Diesen 20. Februar findet hier in Tübingen ein Warnstreik im Rahmen der Tarifverhandlung der Länder statt. Wir solidarisieren uns mit allen Streikenden und sichern den Kolleg_innen unsere tatkräftige Unterstützung zu.

Besodners erfreulich ist die Entwicklung, dass in diesem Jahr erstmals auch die universitären Hilfskräfte als organisierte Kraft auftreten und sich mit dem Streik der Uni-Belegschaft solidarisch erklären. Die HiWis, ohne die der Unibetrieb schon lange nicht mehr denkbar wäre, gehören zu den Angestelltengruppen mit den niedrigsten Löhnen, den prekärsten Arbeitsbedingungen und den wenigsten Rechten – sie haben noch nicht einmal eine eigene Interessenvertretung. Wir unterstützen die Forderung des AK Studentische und Wissenschaftliche Hilfskräfte nach einer Aufnahme in den Tarifvertrag! HiWis aller Fakultäten, vereinigt euch!

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Solidaritätserklärung der SDAJ zu den Tarifkämpfen der Länder:

Übernahme und Lohnerhöhung!

für eine kämpferische Tarifauseinandersetzung!

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

 Wir, die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ), erklären uns solidarisch mit eurem Warnstreik heute am 20. Februar und euren Forderungen in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen!

 Von 2000 – 2010 ist der Reallohn in Deutschland um 5,4% gesunken. Wir können uns also trotz kleineren Lohnerhöhungen immer weniger von unserem Einkommen kaufen. Im Gegenzug steigen die Profite der Banken und Konzerne massiv.

Um der Umverteilung des Reichtums hin zu den Unternehmen etwas entgegenzusetzen, wäre eine Lohnerhöhung um ein gutes Stück notwendig. Zusätzlich zu der prozentualen Erhöhung ist auch eine Festgelderhöhung, wie ihr sie für die Ausbildungsvergütung fordert, ein sehr wichtiger Schritt. Dies hilft, die enorme Differenz zwischen den Eingliederungen etwas auszugleichen. Vor allem Auszubildende haben damit zu kämpfen, dass das Geld vorne und hinten nicht reicht. Auch wir setzen uns für eine Ausbildungsvergütung ein, die zum leben ausreicht. Eine kollektive Erhöhung wäre ein wichtiger erster Schritt in diese Richtung.

 Von allen Seiten hört man immer wieder die Worte „Fachkräftemangel“ und „demographischer Wandel“. Auf der anderen Seite landen jedes Jahr hunderttausende Jugendliche in Warteschleifen oder werden arbeitslos, und das obwohl sie eine qualifizierte Ausbildung erlangt haben. Von Mangel kann hier also nicht die Rede sein!. Um Jugendlichen sichere Zukunftsaussichten statt Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung zu garantieren ist eine unbefristete Übernahme nach der Ausbildung unabdingbar. Deshalb schließen wir uns eurer Forderung „Zeit für unbefristete Übernahme“ voll und ganz an!

 In Zeiten der Krise wird uns gesagt, wir müssten alle „den Gürtel enger schnallen“, die öffentlichen Kassen seien leer und überhaupt müssten wir sparen. Diese Sparmaßnahmen, von der Bundesregierung rigoros geplant und durchgedrückt, treffen als erstes die öffentlichen Kassen. Ob es jetzt ein Stadtstärkungspakt in NRW ist oder Maßnahmen mit anderen trügerischen Namen: Die Kosten der Krise sollen auf uns abgewälzt werden und nicht auf die, die sie verursacht haben, nämlich die Banken und Konzerne. Gerade vor solchen Argumentationen gilt es sich zu schützen und ihnen unsere vereinte Kampfkraft entgegenzusetzen. Diese wurde z.B. durch die Aufspaltung der Tarifverhandlung in Bund/Kommune und Länder massiv geschwächt. Ziel müsste es sein diese Spaltung wieder aufzuheben und den Tarifvertrag nur auf 12 Monate abzuschließen. Es gilt hier wie auch sonst immer: Je mehr wir sind, umso lauter und kämpferischer können wir sein!

 Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg in eurem Tarifkampf und sichern euch unsere vollste Unterstützung und Solidarität zu!

Pforzheim x1

Am 23. Februar 2013 will der faschistische „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“ eine „Fackel-Mahnwache“ in Pforzheim abhalten. Die Nazis wollen im Rahmen des Gedenkens an „deutsche Opfer des Luftangriffs 1945″ von den Verbrechen ihrer historischen Vorläufer ablenken, diese relativieren und Nazideutschland als „Opfer“ des Krieges darstellen, den es selbst entfesselt hat. Es ist der Versuch, den Verlauf der Geschichte umzudeuten, um in letzter Konsequenz den Faschismus öffentlich zu verherrlichen. Dies gilt es zu verhindern!
Beteiligt Euch an der antifaschistischen Demonstration und den Blockaden, welche die Aktionen der Nazis in Pforzheim an diesem Tag unterbinden sollen.

Demobeginn in Pforzheim: 16 Uhr /// Blockadestart auf dem Wartberg: 17.30 Uhr

Die SDAJ Gruppe Tübingen unterstützt die Mobilisierung des Offenen Treffens gegen Faschismus und Rassismus (OTFR). Fahrt mit uns nach Pforzheim, bringt eure Freunde mit, bildet Bezugsgruppen – falls ihr alleine kommt sprecht uns am bahnhof an, so dass wir euch alle in Bezugsgruppen unterbringen können. Aus Tübingen und Reutlingen wird es eine gemeinsame Anreise nach Pforzheim mit der Bahn geben.

Zugtreffpunkte: Hbf Tübingen 13.15 Uhr /// Hbf Reutlingen 13.30 Uhr

Eine Kopiervorlage für die Mobiflyer des OTFR könnt ihr euch hier herunterladen: Nicht lange Fackeln.pdf

MASCH_Freiburg_bannerDie SDAJ Freiburg wird am 16./17 Februar 2013 ein Workshop-Wochenende zu den Grundlagen marxistischer Theorie veranstalten. Der Schwerpunkt wird an diesen beiden Tagen auf der Theorie des Historischen Materialismus liegen. Hierzu werden wir Texte aus Marx’/Engels’ „Die Deutsche Ideologie“ gemeinsam lesen, besprechen und diskutieren.

Wir werden uns am Samstag, dem 16.02., um 14.00 Uhr im Linken Zentrum Freiburg, Glümerstraße 2, treffen, und uns bis ca. 19.00 Uhr (natürlich mit Pausen) die Texte gemeinsam erarbeiten. Weiter geht’s am Sonntag, dem 17.02., um 09.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, um uns dann gut gestärkt ab 10.00 bis 14.00 Uhr wieder an die Arbeit zu machen.

Wenn ihr Lust habt, zusammen mit anderen jungen Leuten etwas über die Grundlagen des Marxismus zu lernen, dann schaut doch einfach mal vorbei. Ihr benötigt keine Vorkenntnisse; und um Textkopien kümmern wir uns auch. Bitte schreibt uns nur kurz eine Mail an sdaj-freiburg[at]gmx.de, damit wir wissen, wie viele Kopien, Kekse und Brötchen wir besorgen müssen :-) .

Aus Tübingen wird es eine gemeinsame Anfahrt mit dem Zug geben – wenn ihr Interesse habt dann schreibt uns einfach eine Mail (kontakt[at]tuebingen.sdaj-bawue.de), so dass wir einen Treffpunkt vereinbaren können.

Wir freuen uns über jede/n, der/die mitmachen will!

Wer schon mal in die Texte reinschnuppern mag, hier die Abschnitte aus der Deutschen Ideologie:
Vorrede

I Feuerbach – Gegensatz von materialistischer und idealistischer Anschauung
[Einleitung]
A. Die Ideologie überhaupt, namentlich die deutsche
1. Geschichte
2. Über die Produktion des Bewußtseins
B. Die wirkliche Basis der Ideologie
1.Verkehr und Produktivkraft
2. Verhältnis von Staat und Recht zum Eigentum
3.Naturwüchsige und zivilisierte Produktionsinstrumente und Eigentumsformen

SDAJ Transpi1200 Antifaschist_innen haben am Samstag trotz eisiger Temperaturen mit einer Demonstration an den Mössinger Generalstreik von vor 80 Jahren gedacht. Wir möchten an dieser Stelle allen Menschen herzlich danken, die ihren Respekt für die mutigen Mössinger Arbeiter_innen auf die Straße getragen haben – auch heute ist es wichtig, dass antifaschistische Protest in der Öffentlichkeit unüberhörbar gemacht wird! Außerdem gehen unser Dank und unsere solidarischen Grüße an alle, die in den letzten Wochen und Monaten im Rahmen des Demobündnisses bei den Vorbereitungen und der Mobilisierung geholfen haben!

Ein vorläufiger Bericht in Form einer Fotoreportage findet sich hier. (Danke an die Verfasser_innen der Antispe Tübingen!)

Die Lokalzeitung Schwäbisches Tagblatt berichtete mit einem Artikel und einem Videobeitrag.

Der SWR sendete in der abendlichen Landesschau einen kurzen Bericht.

Auch die marxistische Tageszeitung Junge Welt berichtete über die Demo und druckte ein Foto ab: Auf die Straße. Schon im Vorfeld hatte die jw mit mehreren Artikeln ausführlich über den Jahrestag, seinen Kontext sowie die diversen Diffamierungen aus dem konservativen Lager berichtet: Hitler und die CDUHeraus zum MassenstreikAusstellung und Demonstration

Im Folgenden dokumentieren wir die Rede der Vertreter_innen des antifaschistischen Jugendblocks, gehalten auf der Abschlusskundgebung vor der Langass-Turnhalle, dem Ausgangspunkt der Generalstreiksdemonstration von 1933 und wichtigsten Treffpunkt der Mössinger Arbeiter_innenbewegung in den 20er und 30er jahren.

Liebe Mössinger_innen, Liebe Kolleg_innen aus den Gewerkschaften, Liebe Antifaschist_innen, Liebe Genoss_innen

Heraus zum Massenstreik!“. Unter dieser Parole beschlossen die Arbeiter_innen aus Mössingen und Umgebung vor 80 Jahren den Nazis die Stirn zu bieten. Leider blieben sie mit ihrer Aktion allein. Zum Teil, weil Gleichgesinnte in anderen Teilen Deutschlands zu diesem Zeitpunkt bereits durch Polizei und SA von den Straßen geprügelt worden waren; zum Teil, weil nicht in allen Städten Deutschlands die nötige Einigkeit und Entschlossenheit innerhalb der Arbeiterbewegung herrschte – vielleicht aber auch, und das haben die alten Generalstreiker_innen immer besonders gerne betont, weil hier ein besonders eigensinniges und widerständiges Völkchen lebte. Häufig, wenn es heute in der Öffentlichkeit um den Mössinger Generalstreik geht, ist im Rückblick von „einfachen“ oder sogar etwas „einfältigen“ Menschen die Rede. Ganz so, als wüssten jene, die heute die Geschichte dieser Menschen schreiben, besser darüber bescheid, was damals richtig und was falsch, was damals möglich und was Träumerei gewesen ist. Für uns ist klar, dass eben diesen vermeintlich „einfachen“ Menschen heute unsere ganze Sympathie gehört – und es erfüllt uns mit Trauer, dass an diesem 80. Jahrestag keinE lebendeR Zeitzeug_in mehr unter uns sein kann. Es waren nämlich genau diese „einfachen“ Menschen, Weberinnen, Zuschneider, Näherinnen, Maurer, Glaser, Schreiner, Zimmerleute und Kleinbäuerinnen, die am 31. Januar vor 80 Jahren mehr Weitblick, mehr Mut und mehr Entschlossenheit bewiesen haben, als all die großen Männer, die angeblich seit je her die Geschichte machen. Diesen „einfachen“ Leuten gilt heute unser Gedenken!

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Als eine neue Generation von jungen Antifaschist_innen betrachten wir es als unsere Pflicht, von den Kämpfer_innen von gestern für die Kämpfe von heute und morgen zu lernen. Wir können von ihnen lernen, nicht weg zu schauen, nicht die Augen zu verschließen vor Unrecht, Verfolgung und Tyrannei. Wir können von ihnen lernen, was Unerschrockenheit, Opferbereitschaft und Solidarität bedeuten. Wir können von ihnen lernen, wie wichtig Organisation und Zusammenhalt sind – nicht nur im Wort, sondern auch in der Tat. Sie haben damals den politischen Streik als ihre Waffe gewählt – es ist an uns, uns diese Waffe auch für die Zukunft wieder zu erkämpfen!

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, sagte Bertolt Brecht kurz nach Ende des Krieges. Damit wollte er seine Zeitgenoss_innen vor der Möglichkeit einer neuen faschistischen Gefahr warnen. Diese Warnung hat heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Wir leben in einem Staat, der bei jeder Gelegenheit marschierenden Neonazis die Straßen frei prügelt. Engagement gegen Faschismus und Rassismus wird systematisch verfolgt, kriminalisiert und in der Öffentlichkeit diffamiert. Und all das geschieht im selben Land, in dem eine neonazistische Terrorgruppe namens NSU jahrelang unter der schützenden Hand des sogenannten Verfassungsschutzes Menschen ermorden konnte.

Wenn es nach den Herrschenden geht, steht der Feind natürlich immer links – und das gilt heute genau so, wie vor 80 Jahren. Die Nazis haben sich damals nicht an die Macht geputscht, sondern sie wurden von der herrschenden Klasse an die Macht befördert. Nicht zuletzt, weil sie versprochen hatten, den Marxismus und die Arbeiterbewegung „mit Stumpf und Stiel“ auszulöschen. Um so erschreckender ist es, dass heute wieder vermehrt Stimmen laut werden – auch hier in Mössingen – die Nazis und Kommunist_innen auf eine Stufe stellen wollen. Jene, die heute vom sogenannten rechten und linken Extremismus reden, als seien es zwei Seiten einer Medaille, stellen sich damit nicht nur in eine Traditionslinie mit denen, die damals, vor 80 Jahren, zuhause geblieben sind und nichts vom Widerstand wissen wollten, sondern sie stehen letztlich in einer Traditionslinie mit jenen Kräften, die damals den Nazis an die Macht geholfen haben. Wir wehren uns gegen jede Geschichtsverdrehung, die zu verschleiern versucht, dass der Faschismus in Wirklichkeit ein Herrschaftsinstrument des Kapitalismus war und aus der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft kam.

Plakate

Wer heute Nazis mit Kommunist_innen gleichsetzt, setzt Täter mit Opfern gleich, Tyrannei mit Widerstand. Nicht die Kommunist_innen haben die Weimarer Republik im Blut ertränkt, sondern die Kapitalistenklasse und ihre faschistischen Kettenhunde. Während die kommunistische Bewegung immer die Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung zum Ziel hatte, haben sich die Nazis von den ersten Tagen ihrer Bewegung an Ausbeutung, Unterdrückung, Versklavung und Vernichtung auf die Fahnen geschrieben. Tausende von Kommunist_innen leisteten Widerstand und wurden dafür in den Folterkellern und Konzentrationslagern der Nazis ermordet. Nicht die Sowjetunion hat den Zweiten Weltkrieg entfesselt, sondern das faschistische Nazideutschland. Überall in den von der Wehrmacht eroberten Gebieten kämpften Kommunist_innen im Untergrund und in Partisaneneinheiten gegen die faschistischen Besatzer. Die Sowjetunion hatte im Krieg gegen den deutschen Faschismus mit über 25 Millionen Toten die meisten Opfer zu beklagen – wie kann es sein, dass heute, im Land der Täter, das seine Befreiung nicht zuletzt diesem unvorstellbaren Menschenopfer verdankt, die Befreier mit den Nazis gleichgesetzt werden?

Leider stimmt es, dass damals, vor 80 Jahren, nirgends nichts gewesen ist außer hier. Aber hier ist etwas gewesen! Und das war ganz maßgeblich den Mössinger Kommunist_innen zu verdanken. Diese Tatsache darf an einem Tag wie heute nicht verschwiegen werden! Die Menschen, die hier vor 80 Jahren gegen Faschismus und Krieg gestreikt haben, haben das nicht etwa getan, trotz oder obwohl viele Kommunist_innen unter ihnen waren, sondern gerade weil es im „Roten Mössingen“ so eine starke kommunistische Bewegung gab.

Wir dürfen uns heute als antifaschistische Bewegung nicht spalten lassen, weder von der antikommunistischen Hetze noch von der Extremismusdoktrin, die uns mit alten und neuen Nazis auf eine Stufe stellen will. Polizei und Verfassungsschutz versuchen einen Keil zwischen uns zu treiben, in dem sie vor allem jugendliche Antifaschist_innen und als extremistisch und antidemokratisch kriminalisieren – das dürfen wir nicht zulassen! Erfolgreicher Antifaschismus braucht breite Bündnisse und tatkräftige Solidarität– kämpfen wir in diesem Sinne also gemeinsam, Seite an Seite, gegen Krieg, Rassismus, Antisemitismus und Faschismus!

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!

Für die antifaschistische Solidarität und die Massenstreiks der Zukunft!

Uneingeschränkte Versammlungsfreiheit und politisches Streikrecht erkämpfen!

Verbot der NPD und aller faschistischen Organisationen!

Hoch die internationale Solidarität!

Rote Fahne