Als SDAJ Tübingen&Region unterstützen wir das Hechinger Kulturevent “Use your summer” und laden alle interessierten Menschen  zum gemütlichen Beisammensein im Fürstengarten ein. Auf der Homepage von “Use your summer” ist das gesamte Programm einsehbar. Wir sehen im diesjährigen Festivalmotto “Eine Welt” einen richtigen Impuls für ein besseres Miteinander der Menschen und eine klare Absage an menschenverachtende und reaktionäre Weltanschauungen wie Faschismus und Rassismus. Der Kampf gegen solche Ideologien sowie die Personen und Bewegungen, die sie propagieren und versuchen, sie praktisch werden zu lassen, ist ein bedeutendes Anliegen der SDAJ. Am  Samstag, den 30. 6. und Sonntag, den 8. 7. werden wir deshalb jeweils ab 18.00 Uhr zusammen mit der Alboffensive mit einem Diskussionszelt zu “Rassismus und Faschismus im Alltag” bei der Veranstaltung präsent sein, um mit Jugendlichen und Interessierten über ihre Erfahrungen und Widerstandsmöglichkeiten zu sprechen. Nur auf Basis solcher Auseinandersetzungen kann langfristig ein gemeinsames Konzept zur Stärkung der antifaschistisch-demokratischen Kräfte und zur Schaffung nazifreier Zonen entstehen. Als KommunistInnen sehen wir unsere Aufgabe im gemeinsamen Kampf gegen Faschismus und jede andere Form von Ausbeutung, Unterdrückung und Entfremdung.

Kommt zum Use Your Summer und beteiligt euch an den workshops!

Gegen Nazis und ihre rassistische Hetze, in Hechingen und überall!

Die Genoss_innen der Antifaschistischen Aktion Aufbau (Tübingen) veranstalten am Mittwoch den 27. Juni eine Mobilisierungsveranstaltung für die aktuelle Antifaoffensive, die am 7. Juli mit einer Demo in Lörrach enden soll. Wir dokumentieren an dieser Stelle den Ankündigungstext und rufen zu reger Beteiligung auf:

Am 15. Juni hat die überregionale Antifa-Kampagne „In die Offensive: Nazistrukturen aufdecken und bekämpfen!“ mit einem Solidaritätskonzert in Villingen-Schwenningen begonnen. Ziel der Kampagne ist es, den antifaschistischen Kampf über Stadtgrenzen hinweg zu organisieren. Denn nur in solidarischer Zusammenarbeit, gegenseitiger Unterstützung und mit einer gemeinsamen Stoßrichtung können wir den rechten Umtrieben in Baden-Württemberg langfristig Widerstand entgegensetzen.

Während der Kampagne werden zahlreiche Aktionen gegen Naziaktivitäten und -strukturen in verschiedenen Städten Baden-Württembergs durchgeführt. Den Kampagnenabschluss soll eine landesweite Demonstration gegen faschistische Aktivitäten am 7. Juli 2012 in Lörrach bilden. Dort existiert seit Jahren eine aktive faschistische Szene. Nazis rund um die sogenannte „Aktionsgruppe Lörrach“ und die JN gehören zu den aktivsten faschistischen Gruppierungen in Baden-Württemberg. Immer wieder griffen sie in der Vergangenheit insbesondere junge AntifaschistInnen an.

Aus vielen Teilen Baden-Württembergs werden deshalb am 7. Juli AntifaschistInnen gemeinsam nach Lörrach fahren, um die dortigen antifaschistischen Kräfte in ihrem Kampf zu unterstützen.

In der Hausbar der Schellingstraße 6 wird am Mittwoch, den 27. Juni 2012, eine Infoveranstaltung zur Kampagne sowie eine Mobiveranstaltung für die Demo stattfinden, wo ihr auch nähere Infos zur Busfahrt von Tübingen nach Lörrach sowie Tickets dafür bekommt. Ab 19 Uhr gibt’s Vokü, um 20 Uhr beginnt ein Vortrag zum Thema „80 Jahre Antifaschistische Aktion“.

Aktuelle Informationen, Berichte sowie den Aufruf der Kampagne findet ihr unter: www.antifaoffensive.tk

(Falls ihr schon sicher wisst, dass ihr mit nach Lörrach fahren wollt, am Mittwoch aber leider nicht in der Schelling sein könnt, um euer Busticket zu kaufen, schickt einfach eine Mail an unsere Kontaktadresse: antifaaufbautue@gmail.com)

„Ohne revolutionäre Theorie kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben.“ (W.I. Lenin)

Da wir diese Erkenntnis Lenins ernst nehmen und der Aufbau einer revolutionären Bewegung unser Ziel ist, ist es unsere Aufgabe, uns revolutionäre Theorie kollektiv anzueignen und diese immer wieder aktiv an der Praxis zu erproben.

Ein erster und entscheidender Schritt in diese Richtung ist es, sich gemeinsam mit den wichtigsten Grundbegriffen kommunistischer Politik bekannt zu machen. Das wollen wir auf Basis der SDAJ-Grundlagenschule in den nächsten Monaten in Angriff nehmen. In der Grundlagenschule wird jedes Thema auf wenigen Seiten Text knapp zusammengefasst dargestellt. Diese Texte sollen uns als Grundlage für unsere Diskussionen dienen. Wir wollen uns in einem Abstand von zwei Wochen immer Donnerstags um 19:30 für etwa eine Stunde treffen. Alle Materialien sind im Bereich MASCH online frei zugänglich. Jede und jeder der/die Interesse hat ist herzlich willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Um den genauen Treffpunkt zu erfahren meldet euch einfach unter: kontakt@tuebingen.sdaj-bawue.de

Unser erstes Treffen findet am Donnerstag den 21. Juni um 19:30 statt. Diskutiert wird das Thema #1 Marxistische Philosophie – wir freuen uns auf  rege Beteiligung!

Zur Gründung der Antifaschistischen Aktion (Aufbau) Tübingen

„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“, so schrieb Bertolt Brecht 1955, also zehn Jahre nach dem Ende des blutigsten Krieges, den die Menschheitsgeschichte je gesehen hat – und zehn Jahre nach dem militärischen Sieg über jene Kraft, die diesen Krieg angezettelt hatte: den deutschen Faschismus. Es wäre jedoch falsch zu glauben, dass es sich hier um einen endgültigen Sieg handelte. Genau das ist es, was uns Brecht sagen will, und sein Appell hat auch heute nicht an Aktualität verloren. Der Schoß, der den Faschismus hervorgebrachte, die kapitalistische Gesellschaft mit ihrer krisenhaften Entwicklung und ihren Klassengegensätzen, hat eben jene Eigenschaften, die immer wieder den Nährboden und die soziale Basis für faschistische Bewegungen und Ideologien hervorbringen, nicht abgelegt. Und das bekommen wir in der BRD heute wieder tagtäglich zu spüren. Nicht nur die rassistische Hetze eines Thilo Sarrazin oder die menschenverachtende Polemik der Bild-Zeitung gegen die „faulen Pleitegriechen“ finden Resonanz bis weit in die sogenannte Mitte der bürgerlichen Gesellschaft hinein, selbst gewalttätige Neonaziorganisationen wie die Freien Kameradschaften oder Autonomen Nationalisten und sogar Terrorzellen wie der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) können sich hierzulande weitgehend ungehindert unter der schützenden Hand des bürgerlichen „Rechtsstaates“ entwickeln. Kaum ein Wochenende vergeht an dem nicht irgendwo in Deutschland Nazis marschieren. Kaum eine Woche ohne Meldungen gewalttätiger Naziübergriffe auf MigrantInnen oder Linke. Kaum ein Naziaufmarsch, dem von der Polizei nicht die Straße freigeknüppelt wird. Und kaum ein Knüppeleinsatz, bei dem am Ende nicht AntifaschistInnen vor Gericht stehen und für ihren Widerstand kriminalisiert werden. Für uns ist klar: solange diese Gesellschaft eine kapitalistische bleibt, bleibt der Faschismus eine nützliche Waffe der herrschenden Klasse – solange das Kapital herrscht, besteht immer die Option, dass diese Herrschaft, wenn nötig, wieder durch den Faschismus (als letztes und extremstes Mittel) gesichert wird. Solange der herrschende Staat der Staat der Bourgeoisie ist, solange wird dieser das rechte Auge zudrücken und seinen Hauptfeind immer links sehen. Dieser Staat kann kein ernsthaftes Interesse daran haben, faschistische Organisationen konsequent zu bekämpfen, denn die Nazis haben systemerhaltenden Charakter. Antifaschismus kann und darf also nicht dem bürgerlichen Staat überlassen werden. Es gilt die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sich zusammenzuschließen, zu organisieren und Widerstand aufzubauen!

Aufbauen!

Dies ist die zentrale Erkenntnis, die der Gründung der Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen zugrunde liegt. Es liegt an uns, die notwendigen Abwehrorganisationen zu schaffen und unsere Gegenwehr auf eine breite gesellschaftliche Basis zu stellen. Im Selbstverständnis der Gruppe heißt es:

„Jeder Antifaschismus, der nicht nach den gesellschaftlichen Ursachen faschistischer Ideologien fragt und diese aus der Welt zu schaffen sucht, bricht letztendlich mit dem Schwur von Buchenwald. Es gilt nicht nur, den Nazismus zu vernichten, sondern ihn an seinen Wurzeln anzugreifen und auf das Schärfste zu bekämpfen.[…] Es gilt eine starke antifaschistische Front nicht etwa durch Fragen nach der richtigen revolutionären Praxis zu behindern, sondern diese als das zu etablieren, was sie letztlich ist: antifaschistischer Abwehrkampf als Massenkampf mit dem Ziel einer möglichst breiten und gemeinsamen Abwehr der rechten Gefahr! Dies wollen wir durch die Schaffung einer starken antifaschistischen Organisierung und solidarische Bündnisarbeit realisieren.

Dabei gilt es jedoch, nicht in bloße Feuerwehrpolitik und Passivität zu verfallen. Aufgabe soll vielmehr sein, über Ursachen faschistischer Ideologien aufzuklären, ihre Gefahr und Aktualität zu zeigen und sie dort zu demaskieren wo sie sich offenbart, indem wir uns ihr gemeinsam und entschlossen entgegenstellen.“

Es gilt also, den Faschismus und seine Ideologie als das zu erkennen, was sie sind, nämlich Instrumente der Klassenherrschaft, und das auch da, wo sie bisher nur marginalen Einfluss haben. Aber der Kampf gegen diese Gefahr kann nicht nur die Sache von RevolutionärInnen und militanten AktivistInnen sein, sondern er muss gemeinsam mit jenem großen Teil der Gesellschaft geführt werden, der ein aktives Interesse daran hat, die stets bedrohten politischen und demokratischen Freiheiten, die diese Gesellschaftsform ihren Mitgliedern gewährt, zu verteidigen und weiter auszuweiten. Im Kampf gegen Faschistische Umtriebe müssen wir selbstverständlich mit Gewerkschaften, fortschrittlichen demokratischen Organisationen und auch grundsätzlich antifaschistisch ausgerichteten bürgerlichen Parteien zusammenarbeiten. Dies bedeutet nicht, dass wir in diesen Bündnissen aufgehen und zentrale Positionen aufgeben müssen – aber es ist unsere Aufgabe als KommunistInnen und AntifaschistInnen diesen Aufbauprozess voranzutreiben und zu entwickeln, und dazu gehört auch, Szenepolitik und Sektierertum zu überwinden.

 Lernen wie wir kämpfen müssen!

So wichtig und unabdingbar es heute sein mag, auf aktive Gegenwehr und Selbstverteidigung vorbereitet zu sein, Antifaarbeit kann und darf sich nicht auf militanten Widerstand auf der Straße beschränken. Dauerhaft zurückdrängen können wir die Faschisten nur dann, wenn wir sie auch politisch schlagen. Das politische Repertoire der Faschisten hat sich weder in der Vergangenheit, noch wird es sich in Zukunft auf die Mittel der nackten Gewalt beschränken. Den Nazis ist es in den 30er Jahren nur deshalb gelungen, die ArbeiterInnenbewegung und jeden demokratischen Widerstand im Blut zu ersticken, weil sie vorher sowohl das Wohlwollen der herrschenden Klasse als auch eine ausreichende Massenbasis gewonnen hatten. Und dies gelang ihnen nicht nur durch gewalttätiges Vorgehen gegen ihre Feinde, sondern auch durch die Waffe der Propaganda und Ideologie. Neben ihrem aggressiven Antikommunismus dienten ihnen vor allem die menschenverachtenden „Lehren“ des Antisemitismus und Rassismus dazu, die Wut und das Aufbegehren der unter den Folgen der großen Wirtschaftskrise leidenden Bevölkerung anstatt als revolutionäres Bewusstsein gegen die herrschenden Verhältnisse, als irrationalen und reaktionären Hass gegen einzelne Bevölkerungsgruppe zu richten. Und an genau diesen Mechanismen bedienen sich auch die Nazis von heute: an der Krise sind „die Griechen“ schuld, das Finanzkapital soll von „den Juden“ kontrolliert werden und hier in Deutschland nehmen uns angeblich „die Ausländer“ die Arbeit weg. Der Ideologie der Faschisten, die in Teilen oft bis weit in die bürgerliche Gesellschaft hinein Verbreitung findet, können wir nur dann erfolgreich entgegentreten, wenn wir sie auf allen Ebenen entlarven, aufzeigen und bekämpfen. Wir müssen kollektive Bildungs- und Aufklärungsarbeit leisten und nicht zuletzt zeigen, dass die Ideologie der Nazis eben nie und nirgendwo die Interessen der ArbeiterInnenklasse vertritt und weder antikapitalistisch noch in irgend einem anderen Sinne emanzipatorisch ist. Sie soll uns als Klasse spalten und gegeneinander aufhetzen, und das nützt immer nur den Herrschenden. Für uns muss es also darum gehen, in allen Kämpfen, an denen wir uns beteiligen, das Bewusstsein zu entwickeln und zu verbreiten, dass Faschismus mit den eigenen Interessen nicht vereinbar ist und dass die Abwehr, Verhinderung und Bekämpfung von Faschismus im Interesse der großen Mehrheit der Menschen ist. Nur wenn es uns gelingt, die Nazis nicht nur auf der Straße zurückzuschlagen, sondern auch zu verhindern, dass sich ihre soziale Demagogie in den Köpfen festsetzt, kann unsere antifaschistische Arbeit dauerhaft erfolgreich sein. Um reaktionäre Scheinauswege aus der gegenwärtigen kapitalistischen Krise zu verhindern müssen wir also einen antifaschistischen Grundkonsens schaffen der klar macht, dass Nazis nicht unsere Interessen, sondern die der Herrschenden vertreten. Weil aber auf den Antifaschismus des bürgerlichen Staates kein Verlass ist müssen wir selber Fakten schaffen und das heißt: nazifreie Zonen schaffen!

Wir begrüßen die Gründung der Antifaschistische Aktion (Aufbau) Tübingen und sichern den GenossInnen an dieser Stelle unsere tatkräftige Solidarität zu! In diesem Rahmen unterstützen wir auch als SDAJ die aktuelle Antifaoffensive, die den Sommer hindurch überall in BaWü mit Aktionen präsent sein wird und am 7. Juli mit einer großen Demo in Lörrach enden soll. Alle Termine finden sich hier: www.antifaoffensive.tk

Achtet auf weitere Ankündigungen!

Auf ein gutes Gelingen und eine solidarische und kämpferische Zusammenarbeit!

Die Antifaschistische Aktion aufbauen!

Alerta Antifascista!

Da Theorie ohne Praxis leer, ebenso aber Praxis ohne Theorie blind ist, liegt es an uns, beide in einem stetigen Prozeß zu vereinen. Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir sie erkennen und verstehen lernen.  Als Kommunist_innen für eine bessere Welt  zu kämpfen bedeutet auch, sich permanent Kenntnisse über die Welt, so wie sie ist, anzueignen – nur so können wir erfolgreich lernen, wie wir kämpfen müssen, wenn wir siegen wollen.

Ab sofort wird es in Tübingen wieder ein regelmäßiges Angebot zur kollektiven Aneignung marxistischer Theorie geben. Um dies dauerhaft und zuverlässig zu garantieren haben wir uns zum Ziel gesetzt, hier in Tübingen eine regelmäßig arbeitende Marxistische Abendschule (MASCH) zu etablieren. Zunächst werden wir mit der SDAJ Grundlagenschulung arbeiten, die die wichtigsten Grundlagen kommunistischer Theorie und Praxis allgemeinverständlich zusammenfasst. Der Themenplan und die Materialien sind im Bereich MASCH online zugänglich und werden kontinuierlichaktualisiert und erweitert werden.

„Ohne revolutionäre Theorie kann es auch keine revolutionäre Bewegung geben“ (W.I. Lenin)