieses Artikels sollte man vielleicht einmal fragen, was eine Arzthelferin mit weniger als 1500 € im Monat davon hat, wenn Männer ihren Job verlieren. In Wirklichkeit richten sich die Angriffe des Kapitals in der Krise immer zuerst gegen die prekär Beschäftigten und die sind nun mal in ihrer Mehrzahl Frauen.

Die sogenannte Sparpolitik des Staates in der Krise, vor allem auf kommunaler Ebene, trifft uns alle, aber Frauen besonders. Wenn an Jugendzentren, Schwimmbädern und Betreuungsangeboten gespart wird, müssen zumeist die Mütter wieder mehr Zeit für die Betreuung der Kinder aufbringen. Außerdem drängen die Stellenkürzungen im sozialen Bereich vor allem Frauen in die Arbeitslosigkeit.

Es gibt aber auch Frauen, die tatsächlich in der Krise gewinnen. Das sind die Frauen in den Vorstandsetagen der Konzerne und die Großaktionärinnen, denen der Staat in der Krise mit Milliarden Euros aushilft. Die Rechnung dafür bekommen wir und unsere Kinder.

Aber ist das alles alternativlos?

Kuba zeigt, dass es auch anders geht. Dort verfolgt man das Konzept der vollständigen Gleichheit. Das bedeutet erstens die ökonomische Gleichheit von Frauen, indem Frauen sehr breit in die Produktion eingebunden werden. Zweitens ist es auf Kuba selbstverständlich, dass Frauen soziale und politische Verantwortung übernehmen. Noch wesentlicher als das formale Wahlrecht für die Gleichstellung der Frauen sind politische Mitarbeit und Bildung. Daher spielten Frauen bei der Alphabetisierungskampagne und in den Volksmilizen eine herausragende Rolle. Sie sind heute, auf allen Ebenen, Teil der Arbeits- und Bildungswelt.

Und drittens sind Frauen in Kuba rechtlich und politisch gleichgestellt. Frauen haben ein verfassungsmäßiges Recht auf Mutterschaftsurlaub und auf Berufsoptionen nach und vor der Geburt, die mit ihrer Mutterschaft vereinbar sind. Noch konkreter schreibt Kubas Familienrecht vor, dass häusliche Arbeit und Kindererziehung gleichermaßen auf beide Geschlechter verteilt werden müssen. Die Wirksamkeit dieser revolutionären Umstrukturierungen wird durch folgende Tatsachen bestätigt. Heute stellen Frauen -mit 65% die Mehrheit der Kubaner mit höherer Bildung. Heutzutage ist der Prozentsatz der weiblichen Abgeordneten, Anwälte, Ärzte und Naturwissenschaftler einer der höchsten im Vergleich mit jedem anderen Land auf dieser Welt. Der Frauenanteil bei technischen Berufen liegt bei 66% und der Anteil von weiblichen Führungskräften bei 39%. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen im kubanischen Parlament ist fast ausgeglichen. Ferner spielen Mädchen und junge Frauen eine große Rolle in den politischen Jugendorganisationen, in denen ihr Anteil 54% beträgt.

Wir als SDAJ organisieren unter dem Motto „Viva Cuba Socialista-Machen wir den Kapitalismus zur Geschichte“ 2 Brigarden um den Aufbau des „Zentrums zur Bildung revolutionärer Werte“ an der Uni in Havanna zu unterstützen.

Der große Unterschied in Kuba ist, dass Produktion und Verteilung nicht in Privathand sind und nicht über den Markt organisiert werden – auf Kuba gehören die Produktionsmittel den Arbeiterinnen und Arbeiter. Es gibt das verfassungsmäßige Recht auf Arbeit, kostenlose Bildung und Gesundheit. Zukunftsangst ist unbekannt. Wer auf Cuba studieren möchte, bekommt das Studium und den Lebensunterhalt bezahlt. Dies gilt auch für die etwa 15% ausländischen Studierenden aus Entwicklungsländern. Während in der BRD besonders uns Jugendlichen das Recht auf Arbeit und damit das Recht auf Beteiligung am gesellschaftlichen Leben verwehrt wird. Mehr als 300.000 Ausbildungsplätze fehlen. Bekommen wir einen Ausbildungsplatz steht jeder Dritte von uns ohne Übernahme auf der Straße. Wenn wir einen Job finden, ist der befristet, Leiharbeit oder ein Minijob. Etwa die Hälfte von uns Jugendlichen arbeitet in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Von Sicherheit kann keine Rede sein.

2011 hat der kubanische Staat einen Entwurf zur „Aktualisierung des Wirtschaftssystems“ zur Diskussion gestellt und rund 8 Mio. Kubaner und Kubanerinnen beteiligten sich an der Debatte und brachten über 1,1 Mio. Änderungsanträge ein. In Deutschland hat das Volk sich nicht selbst eine Verfassung gegeben. An der Verfassung mitarbeiten? Undenkbar. Die kubanischen Arbeiterinnen und Arbeiter haben sich Instrumente und einen eigenen Staat geschaffen, um Probleme gemeinsam und geplant anzugehen und ihre Interessen und Bedürfnisse zu befriedigen.

Und auch die Geschichte hat gezeigt, dass es anders geht. In der DDR waren den Frauen die meisten der heutigen Probleme unbekannt: Ihre Kinder hatten in den Schulen und Kindergärten kostengünstige Mahlzeiten und kostenlose und qualitativ hochwertige Freizeitangebote in Sport, Musik und Kultur. Die Ausstattung mit Kita-Plätzen war nahezu flächendeckend. Frauen wie Männer genossen über ihren Arbeitsplatz Sicherheit und umfassende soziale Rechte. All das wurde durch die Zerstörung des sozialistischen Systems ausgelöscht, die Emanzipation der Frau um Jahrzehnte zurückgeworfen.

Solche Errungenschaften geraten in Konflikt mit dem Interesse der Kapitalisten, die natürlich nicht auf einen Teil ihres Gewinns verzichten wollen, nur damit wir ein besseres Leben haben.

Kämpfen wir für ein sozialistisches Deutschland, das die Fehler und Mängel der DDR vermeidet. Jeder Zentimeter muss erkämpft werden und das geht nur mit starken Organisationen. Wir brauchen einen starken kommunistischen Jugendverband, eine starke revolutionäre kommunistische Partei, konsequente Gewerkschaften in allen Betrieben und Organisationen der klassenkämpferischen Frauen!

Wir kämpfen dafür, dass die Frau in der Gesellschaft dem Mann völlig gleichgestellt wird. Aber auch wenn wir der Meinung sind, dass nur die Überwindung des Kapitalismus und der Sozialismus eine solche Gleichheit herstellen können, wollen wir sie dennoch so weit wie möglich schon auf unserem Weg dahin verwirklichen.

Wir fordern:

  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!
  • Kostenlose Ganztagsplätze in KiTas und Schulen!
  • Das Recht auf einen sicheren Arbeitsplatz nach einer Geburt ohne jegliche Nachteile!
  • Der 8. März muss als Internationaler Frauentag gesetzlicher Feiertag werden!

 

Wir die SDAJ Tübingen wünschen euch viel Erfolg mit dem weiteren Programm!

Hoch die internationale Solidarität!

Communist_cutGleichberechtigt? POSITION hat nachgefragt.

Unsere Regierung tut zumindest manchmal so, als wollte sie die Gleichberechtigung der Frau voranbringen. Dumm nur, dass sie sich dabei vor allem um bessergestellte, hochqualifizierte Frauen kümmert. Frauen aus der Arbeiterklasse bekommen für die gleiche Arbeit immer noch weniger Geld – da hilft es auch nichts, wenn im Konzernvorstand eine Managerin sitzt. Wenn die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung fehlen, sind es meist die Frauen, die ihren Beruf aufgeben und zu Hause bleiben müssen. Und noch immer sind wir im Alltag mit reaktionären Rollenbildern konfrontiert.

All das wird keine bürgerliche Regierung ändern. Denn das Kapital hat ein Interesse daran, Frauen als Lohndrückerinnen einzusetzen und Kinderbetreuung und Hausarbeit zur Privatsache zu machen. Grund genug, für die Gleichberechtigung der Frau und gegen den Kapitalismus zu kämpfen – nicht nur am Frauentag.

Eine unserer Leistungen

Erika Baum (88, Berlin) war Lehrerin in der DDR.

„Es reicht nicht aus, die Forderung nach der Gleichberechtigung der Frau in die Welt zu posaunen, sondern dafür müssen ja auch die Voraussetzungen bestehen. In diesem wunderbaren Großdeutschland sind Frauen häufiger arbeitslos als Männer, sie sind die ersten, die rausfliegen, wenn es Entlassungen gibt. Ich als DDR-Frau war bis zur Rente immer berufstätig, heute haben es die Frauen ganz schwer, das zu erreichen. Die Gleichberechtigung schafft man nicht mit Formalismen. Zum Beispiel nach 89, nachdem wir angeschlossen waren, sagte in einem Gespräch eine DDR-Frau, sie sei Germanist. Also, sie sagte nicht Germanistin, worauf sie sofort korrigiert wurde. Der Witz war aber, dass diese Frau – nachdem die DDR nicht mehr existierte – weder Germanist noch Germanistin war, sondern Hausangestellte, weil sie rausgeschmissen worden war. Also, ich meine, das Entscheidende ist nicht die Sprachregelung. Die Arbeiterbewegung hat immer, von Anfang an, Frauenfragen im Zusammenhang mit dem allgemeinen Klassenkampf aufgegriffen. Und in dem Maße, wie die Frauen an diesen Kämpfen teilgenommen haben, haben sie sich auch entwickelt. Das ist das eine, und das andere sind eben die materiellen Voraussetzungen. Ich bin der Meinung, dass es eine unserer großen Leistungen in der DDR war, wie hoch der Anteil der Frauen an den qualifizierten Berufen war, an Facharbeiterinnen, an Studierenden und so weiter. Aber auch, dass die Kinderbetreuung gesichert war, dass die Familien von einem Teil der Hausarbeit entlastet wurden – durch öffentliche Waschanstalten, oder auch durch Essen in den Betrieben und Schulen, da war die Kocherei am Abend nicht mehr so notwendig. Wir haben also versucht, die materiellen Bedingungen für die Gleichberechtigung zu schaffen.“

Nur für Männer

Caro (Essen) hat sich als Tischlerin beworben.

„Ich bin nie davon ausgegangen, dass es für mich schwierig sein würde, mit Abitur einen Ausbildungsplatz zu finden, obwohl ich natürlich weiß, wie entmutigend und kritisch die Lage auf dem Arbeitsmarkt aussieht. Doch nach meinen ersten Telefonaten mit Tischlereien in Essen schwand meine Hoffnung, denn immer wieder wurde mir gesagt, dass keine Frauen ausgebildet werden. Diese Tatsache ist nicht nur kritisch, sondern diskriminierend jeder Frau gegenüber, die in dieser sogenannten emanzipierten Welt einen ‘Männerberuf’ ergreifen möchte. Viele Unternehmen redeten sich damit raus, dass sie für eine Frau extra sanitäre Anlagen bauen müssten, andere gaben gar nicht erst einen Grund an, sondern sagten mir von vornherein, dass ich meine Bewerbungsunterlagen gar nicht erst abschicken brauche. Oder sagten mir, sie glauben nicht, dass eine Frau das Zeug dazu hätte, Handwerkerin zu werden. Dass ich im Endeffekt bei einem gut bezahlenden Großkonzern gelandet bin, war Zufall und pures Glück, sonst wäre ich jetzt arbeitslos oder Studentin.“

Auszeit undenkbar

Gianna (Münster) wollte Kind und Beruf.

„Seit dem Ende meines Studiums reiht sich ein befristeter Vertrag an den nächsten. Familienplanung ist damit kaum möglich. Trotzdem wollte ich auf meinen Kinderwunsch nicht verzichten und so kam vor etwa zwei Jahren meine Tochter auf die Welt. Eine Auszeit im Beruf war jedoch undenkbar. Damit wären die Chancen auf einen Anschlussvertrag gegen null gesunken. Zum Glück war mein Partner bereit in Elternzeit zu gehen. Nur konnte ich langfristig mit meinem Gehalt für eine halbe Stelle unmöglich eine Familie ernähren. Deshalb starteten wir schon frühzeitig die Suche nach einer Kita. Doch alle Anrufe, Besichtigungen, Vorstellungsgespräche, Hospitationen u.s.w. waren trotz Bewerbungen in über zwanzig Einrichtungen leider erfolglos. Nur durch Glück bekamen wir etwas später einen Platz in der Betriebskita. Die schließt allerdings um 15 Uhr, so dass sich nachmittags immer jemand um die Kleine kümmern muss, obwohl ich die Zeit dringend für meine Weiterqualifikation bräuchte, die in meinem Bereich extrem wichtig ist. Für politische Arbeit, für Sport oder für Freunde bleibt da wenig Zeit.“